10. B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN ROUND TABLE

ROUND TABLE: Erst Mehrwert macht Logistik "spitze"

10. B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN ROUND TABLE. Foto: Bernd Jaufmann
Mit Video: Beim 10. ROUND TABLE von B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN zeigt eine vielfach verkannte Branche, dass sie gelernt hat, über den Tellerrand hinaus zu denken und zu handeln. Als Motor einer immer weiter beschleunigenden Wirtschaft arbeitet sie zwar oft im Hintergrund, nimmt aber längst eine strategische Rolle ein. Gerade in einem Wirtschaftsraum wie Bayerisch-Schwaben und dem Allgäu.

von Ulrich Pfaffenberger

Daß ich erkenne, was die Welt im Innersten zusammenhält.“ Danach hat der Literat Goethe einst seinen Doktor Faustus suchen lassen. Der witterte als Lösung magische Kräfte – und scheiterte letztlich in Nicht-Erkenntnis. Nun will es das Round-Table-Gespräch, das traditionell jede WISSEN-Ausgabe von B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN begleitet, nicht mit einem deutschen Dichterfürsten aufnehmen. Gleichwohl stellt sich bei einem Thema wie der „Logistik“ recht schnell die Frage: Was hält eigentlich unsere Wirtschaft zusammen und am Leben?

Es ist, darin waren sich trotz unterschiedlichster Branchenherkunft alle Teilnehmer am langen Tisch im Wagner-Interior-Showroom im Herzen von Augsburg schnell einig, die Beweglichkeit von Menschen, Daten und Produkten im Kreislauf von Wertschöpfung und Warenwirtschaft, die hier wirkt. Keiner kommt mehr ohne den anderen aus, die Vernetzung reicht bis in die kleinste Manufaktur oder Verkaufsstelle, Störungen oder Stillstände schaden nicht mehr allein Einzelnen, sondern vielen. Ohne Logistik keine Wirtschaft, so die Essenz des gedankenreichen Nachmittags – ohne dass die darüber hinausreichenden Bedürfnisse der Gesellschaft erst zur Sprache gekommen wären.

Wobei genau in dieser Gesellschaft, ebenso wie in nennenswerten Teilen der Wirtschaft, das Image und die Bedeutung der Logistik noch nicht in ausreichendem Maße bekannt sind, wie Ingrid Eibner anmerkte. „Große Teile der Dienstleistungen erfolgen hinter den Kulissen“, sagte die Geschäftsführerin des Logistik-Clusters Schwaben (LCS), in dem Branchenexperten und Kunden aus ganz Bayerisch-Schwaben ihre Interessen, ihre Erfahrungen und ihr Anwendungswissen bündeln. „Die Logistik benötigt noch umfassende Aufklärungsarbeit, über die Einsatzfelder und den Wert ihrer Tätigkeiten und Leistungsfähigkeit.“ Beispiele dafür gebe es zur Genüge.

Mittelständler in Bewegung

Da wäre zum Beispiel der Betrieb von Peter Eursch, die Spielbank in Garmisch-Partenkirchen. Nicht nur, dass ausreichend Jetons in der Kasse und Karten am Spieltisch sein müssen, damit es kein unerwartetes „Rien ne vas plus“ gibt. Der Direktor der traditionsreichen Einrichtung muss sich auch um den sicheren An- und Abtransport von Geld kümmern und übers Jahr 120.000 Fahrzeugbewegungen in der hauseigenen Tiefgarage managen. „Bei uns sind nicht nur die Kugeln im Roulettekessel in steter Bewegung, auch der Direktor und sein Team haben tagaus, tagein mit logistischen Aufgaben zu tun“, merkt er an. Besonders anspruchsvoll wird es, wenn zu Showzwecken einmal ein Spieltisch auf Reisen geht. Solch sensible Teile verlangen nach 1a-Beförderungsleistung. An diesem Punkt rückt dann zum ersten Mal ein Faktor in den Fokus, der die ganze Gesprächsrunde dominieren sollte: „Logistik ist nicht gleich Logistik“, sagte Eursch. „Hier zählt nicht nur der Preis, sondern auch die Qualität. Die honorieren wir selbstverständlich mit einer Prämie.“

Eine Denkweise, der auch Candy Pomp anhängt. Beim Veranstalter BMW Driving Experience trägt sie die Verantwortung dafür, dass wo immer begeisterte Automobilisten irgendwo auf dem Globus auf einer exklusiven Tour mit edlen Limousinen ihren Fahrspaß haben, das Programm reibungslos über die Bühne geht und ausreichend Equipment vorhanden ist. „Logistik ist für uns ein Teil des Prozesses zur Kundenzufriedenheit“, stellte sie fest. „Wenn in Sölden eine Lawine die Straße dicht macht, dann brauchen wir einen guten Partner, um für unsere Teilnehmer das Problem zu lösen.“ Ganz zu schweigen davon, dass zwei- bis dreimal im Jahr ein Trainingsfahrzeug die Nordschleife nicht heil übersteht und dann schnell und zuverlässig Ersatz bereitstehen muss. Was einen „guten“ Partner auszeichnet? „Da braucht es Mut und Pioniergeist“, brachte es Pomp auf den Punkt. „Da sind Unternehmer gefragt, die sich in die erste Reihe bringen wollen.“

›› das vollständige Interview lesen Sie in unserem Digitalmagazin

Video "Video zum Round Table: Erst Mehrwert macht Logistik "spitze""

Bereits zum 10. mal lud B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN zum Round Table.

Diesmal zeigt eine vielfach verkannte Branche, dass sie gelernt hat, über den Tellerrand hinaus zu denken und zu handeln.

›› Den Bericht zum Round Table lesen Sie hier

Die Teilnehmer

• Gisela Blaas, COM.SENSE/GVZ
• Gianluca Crestani, Andreas Schmid Logistik AG
• Christoph Domberger, Domberger Reisen
Ingrid Eibner, Logistik-Cluster Schwaben
• Peter Eursch, Bayerische Spielbank Garmisch-Partenkirchen
• Martin Greif, Walter Greif GmbH und Co. KG
Ulrich Pfaffenberger, B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
• Candy Pomp, BMW Group
Andres Santiago, vmm wirtschaftsverlag gmbh & co. kg
Ralf Schmidtmann, Güterverkehrszentrum (GVZ) Region Augsburg
Rebecca Weingarten, B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
• Bernd Wiedmann, Topstar GmbH

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