Präsentation

Präsentationsproblem: Zuhörer

Expertentipps | 08.03.2010

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Dr. Cornelia Topf kommentiert: Stellen Sie sich vor, Sie präsentieren vor der Führungsmannschaft des potentiellen neuen Großkunden das Angebot Ihrer Firma. Sie sind bestens präpariert, Inhalt, Visualisierung, Medienwahl, das alles passt.

Nicht vorbereitet aber sind sie auf die beiden Vorstände, die direkt vor Ihrer Nase lautstark diskutieren. Das ist nur einer von vielen Störfällen – oder Präsentationstorpedos, wie ich sie nenne - die Ihnen bei Ihrem Vortrag widerfahren können. Und im Gegensatz zu der richtigen Vorbereitung und Technik der Präsentation wird in den einschlägigen Ratgebern und Präsentations-Seminaren kaum auf die heimlichen Ängste all derer, die vorne stehen eingegangen: „Wie gehe ich mit Störungen um?“ „Wie behandle ich blöde Zwischenfragen?“ Diese Fragen bereiten am meisten Stress und Angst, wie ich in meinen Seminaren und Coachings immer wieder erlebe. Deshalb möchte ich für Sie in meinen ersten Blogs bei B4B Schwaben über mögliche Störfaktoren bei der Präsentation und der richtigen Reaktion darauf schreiben. Denn gegen jeden Präsentations-Torpedo ist ein Kraut gewachsen.

 

Los geht es mit den

Zwischenrufern

Natürlich regen Sie sich auf, wenn ein Witzbold einen unqualifizierten Zwischenruf ablässt: „Das funktioniert doch nie!“, „Was sind denn das für Zahlen?“... Präsentatoren ohne Torpedo-Abwehr reagieren darauf meist mit Verteidigung und Rechtfertigung: Treffer, versenkt! Denn der Störer und sein Publikum denken sich: „Nur getroffene Hunde bellen.“

Die Torpedo-Abwehr stützt sich auf ein anderes Sprichwort: „Was schert es eine Eiche, wenn ein Schwein sich an ihr kratzt?“ Coaching-Klienten berichten mir oft, dass schon die Erinnerung an dieses Sprichwort ausreicht, um Zwischenrufe an ihnen abprallen zu lassen – während sie zuvor oft völlig genervt reagierten. Stichwort abprallen: Ignorieren Sie den Zwischenruf beim ersten Mal! Körpersprache richtet häufig viel mehr aus als Worte. Zeigen Sie Souveränität. Das Stichwort heißt hier Move Talk.
Erst beim zweiten Mal intervenieren Sie mit Worten. Aber auch nicht mit der dicken Verbalkeule, sondern indirekt. Bedanken Sie sich für diese Störung (das verblüfft Störer regelmäßig bis in die Sprachlosigkeit) und setzen Sie dann eine der wirksamsten Abwehrstrategien ein: Nachfragen. „Das ist interessant – was konkret meinen Sie damit?“ Viele Zwischenrufer rechnen damit nicht, fangen an zu stammeln und entlarven sich damit selbst – Treffer, versenkt. Selbst wenn der Zwischenrufer eine kohärente Erklärung seines Zwischenrufs abgibt, wissen Sie, was zu tun ist: Abtrennen! „Ihre Bemerkung finde ich sehr interessant. Ich schlage vor, wir unterhalten uns in der Pause/nach der Präsentation darüber.“ Warten Sie nicht auf seine Antwort – gehen Sie sofort zum Thema zurück. Der Torpedo ist wirkungslos an Ihrer Panzerwand verpufft.

Im nächsten Beitrag: Chef-Torpedos

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