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Kia hat mit dem Soul nämlich Mut bewiesen. Der Auftritt, fast als Kubus, ist der eines Siegers. Schließlich hat er kurz nach seinem Erscheinen den heiß begehrten red dot design award gewonnen. Aber während bei uns die Verkaufszahlen eher traurig stimmen, ist der Kia Soul in Nordamerika heiß begehrt. Und da wird immer noch erzählt, die Amis stünden nur auf dicke Schlitten.
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Der Kia Soul polarisiert. Man mag ihn oder nicht. Das würfelförmige Design ist witzig und gleichzeitig praktisch. Mal schnell die Heckklappe geöffnet und eine Waschmaschine einladen. Oder den neuen Flachbildfernseher mit 46 Zoll. Funktioniert problemlos. Der Ein- und Ausstieg ist ebenfalls mühelos und die höhere Sitzposition sorgt ebenso für eine gute Rundumsicht, wie die geraden Fensterflächen. Einzig die Aussicht nach schräg hinten wird durch die reichlich fette C-Säule ein wenig beeinträchtigt. Da hilft dann die Rückfahrkamera, die ihr Bild in den Rückspiegel projiziert. Witzige Idee, die für eine zusätzliche Ausgabe von 1.290 Euro im Technik-Paket enthalten ist. Des weiteren finden sich in diesem Paket so nützliche Dinge wie ein selbstabblendender Rückspiegel, ein Soundsystem sowie der Smart-Key-Zugang inklusive Starterknopf.
Für das Modelljahr 2012 erfuhr der Kia Soul seine erste Überarbeitung. Die Verlängerung der Frontpartie um einen Zentimeter auf 4,12 m, die nun mit markanten LED-Tagfahrleuchten (Serie ab Edition 7) und größeren Nebelscheinwerfern versehen ist, gehört ebenso dazu, wie Leichtmetallfelgen mit neuem Design.
Das Innenleben erfuhr auch einige Neuerungen, allerdings ohne die Wertigkeit der Materialien signifikant zu erhöhen. Große Kunststoffflächen stehen im Wettstreit mit in silberner Alu-Optik gehaltenen Teilen in der Mittelkonsole und den Türeinlässen. Der Instrumententräger verdient eine ordentliche Portion Kritik, was die Größe und damit die Ablesbarkeit der Informationen des Bordcomputers betrifft. Platz wäre genug vorhanden! Stellt sich die Frage, warum dieser nicht sinnvoll genutzt wurde und die winzigen Buchstaben und Zahlen lesbarer gemacht wurden!
Der Motor
103 kW (140 PS) aus 1,6 Liter Hubraum scheinen für ein weniger als 1,3 Tonnen wiegendes Automobil ausreichend zu sein. Für manchen Betrachter sind solche Werte vielleicht schon üppig. Der moderne Benzindirekteinspritzer ist dem Soul aber nicht wirklich gewachsen. Reichlich zäh scheint der Vortrieb, was auch die Leistungswerte beweisen. 10,4 Sekunden dauert der Spurt aus dem Stand bis zur 100-km/h-Marke, die Spitze wird bei 185 km/h erreicht, das aber nur mit gehörigem Anlauf.
6,4 Liter Kraftstoff laufen laut Kia durch die Düsen, während unserer 14-tägigen Testphase bei eiskalten Temperaturen waren es im Schnitt etwas mehr als 8 Liter. In Anbetracht des Wetters und vieler Stadtfahrten ein akzeptabler Wert. Geschaltet wird der Kia Soul mit sechs Gängen, die gut abgestimmt sind. Alternativ steht für den Soul eine Sechsgang-Automatik gegen einen Aufpreis von 1.250 Euro zur Wahl.
Das Fahrwerk
Der Soul besitzt nahezu die gleich Plattformarchitektur wie der Kia Venga. Der für die Klasse relativ lange Radstand von 2,55 m lässt den Soul auch auf schlechteren Straßen polterfrei rollen. Allerdings sollte man ein Freund von sportlichen Fahrwerksabstimmungen sein. Denn Kia spendiert der europäischen Version gegenüber den asiatischen und nordamerikanischen ein modifiziertes Fahrwerks-Layout sowie speziell abgestimmte Sportdämpfer.
Die Ausstattung
Gewohnt umfangreich wird von Kia auch der Soul auf die Räder gestellt. Für 15.900 Euro startet der 1,6 GDI in der Basisausstattung Attract. Die üblichen Sicherheitsfeatures wie ABS, Bremsassistent und elektronische Stabilitätskontrolle sowie Klimaanlage und Bordcomputer sind bereits an Bord. Bluetooth und Co. werden dann für die Edition 7 zur Serienausstattung und mit dem Toppmodell Spirit findet ein Hauch Luxus Platz im Kia Soul.
Fazit
Er ist immer noch ein Hingucker. Der Kia Soul gewann nach der sanften Überarbeitung dazu und darf weiterhin polarisieren. Der kastenartige Auftritt ist nicht jedermanns Sache und so findet man den Soul entweder voll cool oder potthässlich. Technisch scheint der Soul auf der Höhe der Zeit, dennoch fehlt eine Start-Stopp-Automatik. Das sollte heutzutage bei vor allem in urbanen und suburbanen Gebieten genutzten Fahrzeugen nicht mehr der Fall sein. (ds)
Technische Daten: Kia Soul 1,6 GDI Edition 7