Franz Obst

Mögen Sie Ihren Job? Dann zeigen Sie es auch!

Bildquelle: Franz Obst
Gerade junge Leute, die kurz vor dem Eintritt in das Berufsleben stehen, überlegen, welchen Beruf sie ergreifen sollen. Angesichts der Fülle von Berufen, die angeboten wird, kann man da schon in tiefgreifende Depressionen verfallen, wenn einem nicht schon von Kindesbeinen an der Weg in den Beruf vorgezeichnet ist.

Man macht sich Gedanken, ob es wohl der richtige Beruf wäre, den man jetzt ergreifen werde, bloß keine Fehlentscheidung treffen, das kostet Zeit, die in unserer Leistungsgesellschaft und bei einem möglichen Bruch im Lebensverlauf erhebliche Schwierigkeiten zu bereiten droht.

Glaubt man zumindest den Altvorderen, die die Vorstandsposten von Großunternehmen besetzen und Anforderungen gerade an Berufseinsteiger stellen, die, wären diese bei deren Berufseinstieg bereits so  hoch angesiedelt gewesen, dazu geführt hätten, dass dieser Personenkreis sich heutzutage auf jedem beliebigen Bahnhofsvorplatz mit einem Hut vor den Füßen wiederfinden würde, um Almosen für die Lebenshaltung zu ergattern.

Lassen Sie sich bitte eines gesagt sein: Das Wichtigste ist, dass Sie einen Beruf ergreifen, der Ihnen Spaß macht. Machen Sie sich bewusst, dass Sie diesen Beruf möglicherweise ein Leben lang, wenn auch mit entsprechenden Veränderungen, ausüben und das Schlimmste, das Sie sich selbst antun können, dasjenige ist, dass Sie jeden Morgen mit einer sauren Miene zur Arbeit gehen.

Frust ist ansteckend

Dieses Bild wurde mir dramatisch vor Augen geführt während des Reha-Aufenthaltes meiner Ehefrau. In meiner nahezu infantilen Einfalt ging ich davon aus, dass eine Rehabilitationsmaßnahme beinhaltet, dass diejenige Person, die rehabilitiert werden soll, einen gewissen Wohlfühlfaktor verspürt.

Gerade das Gegenteil war indes der Fall, weil in der Klinik offensichtlich nur gefrustetes Personal arbeitete. Man fühlte sich geradezu in die Zeit des Grundwehrdienstes zurückversetzt angesichts des Kasernenhoftones, der in der immerhin mit dem Qualitätssiegel eines Magazins ausgezeichneten Rehaklinik von Seiten der Krankenschwestern den Patienten gegenüber gepflegt wird. Auch jede Handreichung war zu viel verlangt und als Patient musste man sich zwangsläufig mehr als unwohl fühlen.

Die dort angestellten Ärzte - zumindest der überwiegende Teil - gehen offenbar eher ihrer ausgeprägten freizeitorientierten Schonhaltung nach, als sich dem Wohl des Patienten zu widmen. Alles in allem ist festzustellen, dass diese Art der Rehabilitation  zumindest mit dem in der Klinik beschäftigten Personal nicht ansatzweise geeignet ist, dem Minimalanspruch auf eine angenehme Atmosphäre zu erfüllen.

Wertschätzung ist der Schlüssel zum Erfolg

Unzweifelhaft gehen die Personen, die dort beschäftigt sind, einer beruflichen Tätigkeit nach, die ihnen keinen Spaß macht. Dem Personal ist es offenbar nicht möglich, ein Stück Lebensqualität aus dem von ihnen ausgeübten Beruf herauszuholen, in dem es wertschätzend miteinander und insbesondere auch mit den Patienten kommuniziert.

Der wesentliche Bestandteil einer zwischenmenschlichen Auseinandersetzung besteht nämlich in der Kommunikation - und zwar einer wertschätzenden. Diese kann den Wohlfühlfaktor für den Patienten so stark anheben, dass dieser die Einrichtung auch tatsächlich rehabilitiert verlassen kann, sei das äußere Erscheinungsbild der Klinik auch noch so bescheiden.

Suchen Sie sich also einen Beruf, der Ihnen Spaß macht und gehen Sie wertschätzend mit Ihrem Gegenüber um, gleich, ob es sich um einen Kunden, Mandanten, Patienten, Kollegen oder Vorgesetzten handelt.

Über den Autor Franz Obst

Vertragen geht über Verklagen – so lautet das Motto von Rechtsanwalt und Mediator Franz Obst. Bekannt aus den RTL-Sendungen „Nachbarschaftsstreit“ und „Mario Barth deckt auf“, ist Franz Obst nicht nur ein erfahrener Streitschlichter und Problemlöser, sondern auch ein äußerst unterhaltsamer Redner. In seinen Vorträgen erklärt der Anwalt auf humorvolle Weise mit vielen amüsanten Beispielen, warum zwischenmenschliche Kommunikation im Berufs- und Privatleben so wichtig ist und vermittelt Strategien, damit es gar nicht erst zu Ärger und Streitigkeiten kommt.

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