Eigner Fertigbau

Interview: "Höher, schneller, größer – und besser"

Otto Christ, Geschäftsführer Eigner Fertigbau. Bilder: Eigner Fertigbau / Moto-rama
Reinhold Waltert, Geschäftsführer Eigner Fertigbau. Bilder: Eigner Fertigbau / Moto-rama
Hier entsteht das neue Riga-Küchencenter in Augsburg. Bilder: Eigner Fertigbau / Moto-rama
Referenzobjekt: Die neue Firmenzentrale von Koffer-Kopf wurde schlüsselfertig übergeben. Bilder: Eigner Fertigbau / Moto-rama
Referenzobjekt: Das Gebäude der KWB Deutschland – Kraft und Wärme aus Biomasse GmbH . Bilder: Eigner Fertigbau / Moto-rama
Im firmeneigenen Betonfertigteilwerk in Genderkingen werden Fertigteile produziert. Foto: Eigner
Worauf es beim Gewerbebau heute ankommt, welche Rolle dabei die Digitalisierung spielt und woher ihre „Liebe zum Beton“ kommt, erläutern Otto Christ und Reinhold Walter, Geschäftsführer der Firma Eigner Fertigbau, im Interview.

Ihr Unternehmen existiert seit über 40 Jahren. Was hat sich in dieser Zeit am meisten am Bau verändert?

Otto Christ: Höher, größer und vor allem schneller. Dieser Entwicklung kann sich auch die Baubranche nicht entziehen. Die Bauzeiten – vor allem im Gewerbebau – haben sich in den letzten Jahren nochmals drastisch reduziert. Um trotzdem hochwertige und mängelfreie Gebäude zu errichten, können die zeitlichen Einsparungen nur durch eine präzise Vorplanung und einen hohen Vorfertigungsgrad erreicht werden. 

Wie kann die Eigner Fertigbau hier punkten?

Christ: Mit einem schlagkräftigen Planungsbüro und der eigenen Produktion von Betonfertigteilen ist eine industrielle und witterungsunabhängige Herstellung der Bauteile möglich. Durch die Verwendung von großflächigen stationären Stahlschalungen erreichen wir ein Höchstmaß von Passgenauigkeit und Qualität. Gerade beim Faktor Zeit in Verbindung mit Qualität hat das Bauen mit Betonfertigteilen große Vorteile gegenüber den konventionellen Bauweisen. 

Und was hat sich in den letzten Jahren nicht ­verändert?

Christ: Gleichgeblieben ist eigentlich nur noch die Farbe von Beton, Ziegel, Stahl und Holz. Doch auch diese Grundbaustoffe wurden in ihrer Zusammensetzung weiterentwickelt um den heutigen Anforderungen und Standards zu entsprechen. 

Was ist Ihr persönliches Vorzeige-Objekt?

Christ: Nachdem sich alle unserer schlüsselfertigen Objekte sehen lassen können, fällt die Auswahl schwer. Aber wenn ich mich Spontan für eines entscheiden muss, würde ich die neue Firmenzentrale von „Koffer - Kopf“ in Derching wählen. Das Gebäude ist ein sehr gutes Beispiel für funktionalen und modernen Gewerbebau. Durch den Kontrast zwischen Lagerbereich, Büro und Outlet-Shop kann der Betrachter die Nutzungsbereiche klar erkennen. Wir haben das ursprüngliche Gebäudekonzept auf einen seitlichen Ladehof umgestellt. Durch die neue Platzierung konnten wir einen viel übersichlicheren Logisitkbereich schaffen Durch die bessere Ausnutzung des Grundstücks entstand auch ein großzügiger Vorplatz, der jetzt richtig Platz für Kunden- und Mitarbeiterparkplätze bietet, aber auch den Lieferverkehr nicht einschränkt. Durch das Einbringen unseres langjähriges Know-Hows gelang es uns wieder das Projekt zum größtmöglichen Nutzen unseres Kunden umzusetzen. 

Welches Projekt war die bisher größte Herausforderung?

Reinhold Walter: Das war ein mehrgeschossiges Fertigungsgebäude für eine neue Abfüllanlage bei der Firma Henkel-Schwarzkopf in Wassertrüdigen. Bauen im Bestand ist immer eine Herausforderung. Doch das Fundieren der Fertigteilkonstruktion mittels Bohrpfählen zwischen zwei bestehenden Gebäuden unter Berücksichtigung der Erdkabel für die Hauptstromversorgung, von zwei Bahntrassen für die Produktauslieferung, Hauptabwasser- und Regenwasserkanäle sowie eines Versorgungstunnels brachte uns schon an den Rand der Verzweiflung. Doch auch dieses Projekt haben wir erfolgreich gemeistert und zu großer Zufriedenheit des Kunden abgeschlossen. 

Auf welcher Ihrer Baustellen sind Sie derzeit besonders gerne unterwegs?

Walter: Derzeit entsteht das neue Riga-Küchencenter in Augsburg. Die Umsetzung eines einzigartigen Shop-Konzeptes durch die Familie Riegel in einem repräsentativen Gebäude direkt an der Hauptverkehrsstraße in Lechhausen ist natürlich für uns ein tolles Referenzobjekt. Und dann noch eine sehr gute Zusammenarbeit mit der Bauherrschaft und ein reibungsloser Bauablauf macht diese Baustelle zu meinem persönlichen Favoriten. 

Was unterscheidet in Ihren Augen ein mittelständisch geprägtes Bauunternehmen von einem Konzern?

Christ: Den größten Vorteil eines Mittelständlers sehe ich in der Nähe zu seinen Kunden. Wir als Geschäftsführer sind in das tägliche Geschäft voll eingebunden und über die Abläufe auf den Baustellen bestens informiert. Jeder Bauherr hat einen direkten Ansprechpartner, der sich um seine Wünsche und Belange kümmert. Und sollte sein Projektleiter einmal nicht erreichbar sein, stehen immer noch wir als Chefs zur Verfügung. Dies gilt natürlich gerade dann, wenn wichtige Entscheidungen getroffen oder Unstimmigkeiten geklärt werden müssen. Hier haben die Konzerne gerne mal Zuständigkeitsprobleme. 

Worauf kommt es bei einem Gewerbebau an?

Christ: Termintreue und Einhaltung des Budgets sind die beiden wichtigsten Punkte. Die restlichen Dinge wie gute Beratung, hohe Qualität, professionelle Umsetzung, große Flexibilität und engagiertes Fachpersonal sind bei uns selbstverständlich. Beim Autokauf erwartet man ja auch, dass das Auto verkehrssicher fährt. Langsam setzt sich doch wieder ein Qualitätsbewusst sein bei unseren Bauherren durch. Vor einigen Jahren konnten die Gebäude nicht billig genug sein, aber viele haben die Zeichen der Zeit erkannt. Nachhaltigkeit und flexible Nutzung stehen heute wieder hoch im Kurs. 

Für welchen Baustoff können Sie sich besonders begeistern?

Walter: Unsere Liebe gilt natürlich dem Beton. Nicht nur weil wir in auch selber verarbeiten, sondern schon wegen seiner Vielseitigkeit. Ob filigrane Arbeitsplatten für die Küche oder massive Brückenträger, ob repräsentative Fassaden oder nur Fundamente. Bei richtigem Einsatz und entsprechender Mischung gibt es fast keinen Bereich in dem dieser Baustoff nicht eingesetzt werden kann. 

Welche Rolle spielt die Digitalisierung in Ihrer Branche?

Christ: In der Branche ist das Building Information Modeling (BIM) zurzeit in aller Munde. Das Ziel ist ein virtuelles 3D-Model des Gebäudes zu erstellen um beim Anklicken eines Bauteils sofort alle notwendigen Informationen über Hersteller, Typenbezeichnungen, bauaufsichtliche Zulassungen und entsprechende Detailpläne zu erhalten. Auch wenn der Weg bis dahin noch steinig ist, der Anfang ist gemacht und glaubt man den Experten wird das bis in nicht allzu ferner Zukunft der Standard sein. 

Und wie beeinflusst die digitale Welt Ihr Unternehmen?

Christ: Auch wir haben bereits damit begonnen alle Daten projektbezogen, dauerhaft und unveränderlich in einem zertifizierten Dokumentenmanagement digital abzuspeichern. Durch unsere neue IT-Infrastruktur können unsere Mitarbeiter jederzeit auf diese Daten auch aus dem Homeoffice oder dem Laptop zugreifen. Natürlich spielt da die Frage nach der Datensicherheit eine entscheidende Rolle, die bei unseren IT-Leuten höchste Priorität hat. Unser Ziel ist es, auf einem eigenen Server unseren Bauherren ihre Bau-relevanten Daten während der gesamten Lebensdauer des Gebäudes zur Verfügung zu stellen. 

Berührt Sie der Fachkräftemangel oder die Zurückhaltung bei den Azubis

Christ: Natürlich, die ganze deutsche Wirtschaft leidet unter Fachkräftemangel und nichtbesetzten Ausbildungsplätzen. Und gegenüber attraktiven Arbeitsbedingungen in der Industrie, hat es die Baubranche doppelt schwer. Wir dürfen nicht überlegen wie wir uns gegenseitig die Mitarbeiter abwerben können. Momentan haben wir einfach mehr Arbeit und zu wenig qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung. Nach dem demografischen Wandel ist auch keine Änderung in Sicht, damit wir aus eigener Kraft das Problem lösen können. Wir sollten daher konstruktiv diskutieren unter welchen Voraussetzungen wir Facharbeiter oder Ausbildungswillige zuziehen lassen; eine Art Greencard fürs Handwerk wäre doch ein Anfang. 

Welchen guten Rat haben Sie für gewerbliche Bauherrn?

Walter: Wir erleben leider viel zu oft, dass bei geplanten Bauvorhaben auf Grund zu knapper Budgets sich der Bauherr für eine „Leichtbauweise“ mit minimaler Ausstattung entscheidet. Folgen daraus sind nach kurzer Zeit schon wieder Kosten für Reparaturen und höhere Unterhaltskosten. Wir empfehlen daher sich für eine solide Baukonstruktion und technisch moderne Ausstattung zu entscheiden. Die im ersten Moment höheren Investitionskosten haben sich im Laufe einer Gebäudelebenddauer von weit über 50 Jahre schnell amortisiert.

Fertiggedacht ...

Bauprojekte ließen sich schneller verwirklichen, wenn …

... durch wesentlich weniger baugesetzliche Auflagen die Genehmigungsbehörden entlastet würden und somit die Zeit für Baugenehmigungen drastisch reduziert werden könnte. (Otto Christ)

„Schlüsselfertig“ heißt bei Eigner Fertigbau …

... ein „Rundum-sorglos-Paket“. Je mehr Gewerke bei uns als Spezialist gebündelt sind, desto entspannter läuft es in der Regel für den Bauherrn ab. (Reinhold Walter)

Wir garantieren „Hohe Qualität am Bau“, das heißt für unsere Kunden ...

... hohe Werthaltigkeit der Immobilie, wenig Stress während der Bauphase und eine hohe Zufriedenheit. (Otto Christ:)

Im Wettstreit zwischen Wasserwaage und Tablet auf der Baustelle gewinnt …

... keiner. Es ist ein klassisches Unentschieden. Auch wenn es für das Tablet schon eine Wasserwaagen-App gibt, ist es zur Montage von tonnenschweren Betonfertigteilen nicht zu gebrauchen. Im Gegenzug werden heutzutage die Pläne nicht mehr mit Bleistift und Lineal auf Papier gezeichnet, sondern stehen digital in kürzester Zeit für alle Beteiligten auf ihren Tablets zur Verfügung. Sie bleiben auch in Zukunft ein unzertrennliches Paar. (Reinhold Walter)

Nachhaltiges Bauen verdient seinen Namen, wenn …

... nach über 40 Jahre Eigner Fertigbau unsere ersten Hallen von damals noch heute ihren Anforderungen entsprechen, bei entsprechender Pflege so gut wie neuwertig aussehen und eine hohe Werthaltigkeit besitzen. Die Anzahl an Stammkunden und Kunden, die auf Empfehlung kommen, unterstreichen die Nachhaltigkeit von Eigner Gebäuden. (Otto Christ)

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