Unternehmer privat

Unternehmer privat: Chef im Urlaub - ein anderer Mensch?

Unternehmer privat: Chef im Urlaub - ein anderer Mensch? Foto: Panoramahotel Oberjoch
In der Freizeit ändern sich Wünsche und Verhaltensweisen aller. Das gilt auch für Firmeninhaber und Führungskräfte, die verreisen. Die Redaktion von "Urlaub für Unternehmer" hat die wichtigsten Kriterien zusammengestellt, wie man einem Chef an seinen arbeitsfreien Tagen Freude macht.

von Ulrich Pfaffenberger

Flexibilität

Urlaube von Unternehmern sind häufig nicht langfristig planbar. Im Zweifelsfall geht das Geschäft vor. Umso wichtiger ist es, dass dann eine Unterkunft verfügbar ist, wenn sich doch kurzfristig die Gelegenheit für ein paar freie Tage ergibt. Deshalb sollten entsprechenden Anfragen, zum Beispiel für einen Aufenthalt von Donnerstag bis Dienstag, keine künstlichen Hürden entgegenstehen wie „Unser Anreisetag ist aber Samstag…“ Erholungssuchende mit Niveau wissen in solchen Momenten Flexibilität zu schätzen und sind dann auch bereit, das Niveau der Gastgeber zu honorieren. Auch schätzen sie es, wenn das Ziel ihrer kurzfristigen Träume keine allzu lange Anreise erfordert. Schließlich ist die freie Zeit zu kostbar, um sie auf der Autobahn zu verbringen. (Ausnahmen mit PS im Blut bestätigen die Regel, sind aber nicht minder froh, wenn die Fahrzeit der Entspannung dient und nicht dem Stau.) Die Flexibilität sollte sich übrigens auch nach der Ankunft fortsetzen. Zum Beispiel beim Wunsch nach einem zweiten Ohrensessel in der Junior-Suite…

Persönlichkeit 

Wer selbst mit Kopf und Namen für das Handeln und den Erfolg seines Unternehmens einsteht, freut sich auf ein Gegenüber auf Augenhöhe als Gastgeber. Familiengeführte Häuser oder Hotels, die erkennen lassen, dass dem Gast dort Menschen und nicht Funktionen gegenüber treten, befinden sich also klar im Vorteil. Nicht selten erwächst aus der ersten Begegnung, die über Floskeln und routinierte Gesten hinausgeht, eine langfristig Partnerschaft, sprich: ein Stammgast.

Individualismus

Unternehmer, die auf Reisen gehen, geben sich gern individualistisch. Das hat ein bisschen damit zu tun, dass sie es gewohnt sind, anderen die Marschrichtung vorzugeben. Warum sollten sie sich also dann im Urlaub vorschreiben lassen, was wann zu tun ist? Andererseits sollte man den Individualismus nicht mit „Einzelgängertum“ verwechseln. Diese Reisenden sind durchaus gruppen- und gemeinschaftstauglich; für viele von ihnen liegt sogar ein gewisser Reiz darin, sich in der freien Zeit auch die Freiheit zu nehmen, mit Menschen zusammenzukommen, mit denen sie im Alltag nicht auf einer Ebene sind. Da entdeckt so mancher Maschinenbauer seine Liebe zur Kräuterwanderung, findet sich manches Operngänger-Paar in Jeans und Lederjacke zur Fackelwanderung ein oder lüpft der eine oder andere nüchterne Zahlenfuchs zu später Stunde in geselliger Runde an der Hausbar noch den einen oder anderen Berggeist.

Sport und Natur

Ob am Meer oder in den Bergen, ob im Herbst oder im Frühjahr – urlaubende Unternehmer sind keine Stubenhocker. Schließlich sind sie oft genug gefangen im „Drinnen“ und im „Stillhalten“. Gastgeber, die etwas übrig haben für die Lust ihrer Gäste am „Draußensein“ und „Bewegen“, sind also klar im Vorteil.

Stilbewusstsein

Menschen, deren eigenes Domizil von Innenarchitekten oder stil- und modebewussten Ehepartnerinnen gestaltet wurde, achten auch in der Ferienunterkunft auf stimmiges Ambiente. Ein Hotel mit besonderer Note oder ein exquisit ausgestattetes Chalet gilt ihnen als Voraussetzung für einen Aufenthalt auf gehobenem Niveau. Da achtet man schon mal drauf, wer die Armaturen im Bad gefertigt hat oder aus welcher Manufaktur die Weingläser im Restaurant stammen.

Luxus

Ja, wenn er sich verantworten lässt und fern von Verschwendung und Amoralität ist. Man möchte ja im Freundeskreis offen davon erzählen können und nicht als Großwildjäger mit Löwentrophäe am öffentlichen Pranger landen. Der größte Luxus jedoch ist etwas, was nicht auf der Speisekarte und im Prospekt steht: Ruhe. Im Sinne von: Freiheit von Stress, Lärm und anderen Belastungen. Nicht wenige zum Beispiel nutzen die vermeintlich tollen Tage im Fasching oder Karneval, um sich dorthin zurückzuziehen, wo’s nicht aus dem Lautsprecher rummst, ohne gleich ein mönchisches Schweigegelübde abzulegen. Daher auch nicht zu verwechseln mit „Stille“. Ansonsten siehe „Stilbewusstsein“.

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