65 Gäste auf dem Fellhorn

So stärkt die Digitalisierung den Tourismus im Allgäu

Beim 3. Tourismusgipfel auf dem Fellhorn. Foto: Tourismusverband Allgäu/Bayerisch-Schwaben e.V.
Zum inzwischen dritten Mal kamen Touristiker mit Politik, Wirtschaft und externen Experten zum schwäbischen Tourismusgipfel zusammen. Gemeinsam diskutierten die Teilnehmer auf dem Fellhorn über Herausforderungen und Chancen in der touristischen Zukunft.

Zum Auftakt beschrieb Gastgeber Klaus Holetschek, MdL, die Tourismuszahlen der Region mit dem neuen Rekord von fast 20 Millionen Übernachtungen in 2016. Außerdem konnte ein touristischer Gesamtumsatz von über fünf Milliarden Euro erwirtschaftet werden. Gleichzeitig betonte der Vorsitzende des Tourismusverbands die enorme Bedeutung der Tourismus-Förderung sowie politischer und rechtlicher Rahmenbedingungen. Nur so könne diese Spitzenstellung aufrechterhalten und die Wertschöpfung weiter gesteigert werden.

„Der heutige Gast erwartet eine umfassende digitale Begleitung“

Bayerns Wirtschafts- und Tourismusstaatssekretär Franz Josef Pschierer war ebenfalls vor Ort und hielt einen Impulsvortrag. Darin unterstrich er, dass der Freistaat mit der PremiumOffensive Tourismus und „DigitalBonus“ zwei neue Programme aufgelegt habe, um den Wirtschaftsfaktor Tourismus nachhaltig zu stärken, seine Qualität kontinuierlich zu verbessern und das digitale Angebot weiter zu steigern. „Der heutige Gast erwartet neben dem realen Urlaubserlebnis eine umfassende digitale Begleitung: Sowohl im Vorfeld als auch während und nach seinem Aufenthalt, sei es bei der Buchung, der Bezahlung oder auch dem virtuellen Eintauchen in die Schönheiten vor Ort“, so Franz Josef Pschierer vor rund 65 Gipfel-Teilnehmern.

„Ein Spielfeld mit großem Potential für kreative Start-Ups“

Darüber hinaus beschrieb Christian Dosch, Projektleiter Allgäu Digital beim neu gegründeten Digitalen Zentrum Schwaben, die Bandbreite, wie touristische Live-Erlebnisse durch digitale Tools erweitert werden könnten: „Sei es der Stadtrundgang, der historische Ansichten virtuell integriert, die Radtour-App, die Empfehlungen für Unterkünfte ausspricht, mobile Games, die Wartezeiten am Skilift überbrücken oder digitale Gästekarten, die alle Bezahlprozesse abwickeln – hier eröffnet sich ein Spielfeld mit großem Potential für kreative Start-Ups.“ Allgäu Digital verstehe sich als Freiraum und Netzwerk für die Entwicklung digitaler Geschäftsideen im regionalen Bereich.

proAllgäu fordert mehr Unterstützung von der Politik

Dass die Hotellerie und speziell im Allgäu auch die Bergbahnen als „Motoren des Tourismus“ fungieren, wurde beim Tourismusgipfel mehrfach betont. Dirk Schoppmann, Geschäftsführer proAllgäu, machte deutlich, dass er sich dabei breitere Unterstützung wünschen würde: „Die Hotellerie ist in einer Destination stärkster Treiber der touristischen Entwicklung, von der auch Handwerk und Handel enorm profitieren. Voraussetzung dafür bleibt eine offensive, impulsgebende und konstruktive Unterstützung durch die kommunalen politischen Mandatsträger. Das lässt mancherorts zu wünschen übrig.“

Seilbahnen als Wirtschaftsfaktor für die Region

Der Geschäftsführer der Fellhornbahn GmbH, Augustin Kröll, betonte in diesem Zusammenhang die Bedeutung der Seilbahnen als Wirtschaftsfaktor für die Region. So sichere ein Arbeitsplatz bei der Bergbahn fünf weitere ganzjährige Arbeitsplätze in anderen tourismusnahen Branchen. Außerdem steige bei Investitionen der Bergbahnen auch die Investitions-Bereitschaft seitens anderer touristischer Leistungsträger. Dies wiederum wirke sich positiv auf die gesamte Region aus.

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