Blickpunkt Business-Prozesse

iPad und iPhone im Businesseinsatz

iPad und iPhone im Businesseinsatz

Seit es PCs gibt, existiert der Wunsch, endlich mit diesen Geräten auch mobil zu sein. Schon bald entwickelten sich die ersten "Laptops" sowie vorläufer der heutigen Tablets- allerdings noch schwer, unhandlich und vor allem umständlich. Mit der Entwicklung von iPhone und vor allem iPad hat Apple gezeigt, dass es auch anders geht. Leichte, intelligente Geräte, die mit einem speziellen Betriebssystem mobiles Leben und Arbeiten auf ein neues Niveau heben.

von Jörn Steinhauer, Geschäftsleitung alphasystems GmbH

Neben der Entwicklung der Hardware und der zugehörigen systemischen Unterstützung tragen noch weitere Entwicklungen den Trend zu mobilen Lösungen. Vor allem die Entwicklungen im Internet sind massive Triebfedern für diesen Fortschritt. Cloud-Lösungen, Social Media, schnellere Anbindungen, sinkende Kosten für den Datenverkehr im Mobilfunkbereich sorgen für immer mehr Mobilität der Anwender.

Smarte Webanwendungen reagieren überdies „intelligent“ auf die jeweilige Situation, in der der Nutzer sich gerade befindet, um gezielt Informationen anzubieten, die seine aktuelle Bedürfnislage befriedigen beziehungsweise in der aktuellen Situation von Nutzen sein können. Das „Internet“ ist allgegenwärtig und iPad und iPhone im Businesseinsatz immer sowie überall verfügbar und bietet eine integrierte und vernetzte Sicht auf die Dinge. Cloudservices bietet den permanenten Zugriff auf Daten und synchronisieren diese intelligent auf alle Geräte (siehe z.B. Tools wie Evernote oder Springpad).

Das „Internet“ wird nicht mehr vom PC und Browser aus bedient, sondern ist in das „Leben“ integriert. Aber auch der Generationenwechsel sorgt für die immer raschere Verbreitung mobiler Lösungen. Die sogenannten Digital Natives, die unter 25-Jährigen, leben das Internet. Für sie ist es ein ganz normaler Kommunikationskanal. Mehr als 86% der unter 25-Jährigen nutzen das Internet täglich - und das meist sogar mobil.

In Europa nutzen bereits 60% der User das iPad für berufliche Dinge, 80% für die geschäftliche Kommunikation und 40% bekommen dabei das iPad sogar von ihrem Unternehmen zur Verfügung gestellt. Wenn man diese Zahlen liest und den aktuellen Verkaufserfolg des neuen iPads beobachtet, stellt sich natürlich die Frage, was kann ein iPad besser als ein PC oder ein Notebook ? Auf den ersten Blick muss die Antwort wohl „nichts“ lauten. Denn rein technisch betrachtet sind diese Geräte den hochgezüchteten Computern an sich deutlich unterlegen. Fehlende Tastatur, fehlende Schnittstellen, geringere Prozessorleistung, weniger Speicher usw. sind für viele erst mal das Argument, solche Geräte abzulehnen.

Dagegen sprechen aber die User, die sich wohl bewusst für ein iPad entscheiden. Nach einer Umfrage von Nielsen geben 29% von ihnen sogar an, dass das iPad inzwischen das Notebook oder den Desktop PC als Hauptarbeitsmittel abgelöst hat. Um zu verstehen, warum dies so ist, muss man die Business- Prozesse und die damit verbundene IT betrachten.

Seit rund 35 Jahren spielt IT eine immer bedeutendere Rolle in Unternehmen. Von Umstellungsaufwänden abgesehen, werden Prozesse beschleunigt und vorangebracht und damit Zeit und auch oft Ressourcen gespart. Im Zentrum zahlreicher Prozesse steht nun der Computer, der Mensch hat sich an diesen Umstand mehr oder weniger angepasst und ist nur noch ein „Bedienelement“ für die Maschine.Gleichzeitig pendelt der Anteil der wirklich motivierten Mitarbeiter bei nur 13%. Welche dramatischen Folgen dies für die Produktivität hat, ist jedem Unternehmenslenker klar.

obile Geräte erlauben uns, den Menschen wieder mehr ins Zentrum des Arbeitsalltags zu stellen. Die Arbeitsqualität für Mitarbeiter und der Service für Kunden werden davon erheblich profitieren. Die Integration in Business-Prozesse stellt den Menschen wieder in den Mittelpunkt des Arbeitsprozesses. Gleichzeitig kann die Integrationstiefe und somit auch die Wertschöpfung mit mobilen Geräten deutlich weiter vorangetrieben werden als mit sperrigen, hässlichen und schweren Notebooks. iPads werden „normale“ Computer nicht ablösen, aber sie können sie sinnvoll ergänzen und – richtig eingesetzt – die Qualität der Arbeit drastisch verbessern. Zudem erhöht sich die Motivation der Mitarbeiter. iPad und Co. sind Kultgeräte, die einen hohen „Must-Have- Faktor“ mit sich bringen. Ein Mitarbeiter, der ein solches Gerät vom Unternehmen gestellt bekommt, achtet dies als Wertschätzung und Belohnung und hat neben einem Arbeitsgerät auch „Spiel, Spass und Spannung“.

Damit ist aber auch klar, warum die Tablets so beliebt sind, denn die Antwort liegt nicht in der Technik, sondern in den Menschen und deren Bedürfnis, Arbeitsprozesse einfach und verständlich zu gestalten. Für den Erfolg mobiler Lösungen ist damit die Integration in den Business- Prozess sowie die Motivation der Mitarbeiter entscheidend. Mit durchdachten Konzepten kann man eine hohe Integrationstiefe (Wertschöpfung) in den Unternehmensprozess erreichen.

Damit verbessert sich die Arbeitsqualität, die Zufriedenheit und folglich auch die Motivation der Ressource Mensch. Mobile Anwendungen können fast alle End-to- End-Prozesse bereichern, meint die Unternehmensberatung Forrester, etwa im Personalwesen, im Verkauf oder in der Beschaffung. Auf der Agenda könnten auch Social Networking, Informationsverarbeitung und die Unterstützung von echten mobilen Arbeitern im Aussendienst stehen. Bei Ihren Überlegungen zu einem potentiellen Einsatz mobiler Lösungen müssen Sie aber auf jeden Fall den Coolness-Faktor abziehen.

Für den Hype um iPhone und iPad können Sie sich wenig bis gar nichts kaufen – ausser die Motivation der Mitarbeiter. Bevor Sie Ihre ganze Firma mit mobilen Endgeräten und Apps ausstatten, testen Sie die Lösung in kleinem Maßstab unter realistischen Bedingungen. Pannen, die immer auftreten, können das firmenweite Ausrollen existenziell gefährden. Sobald Sie eine Lösung haben, akzeptieren Sie ein brauchbares Resultat und arbeiten sofort an einer 2.0-Version weiter, denn die Halbwertzeit von Anwendungen sinkt im schnelllebigen Mobile-Business dramatisch. Kommen Sie zu Potte, statt auf den finalen Wurf zu warten, aber verbessern Sie Ihre Entwicklungen kontinuierlich - damit beschleunigen Sie Ihren Erfolg und bieten den Mitarbeitern immer wieder neue und interessante Erweiterungen, die den Spass und die Zufriedenheit mit der Applikation deutlich erhöhen.

Die folgenden Schritte können Ihnen bei der Planung und Realisierung einer mobilen Businesslösung in Ihrem Unternehmen helfen:

  • Wählen Sie vorhandene Apps und Prozesse aus, die „mobilisert“ werden sollen, das ist einfacher, als komplett neue Szenarien zu implementieren.
  • Integrieren Sie Stakeholder & Fokusgruppen in Ihre Planungen und Überlegungen. Diese sind oft näher am Prozess.
  • Wählen Sie relevante Situationen und Prozesse aus dem Gesamtprozess aus, die sich gut für eine mobile Umsetzung eignen.
  • Nach einem erfolgreichen Test in einer Fokusgruppe beginnt die Einführung und Integration im Regelbetrieb.
  • Nach Analyse und Verbesserung sofort wieder die nächste Version planen.
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