Trotz starker Konjunktur

Bau-Branche fordert wichtige Impulse von der Politik

Die Bau-Branche boomt. Doch was sind die Themen, die das Wirtschaftsleben in Bayerisch-Schwaben rund um diesen Trend bewegt? Mehr darüber verrät ein Blick auf die Messen und Veranstaltungen in der Region.

An diesem Wochenende, dem 4. und 5. März 2017, finden bereits zum 18. Mal die Allgäuer Altbautage statt. Rund 10.000 Besucher erwarten die circa 70 Aussteller in der Hochschule Kempten. Veranstaltet wird das jährliche Event vom Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza!).

Investitionen in die eigene Immobilie steigen

„Die Zinsen sind immer noch sehr niedrig und die Förderprogramme äußerst attraktiv – viele Hausbesitzer wollen daher in die eigene Immobilie investieren“, stellt eza!-Geschäftsführer Martin Sambale fest. Vor allem das Interesse an der energetischen Sanierung ist groß. Denn auf diese Weise können Hausbesitzer nicht nur einen Beitrag zum Thema Klimaschutz leisten. Sie steigern gleichzeitig den Wert der Immobilie. So sind es nicht nur Bau-Unternehmer, die von dem Boom in der Branche profitieren, sondern vor allem auch viele Handwerks-Betriebe.

Die extrem gute Auftragslage birgt auch Risiken

Die starke Konjunktur hat jedoch auch Schattenseiten. So setzt sie insbesondere kleinere Betriebe unter enormen Druck. Doch auch immer strengere bürokratische Hürden und explodierende Baukosten stellen die Branche vor Herausforderungen. Sie waren auch Thema des erst kürzlich stattgefundenen Mauerwerkstags 2017 in Memmingen. Die Veranstaltung wird jährlich von den Ziegelwerken Klosterbeuren und Bellenberg sowie der Vertriebsorganisation Südwest Ziegel organisiert. Sie zählt mit über 300 Teilnehmern zu den bedeutendsten Fortbildungs-Veranstaltungen des Bauwesens in Süddeutschland.

Wichtige politische Weichenstellungen erwartet

Doch von Seiten der Politik wünscht man sich mehr Unterstützung. „Wenn die Politik die Rahmenbedingungen nicht ändert, dann werden wir die gesetzten Ziele meilenweit verfehlen. Wenn die Wohneigentums-Quote bis zum Jahr 2020 auf 50 Prozent angehoben werden soll, dann braucht es neue Anreize für junge Familien und Haushalte mit mittleren und unteren Einkommen. Die Förderprogramme müssen deutlich ausgeweitet werden“, mahnte Thomas Thater, Geschäftsführer Ziegelwerk Klosterbeuren, „die aktuell gute Auftragslage in der Bauwirtschaft darf nicht dazu führen, dass die Hausaufgaben nicht mehr gemacht werden.“

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