Kommentar zur Jobchallenge Allgäu

Was kann die digitale Vermarktung des Allgäus schon bringen?

Annabelle Klage ist das neue Gesicht der Fachkräfte-Kampagne der Allgäu GmbH. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
30 Jobs in 180 Tagen: Was nach einer tollen Idee klingt, ruft auch Zweifler auf den Plan. Denn was bekommt die von der Allgäu GmbH diese Woche vorgestellte Jobhopperin wirklich zu sehen? Wie realistisch ist das Bild, das durch sie vermittelt wird? Und vor allem: Wie stärkt diese Idee das Allgäu?

Das Allgäu als florierenden Wirtschaftsstandort zeigen, um die schon heute dringend benötigten Fachkräfte in die Region zu holen: Das ist das Ziel der Allgäu GmbH. Die Mittel, die dafür zur Verfügung stehen, sind begrenzt, die Aufmerksamkeit der Zielgruppe zu erlangen, ist schwer. Gelingen soll es trotzdem, mit einer neuen Idee – der Jobchallenge Allgäu.

Die passende Kandidatin wurde unter rund 100 Bewerbern gefunden. Annabelle Klage heißt die 25-jährige Studentin, die die Jobchallenge Allgäu angenommen hat. Offenherzig, selbstbewusst und neugierig hat sie sich am Montag bei ihrer ersten Station, der Flughafen Feuerwehr des Allgäu Airport, der Öffentlichkeit präsentiert. Ihre Aufgabe wird es sein, jeweils zwei Tage im Unternehmen zu verbringen und ihre Erfahrungen anschließend für die digitalen Kanäle aufzubereiten.

Ist diese im Grundsatz sehr schöne Idee mehr als nur Selbstzweck? Wie differenziert ist das Bild, das die Job-Hopperin von den unterschiedlichen Berufen erhält? Und was wird am Ende von der Jobchallenge Allgäu bleiben? Für Annabelle Klage wird die „Erfahrung ihres Lebens“, wie sie selbst sagte, wahrscheinlich in 30 Jobangeboten enden. Wie aber verändert das Projekt das Allgäu?

Letztendlich spielt es kaum eine Rolle, ob Annabelle Klage im Rahmen ihrer 30 Jobs in jeweils zwei Tagen wirklich jeden Handgriff umsetzen muss, der von einem Mitarbeiter auch im Alltag erwartet werden würde. Denn die Jobchallenge Allgäu ist vor allem eins: ein Abenteuer, das Lust auf mehr machen soll. Die Kampagne ist deutschlandweit einmalig und die Allgäu GmbH nutzt dasselbe Prinzip, das Influencer sich zu eigen machen: Die starke Präsenz einer Person wird über mehrere digitale Kanäle genutzt, um etwas zu vermarkten – in diesem Fall den Wirtschaftsraum Allgäu. Dies ist eine echte Chance, die Branchenvielfalt dieses starken Wirtschaftsstandorts einer neuen, jungen Zielgruppe nahezubringen, weil sie ihre Sprache spricht.

Die Stärke dieser Idee steckt in dem Mut, Neues auszuprobieren. Wie viele junge Fachkräfte der Job-Hopperin ins Allgäu folgen werden, bleibt abzuwarten. In jedem Fall aber zeigt das Allgäu erneut seine Vorreiterrolle, wenn es darauf ankommt, neue, digitale Wege zu beschreiten. Das Image des Allgäus wandelt sich mehr und mehr zu dem Bild eines florierenden Wirtschaftsstandorts, in dem die braunen Kühen auf saftigen Wiesen nur ein Puzzlestück von vielen sind.

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