Stephan Karrer

Drei Gründe, warum ein Doppelstock der Messestand der Zukunft ist

manroland web systems, Messe: Drupa, 800 qm, davon 144 qm Doppelstock. Bild: deka messebau
manroland web systems, Messe: Drupa, 800 qm, davon 144 qm Doppelstock. Bild: deka messebau
Leitmessen, wie die Bau, Bauma und Medica sind über Jahre ausgebucht, die Wartelisten zur Standanmeldung und -anmietung sind lang und die Chance auf einen Platz sehr gering. Das treibt die Aussteller im wahrsten Sinne des Wortes in die Höhe. Messeprofi Stephan Karrer verrät in seinem Gastbeitrag die Lösung.

Ein eingeschossiger Stand kann bei wachsenden Unternehmen den Besucherandrang oft nicht mehr aufnehmen. Ist doch eines der obersten Ziele bei der Konzeption eines Messestands möglichst viel passenden „Traffic“ zu erzeugen, also Interessenten anzuziehen, um Leads zu generieren.

Berücksichtigen Sie dann noch die Bestandskunden, die der Aussteller eingeladen hat um sie auf der Leitmesse nicht ungefiltert seinem Wettbewerb zu überlassen, haben sie schon zwei Hauptaufgaben für das Messestand-Konzept:

Während der Interessent über das Produkt und das Leistungsspektrum des Unternehmens informiert werden soll und im Gespräch mit ihm herausgefunden werden muss wie eine Zusammenarbeit aussehen kann, wird mit den Bestandskunden häufig ein bevorstehendes oder laufendes Projekt besprochen, oder ganz einfach der persönliche Kontakt bei einer Bewirtung gepflegt. Ein Doppelstock bietet hier nahezu ideale Voraussetzungen:

1. Chance für unterschiedliche Zonen und Atmosphären

Während sich das Erdgeschoss mit seinen Kontaktflächen zu den Gängen und damit zu den Verkehrsströmen anbietet die Passanten neugierig zu machen und um den Aussteller in Szene zu setzen, eignet sich das Obergeschoss mehr zur Vertiefung von Beziehungen.

Schon die Einladung in diesen Bereich beinhaltet das Signal einer sehr persönlichen Beziehung, Zugehörigkeit oder Wertigkeit. Das verändert beim Besucher die Einstellung und die Erwartung auf das was da kommt.

2. Ungestört und abgeschirmt vom Messetrubel – Einladung in den „privaten“ Bereich

Im Obergeschoss nimmt man sich Zeit. Hier wird die Kundenbeziehung gepflegt. Dazu bieten sich beispielsweise Lounge-Bereiche an. Auch Bewirtung ist häufig im größeren Stil vorgesehen – auf bequemen Sitzmöbeln, in wohnlicher Atmosphäre. Hier werden Fachgespräche vertieft, oder sensible Inhalte wie Produkt-Innovationen in gut ausgestatteten Besprechungsräumen ausgetauscht.

3. Passantenstrom: im Erdgeschoss kann man aus dem Vollen schöpfen!

Das Erdgeschoss dient wesentlich stärker den Informations-, Verkaufs- und Vertriebsaspekten: Hier kommunizieren Grafiken Kundennutzen, Produktstelen erklären Leistungen und sprechen dabei alle Sinne des Betrachters an. Lauffähige Exponate zeigen Funktionen im Detail und ziehen – allein durch die Bewegung – weitere Besucher an.

Alles dreht sich um Produkt, Marke und die Kontaktaufnahme mit den Besuchern. Mit ihnen in ein Gespräch zu kommen, sie zu binden. Der schnelle Dialog ist gefragt. Deshalb muss das Erdgeschoss eines Messestands Möglichkeiten und Aufhänger für einen Gesprächseinstieg bieten.

Beispiele aus der Praxis
Getemed, Messe: Medica, 76 qm. Ein Doppelstock auf nur 5 x 10 m Grundfläche. Balkon mit 26 qm. Foto: deka messebau gmbh

Die Messestand-Architektur, die Aufteilung in Zonen und deren fachliche und emotionale Gestaltung sowie die Präsentation der Exponate arbeiten darauf hin diese Ziele zu unterstützen.

Der Trend geht bei Doppelstock-Messeständen übrigens in letzter Zeit mehr zur geschlossenen Bauweise. Wir empfehlen jedoch, das jeweilige Vertriebs- und Kommunikations-Ziel im Auge zu behalten und den Raum entsprechend zu planen und auszustatten!

Ihr Stephan Karrer
deka messebau gmbh

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