Wichtiges Infrastruktur-Projekt

Regio-S-Bahn zwischen Ulm und Memmingen könnte doch kommen

Der Landtagsabgeordnete Klaus Holetschek. Foto: Iris Zeilnhofer/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Wegen zu hoher Kosten galt die geplante Regio-S-Bahn auf der Illertalbahn zwischen Memmingen und Ulm zwischenzeitlich als nicht realisierbar. Nun könnte die Bahn mit mehreren neuen Haltepunkten doch umgesetzt werden.

Mit der Regio-S-Bahn zwischen Memmingen und Ulm sollen insgesamt sechs neue Haltestellen in Pleß, Fellheim, Heimertingen, Buxheim und Memmingen entstehen. Voraussetzung für die Regio-S-Bahn ist allerdings, dass sich der Bau der Haltepunkte rechnet. Ob das der Fall ist, sollen sogenannte Vorplanungen klären. Der Landkreis streckt dafür nach dem Willen des Kreisausschusses des Unterallgäuer Kreistags 246.000 Euro vor.

Wirtschaftliche Bewertung muss positiv sein

Die Voraussetzung für das Vorhaben ist, dass die wirtschaftliche Bewertung positiv ausfällt. Nur dann werden die Haltepunkte laut Dr. Maria Bachmaier, Abteilungsleiterin am Landratsamt Unterallgäu, in ein Finanzierungs-Programm aufgenommen und können gebaut werden. Im Rahmen der sogenannten Stationsoffensive Bayern haben der Freistaat und die Deutsche Bahn vereinbart, die Investitionskosten für 20 neue Stationen in Bayern je zur Hälfte zu tragen.

Kosten sollen unter 15 Millionen Euro bleiben

Wegen zu hoher Kosten war die Regio-S-Bahn auf der Illertalbahn zwischen Memmingen und Ulm zwischenzeitlich als nicht realisierbar eingestuft worden. Daraufhin hatten sich Politiker aus der Region, darunter Landtagsabgeordneter Klaus Holetschek, im Innenministerium für das Vorhaben stark gemacht. Gelingt es, unter 15 Millionen Euro Gesamt-Investitionskosten zu bleiben, kann die Regio-S-Bahn mit den dafür erforderlichen neuen Haltepunkten nun doch umgesetzt werden.

„Wir müssen aufpassen, dass uns dieses Projekt nicht flöten geht“

Ob der Kostenrahmen eingehalten werden kann, sollen die Vorplanungen zeigen, die zur Hälfte vom Freistaat finanziert werden. Die andere Hälfte muss die Region vorschießen. Der Vorschuss wird laut Bachmaier von der Deutschen Bahn erstattet, wenn der Nachweis der Wirtschaftlichkeit erbracht ist. Landrat Hans-Joachim Weirather sprach von einem „zähen Ringen“ um die Regio-S-Bahn auf der Illertalbahn. „Wir müssen aufpassen, dass uns dieses Projekt nicht flöten geht.“ Nur wenn der Landkreis bereit sei, sich an den Kosten zu beteiligen, könne man zeigen, wie sehr man hinter dem Vorhaben stehe. Auch, wenn man möglicherweise auf den Kosten für die Vorplanungen sitzen bleibe, sollte der Bau der Bahnhalte doch teurer als 15 Millionen Euro sein. Andernfalls sei das Projekt schon jetzt gestorben, so der Landrat.

Weitere Haltestellen in Planung

Um das Geld für die Vorplanungen vorstrecken zu können, will der Verein Regio-S-Bahn Donau-Iller die Beiträge seiner Mitglieder, zu denen auch der Landkreis Unterallgäu gehört, entsprechend anpassen. Insgesamt fallen für die Vorplanungen voraussichtlich 810.000 Euro an, davon 246.000 Euro für den Landkreis Unterallgäu. Der Kreisausschuss war mit dem Beitrag einverstanden. Die Voraussetzung ist, dass sich auch die Stadt Memmingen an den Kosten beteiligt. Neben den geplanten Halten in Pleß, Fellheim, Heimertingen und Buxheim sind in Memmingen Halte in Amendingen und am Berufsbildungszentrum vorgesehen.

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