Christoph von Külmer

Warum Unternehmen LinkedIn und Xing unbedingt nutzen sollten – und wie es richtig geht

Social Media-Experte Christoph von Külmer. Bild: Sportbrain
In meinem Berufsalltag sind Business-Netzwerke wie Xing und LinkedIn meine bevorzugten Apps. Anstatt Koch-Videos oder Hockey-Clips, wie sie mir auf Facebook gerne begegnen, finde ich hier all meine beruflichen Kontakte, interessante Informationen mit Mehrwert für meine Arbeit und Diskussionen zu Themen, die meinen Fachbereich betreffen. Was mich immer wieder überrascht ist aber, dass gerade diese Business-Netzwerke von Unternehmen weniger genutzt werden als Facebook und Co.

LinkedIn und Xing – oft links liegen gelassen

Während immer mehr Unternehmen die Relevanz von Facebook, YouTube und Instagram entdecken und Social Media in ihren strategischen Marketing-Mix integrieren, werden gerade Business-Netzwerke oft noch immer vernachlässigt.

Zwar haben viele Unternehmen ein Profil auf LinkedIn oder Xing, die Netzwerke dienen aber häufig eher als Adressbücher oder Vertriebskanäle für die Kaltakquise. Wenn überhaupt, wird ab und zu ein Link oder die neueste Praktikums-Ausschreibung geteilt. Ein professionelles Konzept, wie es bei Unternehmens-Auftritten auf Facebook fast schon zum Standard gehört, fehlt meist. Warum sollte man auch in so langweilige und seriöse Plattformen investieren, wenn woanders doch viel mehr Nutzer aktiv sind?

Großes Potenzial besonders im B2B-Bereich

Meiner Meinung nach werden Business-Netzwerke sträflich vernachlässigt – obwohl sie gerade im B2B-Bereich eigentlich riesiges Potenzial besitzen. Im deutschsprachigen Raum wird Xing von stolzen 12,5 Millionen Menschen genutzt, LinkedIn kommt auf 10 Millionen User – Tendenz steigend. Anders als bei Snapchat oder Instagram, wo von der 13-jährigen Schülerin bis zur Katze jeder unterwegs ist, sind die User von Business-Netzwerken Fachkräfte, Unternehmer, potenzielle Kunden und vielversprechende Nachwuchskräfte.

Die Möglichkeit, dieses Publikum zu erreichen, sollten sich Unternehmen nicht entgehen lassen. Die Business-Netzwerke lassen sich zu Recruiting-Zwecken nutzen, können dem Image-Aufbau dienen und außerdem Leads generieren. Anders gesagt: in der B2B-Kommunikation sind LinkedIn und Xing Pflicht. Wer Social Media Marketing für geschäftliche Zwecke betreiben will, sollte auf die professionelle Nutzung von Karrierenetzwerken auf keinen Fall verzichten.

LinkedIn und Xing gewinnbringend nutzen: Mit diesen 7 Tipps funktioniert’s

Business-Netzwerke bieten viele Chancen – wenn sie professionell und strategisch genutzt werden. Im Folgenden habe ich einige nützliche Tipps zusammengestellt, die Ihnen helfen werden, das Beste aus LinkedIn und Xing herauszuholen.

1. Ziele festlegen

Wie auch für jeden anderen Kanal gilt es bei Business-Netzwerken zunächst, Ziele festzulegen, auf die hingearbeitet wird. Wollen Sie potenzielle neue Mitarbeiter ansprechen, sich selbst als interessanter Arbeitgeber positionieren, Ihr Unternehmen bekannter machen, Leads generieren oder die Kanäle für Content Marketing nutzen? Sie sollten zunächst Ziele definieren, um dann die folgenden Maßnahmen gezielt darauf abzustimmen. 

2. Profil einrichten

Auch in Business-Netzwerken ist Ihr Profil das Aushängeschild Ihres Unternehmens und sollte dementsprechend aussagekräftig und gut gepflegt sein. Dazu gehören vollständige Angaben über Ihr Unternehmen und professionelle Bilder. Zudem sollten Sie Ihre Mitarbeiter bitten, sich mit Ihrem Unternehmen zu vernetzen. Weitere Funktionen, wie die zu Xing gehörende Bewertungsplattform Kununu, können viel dazu beitragen, das Image Ihres Unternehmens zu verbessern und Sie als attraktiven Arbeitgeber darzustellen. Xing und LinkedIn haben auch Suchfelder – hier sollten Sie sich, ähnlich wie bei Google, um gute Auffindbarkeit bemühen.

Besonders wichtig: Vergessen Sie das Impressum nicht! Sowohl LinkedIn als auch Xing bieten keine richtige Impressumsrubrik. Wer die Karrierenetzwerke beruflich nutzt, muss aber unbedingt ein Impressum hinterlegen. Schreiben Sie dieses direkt in Ihr Profil oder verlinken Sie es deutlich sichtbar.

3. Aktiv werden

Das Profil ist eingerichtet – doch was nun? Es gilt jetzt, aktiv zu werden, und zwar regelmäßig. Posten Sie aktuelle News aus Ihrem Unternehmen, teilen Sie interessante Fachbeiträge oder bieten Sie eigene Whitepaper an. Es heißt zwar Business-Netzwerk, doch das bedeutet noch lange nicht, dass Sie nur trockenen Content posten dürfen. Zeigen Sie gerne auch mal Blicke hinter die Kulissen Ihrer Arbeit, um Ihrem Unternehmen ein Gesicht zu geben – bleiben Sie aber trotzdem seriös. Kommentieren Sie auch interessante Beiträge von anderen und werden Sie vor allem in Gruppen aktiv, so können Sie auf Ihr Unternehmen aufmerksam machen.

4. Mehr Reichweite mit Werbung

Um mehr Reichweite zu bekommen, können Sie auf beiden Plattformen kostenpflichtige Werbemöglichkeiten nutzen. Auf Xing lassen sich beispielsweise die Website Ihres Unternehmens, Ihr Unternehmensprofil, Xing-Gruppen oder Stellenanzeigen bewerben. Auch auf LinkedIn lassen sich Werbeanzeigen erstellen oder Inhalte sponsern. Beide Plattformen bieten zudem gute Targeting-Möglichkeiten, somit können Sie Ihre Zielgruppen ohne große Streuverluste erreichen. Die Werbemöglichkeiten sind definitiv eine Überlegung wert!

5. Content Seeding auf Xing und LinkedIn

Die vielen themenspezifischen Gruppen auf LinkedIn und Xing eignen sich ideal, um bereits produzierte Inhalte wie Blogbeiträge oder Fachartikel weiter auszusäen und ein größeres Publikum zu erreichen. Suchen Sie nach Gruppen, die Ihren Fachbereich betreffen und werden Sie Mitglied. In den Diskussionen können Sie Ihr Fachwissen einbringen und auf Ihre Inhalte verweisen. Achten Sie aber unbedingt darauf, keine werblichen Formulierungen zu verwenden – das ist nicht gerne gesehen!

6. Fachkräfte rekrutieren

Employer Branding und Social Media Recruiting sind riesige Themen in Business-Netzwerken. Xing und LinkedIn eignen sich bestens, um potenzielle Arbeitnehmer zu überzeugen und zu gewinnen. Viele User der Plattformen nutzen diese auch gezielt zur Jobsuche. Wenn Sie sich dort also attraktiv und prominent präsentieren, haben Sie gute Chancen, kompetente Nachwuchskräfte für Ihr Unternehmen zu gewinnen. Die schon erwähnten Targeting-Möglichkeiten der Plattformen bieten außerdem die Möglichkeit, zielgruppenspezifische Job-Anzeigen zu schalten.

7. Leads generieren

Ob Profilbesuche, Video-Views oder Interessenten an Ihren Events – beide Netzwerke geben Ihnen wertvolle Auskünfte darüber, wer sich für Ihr Unternehmen interessiert. Analysieren Sie diese Informationen, um herauszufinden, ob Sie die richtige Zielgruppe ansprechen, bieten Sie potenziellen Interessenten Ihren Newsletter an oder versenden Sie Event-Einladungen.

Xing, LinkedIn oder doch lieber beides? Ob Sie nun auf beide Plattformen setzen oder sich auf eine konzentrieren – in jedem Fall sollten Sie als B2B-Unternehmen Wert auf Karriere-Netzwerke legen. Auch wenn alle Welt auf Facebook und Co. ist, haben die seriöseren Kollegen gerade in der B2B-Kommunikation vielleicht sogar größeres Potenzial, das Sie nicht verschenken sollten.

Ihr Christoph von Külmer
SportBrain Entertainment GmbH

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