Geschäftsführer GS Wohnbau

„Wer zahlt für die Entschärfung der Fliegerbombe, Christoph König?“

Christoph König, Geschäftsführer GS Wohnbau. Foto: GS Wohnbau
Der Fund einer Fliegerbombe hat eine Augsburger Baustelle kurz vor Weihnachten über Nacht bundesweit bekannt gemacht. Wir haben mit Christoph König, Geschäftsführer von GS Wohnbau, darüber gesprochen, wie sich dies auf das Bau-Projekt ausgewirkt hat.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Herr König, was genau soll auf dem Grundstück, auf dem die Fliegerbombe gefunden wurde, entstehen?

Christoph König: Es handelt sich um 24 Wohnungen sowie vier Gewerbe-Einheiten. Die Wohnungen sind zwischen 50 Quadratmeter und 133 Quadratmeter groß. Sie werden komplett verkauft. Aber unter den Käufern sind auch einige Kapitalanleger, die sicher auch Wohnungen vermieten werden. Weil es sich um Neubau handelt und aufgrund ihrer zentralen Lage werden die Wohnungen eher im mittleren und gehobenen Segment liegen. Fertiggestellt werden soll das Projekt im Sommer 2018.

Welche Details können Sie uns zu den Gewerbe-Einheiten verraten?

Aktuell sind vier Gewerbeeinheiten eingeplant. Diese können aber auch beliebig zusammengelegt werden. Derzeit belaufen sich die Größen auf rund 64, 78, 93 und 65 Quadratmeter. Nachdem der Wunsch der Stadt nach Gewerbe-Einheiten erst neu aufgetaucht ist, gibt es noch keine Anfragen von Unternehmen.

Das Bau-Projekt erregte bundesweit Aufmerksamkeit, als kurz vor Weihnachten vergangenen Jahres auf dem Gelände eine Fliegerbombe gefunden wurde. Was ist Ihnen damals durch den Kopf gegangen, als Sie von dem Fund erfahren haben?

Nichts besonders Schlimmes, da ich von einer kleinen Bombe ausgegangen bin, die ohne große Probleme entsorgt werden kann. Ich bin direkt auf die Baustelle gefahren aber dort übernahm sofort das Kampfmittel-Räumkommando beziehungsweise die Polizei die gesamte Abwicklung. Als Unternehmer hat man da keine großen Handlungs-Spielräume mehr.

Die Fliegerbombe wurde auch auf der Augsburger Frühjahrsausstellung gezeigt. Foto: Zeilnhofer / B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN

Wie hat sich der Fund auf den Bau ausgewirkt?

Nachdem der Bombenfund im Winter war, hat er die Abwicklung der Baustelle nicht verzögert.

Durch den Fund und die damit verbundene Evakuierung sind Kosten entstanden. Wer übernimmt diese?

Nach meinem Kenntnisstand übernimmt der Freistaat Bayern die gesamte Entschärfung und den Abtransport der Bombe. Die Stadt zahlt ebenfalls einen Großteil. Aber auch wir als Grundstücks-Eigentümer haben mit der Stadt eine Kosten-Beteiligung vereinbart.

Was passiert jetzt mit der Bombe?

Meines Wissens nach soll sie bei der Berufsfeuerwehr Augsburg ausgestellt werden.

Allgemein gesprochen: Welche Herausforderungen bestehen durch archäologische Funde und Altlasten auf Grundstücken für Bauunternehmer?

Das Schwierige ist, dass sich Bombenfunde vorher natürlich sehr schwer abschätzen lassen. Dies gilt zumindest für Grundstücke im Stadtbereich.

Bei archäologischen Funden ist dies etwas einfacher, da die betreffenden stadtarchäologischen Stellen im Vorfeld meistens schon relativ gut angeben können, ob Funde zu erwarten sind oder nicht. Die Umwälzung der Kosten für die Bergung und Sicherung solcher archäologischen Funde sind ja vor einigen Jahren vom Freistaat auf den Grundstücks-Eigentümer übertragen worden und verteuern beziehungsweise verzögern natürlich die eine oder andere Bau-Maßnahme zum Teil massiv.

Gibt es hier Verbesserungs-Vorschläge, die Bau-Unternehmer entlasten würden?

Da es sich um ein allgemeines Kulturgut handelt, wäre es meines Erachtens gerechter, die Kosten auf die Allgemeinheit umzulegen. Dies gilt vor allem, da die Grundstücks-Eigentümer die Funde weder behalten noch ausstellen dürfen.

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