Vor 100 Jahren ging das Gaswerk in Augsburg/ Göggingen, am Standort der heutigen Hauptverwaltung von erdgas schwaben, in Betrieb. Heute ist erdgas schwaben Deutschlands erster Energieversorger mit vier laufenden Anlagen zur Bio-Erdgas-Produktion und auch in Zukunft setzt der Energiedienstleister auf erneuerbare Energien aus der Region. In den Aufbaujahren nach dem Zweiten Weltkrieg standen bei der Energiepolitik wirtschaftliche Interessen im Vordergrund. Energie sollte vor allem preisgünstig und zuverlässig zur Verfügung stehen. Das deutsche Wirtschaftswunder und der Aufstieg Bayerns vom rohstoffarmen Agrarland zum erfolgreichen, hochtechnisierten Industriestandort begann. Doch bereits in den 1960er Jahren wurde die Kehrseite der Industrialisierung für die Umwelt sichtbar. In den 1980 Jahren erschütterte das sog. Ozonloch die Menschen und führte zu einem Umdenken in Politik und Gesellschaft. Als gesellschaftliche Forderung an die Energieversorgung der Zukunft wurde immer klarer formuliert, dass diese den Umweltschutz berücksichtigen und den Aspekt der Nachhaltigkeit einbeziehen muss. erdgas schwaben stellte sich seiner Verantwortung mit dem ›erdgas schwaben‹-Weg.
Der ›erdgas schwaben‹ Weg
Die ›erdgas schwaben‹ Klimastrategie sieht vor, dass durch Energieeinsparung, Energieeffizienz und die Umstellung auf erneuerbare Energien aus der Region Bayerisch-Schwaben dem Klima- und Umweltschutz Rechnung getragen werden. Ziel ist, auch in Zukunft Industrie und Haushalten eine zuverlässige Energieversorgung zur Verfügung zu stellen sowie nachfolgenden Generationen eine möglichst intakte Umwelt zu übergeben. So fiel 2006 die unternehmerische Grundsatzentscheidung, sich auf dem Geschäftsfeld Bio-Erdgasproduktion zu engagieren. Bio-Erdgas ist in seiner Zusammensetzung identisch mit ›natürlichem‹ Erdgas und kann dieses als Energieträger ersetzen. Mit vier laufenden Produktionsanlagen kann erdgas schwaben als Technologieführer in diesem Bereich bezeichnet werden. Als Mitglied des Umweltpaktes Bayern, des Umweltkompetenzzentrums KUMAS und als Gesellschafter des Energie & Umweltzentrums Allgäu eza! übernimmt erdgas schwaben Verantwortung in der Region, zuletzt durch den Beitritt in die Regio Energieagentur Augsburg e. V. Über 20.000 Haushalte können bereits heute mit regenerativer Bio-Energie aus dem Hause erdgas schwaben versorgt werden.
Erdgas als Energiespeicher
Ein wichtiger Baustein für das Energiekonzept der Zukunft wird die Lösung des Problems der Speicherung von Ökostrom sein. Um die schwankende Netzeinspeisungen von Wind- und Sonnenenergie ausgleichen zu können und rund um die Uhr eine zuverlässige Stromversorgung sicherzustellen, müssen neue Technologien entwickelt und eingesetzt werden. Ein vielversprechendes Projekt lautet ›Power to Gas‹ (deutsch: Strom zu Erdgas). Die Stuttgarter Firma SolarFuel Technology GmbH errichtete die weltweit erste Demonstrationsanlage und wurde dafür mit dem Preis der deutschen Gaswirtschaft für Innovation und Klimaschutz 2010 ausgezeichnet. erdgas schwaben plant aktuell den Bau einer solchen Anlage in Bayerisch-Schwaben. Die Lage neben dem Produktionsstandort für Bio-Erdgas in Graben bei Augsburg ist optimal. Das benötigte CO2 für die Umwandlung des Bio-Stroms in Erdgas wird direkt auf dem Nachbargrundstück geliefert. Mit dem durch ›Power- to Gas‹ erzeugten, klimaneutralen grünen Erdgas eröffnet sich ein großes Spektrum für die Energieversorgung der Zukunft. Gespeichert im bereits vorhandenen deutschen Erdgasnetz mit mehr als 245.000 Kilometern Leitung und jederzeit wieder in Strom umwandelbar, kann das gewonnene Bio-Erdgas den Grundbedarf garantieren und damit erneuerbaren Energien im großen Maßstab zum Durchbruch verhelfen.