Blickpunkt Pressearbeit

Das PR-Potential voll ausschöpfen

Ingo Jensen, Geschäftsführer der Jensen media GmbH. Foto: Jensen media GmbH

Viele Unternehmer ärgern sich, wenn die Konkurrenz in den Medien
präsent ist, aber über das eigene Unternehmen dort kaum berichtet wird. „Wer nicht ausreichend berücksichtigt wird, der macht einen Fehler in der Kommunikation“, sagt Ingo Jensen, Geschäftsführer der Jensen media GmbH mit Sitz in Memmingen und anerkannter Spezialist für Mittelstandskommunikation und Fachpressearbeit. Der Crossmedia-Guide hat den Experten befragt.

Was machen die Mittelständler Ihrer Meinung nach falsch in der Kommunikation?

Jensen: Sie nutzen in der Regel noch zu wenig das enorme Potenzial, das ihnen die professionelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bietet. Das ist sehr schade, denn dadurch werden die Unternehmen am Markt nicht so wahrgenommen, wie sie es eigentlich verdient hätten.

Wie geht es denn besser?

Die PR-Arbeit sollte fest im Marketingmix des Unternehmens verankert werden und auch professionell umgesetzt werden. Es geht nicht darum, einfach mal einen Pressetext zu schreiben, der dann vielleicht irgendwo veröffentlicht wird. Auf die inhaltliche Qualität kommt es an! Nur, wenn die Stärken des Unternehmens wie zum Beispiel Technologieführerschaft und Innovationsfreude oder die hohe Kompetenz in der Beratung im Text rüberkommen, bringt die Sache etwas. Es müssen Werte vermittelt werden, und das erreicht man nur durch die Kundennutzen-Argumentation. Die Redakteure der Fachzeitschriften oder auch der überregionalen Medien fordern darüber hinaus natürlich eine absolut hohe journalistische Qualität der Beiträge. An diesen Ansprüchen scheitern viele Unternehmen, wenn sie die PR-Arbeit selbst erledigen und keine Profis engagieren.

Welche Themen eignen sich für die Kommunikation?

Für die Fachpresse sind „Best-Practice“-Beispiele sehr interessant, also Objekt- oder Projektberichte. Hier kann der Unternehmer aufzeigen, wie er mit seinem Know-how einem Kunden bei der Lösung einer Herausforderung geholfen hat. Je namhafter der Kunde oder je kniffliger die Aufgabe, desto interessanter ist die Geschichte. Am Ende ist das dann eine Weiterempfehlung der besonderen Art und damit die beste Vorlage für neue Anfragen und Aufträge. Denn das vermittelt eine hohe Glaubwürdigkeit, nach dem Motto: „Die haben in der Praxis bewiesen, dass sie es können“. Und genau darauf kommt es an. Außergewöhnliche Projekte sind natürlich auch ein tolles Thema für die regionale Wirtschaftspresse wie die Tageszeitung oder auch das Fernsehen. Wichtig ist, dass man die Informationen gut aufbereitet und sie dann den richtigen Kontakten zukommen lässt. Auch die Verteilung der Informa­tion sollte man Profis überlassen.

Holt man als Unternehmer seine Interessenten heutzutage noch über die klassischen Medien ab?

Auch wenn wir mittlerweile in der Facebook- und Twitter-Generation sind: Die Fachmedien sind nach wie vor der wichtigste PR-Kanal, um Interessenten auf sich aufmerksam zu machen. Aber natürlich haben auch diese Medien mittlerweile gut gemachte Online-Plattformen, mit denen man hervorragend interagieren kann. Wer’s absolut top machen will, der kommuniziert auf allen Kanälen. Pressemitteilungen gehören auf die eigene Homepage, in sämtliche Online-PR-Portale und natürlich auch als Link in die eigene Facebook-Seite. Für Firmen- und Produktvideos, aber auch Interviews und Statements eignet sich ein eigener Youtube-Kanal. Die Social-Media-Plattformen kann man ohne Probleme in den eigenen Internetauftritt integrieren, so dass hier eine perfekte Interaktivität gegeben ist. So bindet man nicht nur Kunden, sondern auch Mitarbeiter ans Unternehmen.

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