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Qualitativ stehen die Niedersachsen den Bayern eh in nichts mehr nach. Und das bewies uns derVolkswagen CCauf den ersten Testfahrten Ende Januar zwischen Nizza und St. Tropez nachdrücklich.
Die Erscheinung
Volkswagen hat seine Limousine nach dem Start vor rund 4 Jahren nur sanft renoviert. Vom Passat ist im Interieur einiges übrig geblieben, die Cockpits der Wolfsburger ähneln sich ja aber sowieso recht stark. Was die Bedienung freundlich macht und damit der Verkehrssicherheit dient. Einzig die Mittelkonsole erhielt mit ihrer Alu-Beplankung einen neuen Look und integriert, wie gehabt, das Navigationssystem im oberen Bereich. Darüber eingebettet eine schicke Analoguhr, die den Warnblinkschalter ersetzt hat Dieser ist nun ein Stück nach unten gewandert.
Von außen ist der Volkswagen CC maßvoll überarbeitet worden. Auch beim CC ist die klare Orientierung an die Volkswagen Familie deutlich zu erkennen. Die breiter und flacher gezogene Schnauze mit den schmaleren Frontleuchten harmoniert mit den ebenfalls in diese Richtung veränderten LED-Rückleuchten. In der seitlichen Linienführung ist praktisch kein Unterschied zu sehen, gut für die Wertstabilität des „alten“ Passat CC.
Auf den serienmäßigen Sportsitzen lässt es sich gut reisen, auch lange Strecken werden darauf angenehm zurückgelegt. Auch hinten lässt sich gut Platz nehmen. Einzig der Einstieg will von größer gewachsenen Zeitgenossen ob des niedrigen Rahmens geübt sein. Der Kofferraumdeckel lässt sich, wenn Keyless Access für 660 Euro an Bord ist, mit dem sogenannten Easy Open mit einem gezielten Fußtritt unter die hintere Stoßstange, berührungslos öffnen. Leider ebenso aufpreispflichtig ist die 1/3 zu 2/3 umklappbare Rückbank, die per Fernentriegelung unterhalb der Hutablage aktiviert wird.
Die Eindrücke
So positiv, wie die optischen Eindrücke vom neuen Volkswagen CC waren, so erfreulich war es auch die erste Ausfahrt. Nach dem Druck auf den Starterknopf, der nunmehr seinen Platz neben der Schaltkulisse gefunden hat, ist fast nichts zu hören. Selbst nicht bei einem Dieselmotor. Dieseln Fehlanzeige, was zeigt, dass Volkswagen für den CC wirklich Wert auf hohen Komfort gelegt hat und die Dämmung genau an den richtigen Stellen positioniert hat.
Auf den kurvenreichen Landstraßen der Côte d’Azur ist der Volkswagen CC in einem seiner Elemente. Vor allem mit dem kräftigen 2-Liter-Diesel, der 125 kW (170 PS) in Verbindung mit 350 Nm auf die Vorderachse leitet. Höchste Agilität ist gepaart mit herausragender Motorleistung und Effizienz. Volkswagen verspricht bei diesem Aggregat in Verbindung mit dem BlueMotion Technology Paket einen Durchschnittsverbrauch von 4,9 Litern auf 100 Kilometern. Für ein Fahrzeug dieser Klasse mit mehr als 1,5 Tonnen Gewicht ein sehr guter Wert, den es allerdings im täglichen Einsatz zu beweisen gilt.
Volkswagen verlangt für diese Modellvariante 35.100 Euro, das Einstiegsmodell mit dem 1,8 TSI Benziner liegt bei 31.800 Euro. Gegenüber der, je nach Ausstattungslevel etwas günstigeren Passat Limousine, weist der CC das elegantere Erscheinungsbild auf und hat unter anderem serienmäßig Bi-Xenon-Scheinwerfer, Müdigkeitswarner und 17 Zöller aus Leichtmetall an Bord.
Die Antriebe
Drei Benziner von 118 kW (160 PS) über 115 kW (210 PS) bis hin zum V6 4MOTION mit 220 kW (330 PS) und zwei Diesel-Leistungsstufen mit 103 kW (140 PS) sowie 125 kW (170 PS) stehen zur Wahl. Der 140 PS starke Selbstzünder weist als BlueTDI bereits die Euro-6-Norm auf, die anderen beiden Diesel werden in Verbindung mit der BlueMotion Technology serienmäßig mit dem Start-Stopp-System ausgeliefert. Teuerster Vertreter ist das 300-PS-Geschoss, das mit 43.275 Euro auf der Liste steht. In Anbetracht von Allradantrieb und der sehr guten Serienausstattung fast schon ein Schnäppchen.
Fazit
Volkswagen führt mit dem CC eine unerwartete Erfolggeschichte weiter. In den vergangenen vier Produktionsjahren setzte der Wolfsburger Konzern über 320.000 Passat CC ab. Ein Maßstab, den der neue CC mit seinen technischen und optischen Feinretuschen problemlos erreichen könnte. Zumal auch Technikfreaks, die sich an Assistenzsystemen wie Toter-Winkel-Warner, Spurhalteassistenten und Abstandswarner erfreuen können, nunmehr befriedigt werden können. Der Brückenschlag in die Oberklasse, wie es Volkswagen formuliert, ist mit dem CC gelungen und die Verwandtschaft zum Phaeton durchaus gewollt. (ds)
Technische Daten: Volkswagen CC 2,0 TDI BlueMotion Technology