„One World Award“

Rapunzel vergibt weltweit wichtigsten Preis des Bio-Landbaus

Die Preisträger des „One World Award“ 2017. Foto: One World Award / Rapunzel
Bei der Preisverleihung des „One World Award“. Foto: Ulrich Pfaffenberger / B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Bei der Preisverleihung des „One World Award“. Foto: Ulrich Pfaffenberger / B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Bei der Preisverleihung des „One World Award“. Foto: Ulrich Pfaffenberger / B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Bei der Preisverleihung des „One World Award“. Foto: Ulrich Pfaffenberger / B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Bei der Preisverleihung des „One World Award“. Foto: Ulrich Pfaffenberger / B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Bei der Preisverleihung des „One World Award“. Foto: Ulrich Pfaffenberger / B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Bioland-Verfahren aus dem Allgäu als Vorbild für Entwicklungsländer: Was auf den ersten Blick utopisch wirkt, ist schon in der Realität angekommen. Das zeigte sich am Wochenende bei der inzwischen fünften Verleihung des „One World Award“ bei Rapunzel in Legau.

Dr. Gerd Müller, amtierender Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit, ließ es nicht an Deutlichkeit fehlen: Bei der Lösung von Ernährungsfragen der wachsenden Weltbevölkerung wird der nachhaltigen und ökologischen Landwirtschaft eine Schlüsselrolle zukommen. Insbesondere in jenen Ländern der Welt, die bei der Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln noch Entwicklungsbedarf haben, sei dabei das Vorbild gefragt, wie es zum Beispiel im Allgäu schon praktiziert wird. Das sagte Müller mit Blick auf die mehr als 40jährige Erfolgsgeschichte von Rapunzel Naturkost bei der diesjährigen, inzwischen fünften Verleihung des „One World Award“, den das mittelständische Unternehmen gemeinsam mit der IOFAM – Organics International vergibt, dem Dachverband der weltweiten Bio-Landbaubewegung.

Bundesminister Müller setzt politischen Impuls im Allgäu

Müller, der selbst aus einem landwirtschaftlichen Elternhaus stammt, kündigte nicht nur verstärkte Initiativen seines Ministeriums für den Wissenstransfer aus dem Allgäu in Entwicklungsländer an. Indem er Rapunzel-Gründer und -Inhaber Joseph Wilhelm ein Exemplar seines Buches „Unfair! Für eine gerechte Globalisierung“ überreichte, setzte er auch ein politisches Signal zugunsten der von ihm schon mehrfach angesprochenen „ökosozialen Ordnung“, die als Erfolgsmodell exportiert werden könne.

Führender Bio-Hersteller Europas

Dass aus dem Allgäu schon jetzt globale Fäden in den Ökolandbau gesponnen werden, hat nicht zuletzt mit dem kontinuierlichen Wachstum von Rapunzel zu tun. Beflügelt von einem inzwischen tiefgreifenden Wandel im Verbraucherverhalten, verzeichnet das Allgäuer Unternehmen inzwischen einen Jahresumsatz von 187,5 Millionen Euro und ist mit seinen 350 Mitarbeitern einer der führenden Bio-Hersteller in Europa. Die Rohstoffe für ein Sortiment aus rund 550 Produkten, darunter Kaffee, Öle, Schokoladen und Teigwaren, bezieht Rapunzel aus aller Welt und legt dabei strenge Qualitätsmaßstäbe und faire Handelsbedingungen fest. Besuche bei den Produzenten vor Ort, Beratung durch eigene Agrar-Ingenieure und ein kontinuierlicher Wissenstransfer sind dabei Grundlage der Herstellungskette.

Bedeutendster Preis der weltweiten Bio-Bewegung

Die Rapunzel-Philosophie spiegelt sich in einer umfassenden Strategie zur Übernahme sozialer Verantwortung, innerhalb derer der „One World Award“ eine Schlüsselrolle einnimmt. Der Preis zeichnet Persönlichkeiten und Projekte auf internationaler Ebene aus, die sich für eine gerechte und zukunftsfähige Gestaltung der Globalisierung einsetzen – unter Berücksichtigung ökologischer, ökonomischer und sozialer Aspekte. Innerhalb von wenigen Jahren hat sich der im Allgäu geschaffene OWA zum bedeutendsten Preis der weltweiten Bio-Bewegung entwickelt. Initiator Joseph Wilhelm beschrieb ihn in seiner Begrüßungsrede vor rund 700 Gästen in Legau als „Mutmacher-Preis, der Persönlichkeiten und Initiativen auszeichnet, die sich für eine gerechte und faire Globalisierung einsetzen.“

Das sind die Preisträger des „One World Award“ 2017

Den Grand Prix und ein Preisgeld in Höhe von 30.000 Euro teilten sich heuer zwei herausragende Projekte:

  • Ministerpräsident Shri Pawan Chamling und die Bio-Bewegung des Bundesstaates Sikkim, Indien, denen es gelungen ist, ein ganzes Bundesland dem ökologischen Landbau zu verpflichten – aus Sicht Wilhelms ein erstrebens- und nachahmenswertes Ziel auch für den Freistaat Bayern.
  • die United World Colleges (UWC) aus Freiburg und Pune, Indien, die nachwachsenden Generationen Bildung als eine Kraft nahebringen, die Menschen, Nationen und Kulturen verbindet, wobei die gemeinsame Arbeit in der Landwirtschaft eine wichtige Rolle spielt.

Darüber hinaus überreichte Wilhelm gemeinsam mit Bundesentwicklungsminister Müller auch den Lifetime Achievement Award an die äthiopischen Wissenschaftler und Umweltaktivisten Dr. Tewolde Berhan Begre Egziabher und Dr. Sue Edwards, die für ihr weitreichendes Lebenswerk geehrt wurden. Ein Preisgeld in Höhe von jeweils 5.000 Euro sowie eine OWA-Medaille gingen an Professor Amin Babayev, Bodenkundler und Motor der Öko-Bewegung in Aserbaidschan, Nasser Abufarha, der über das Canaan Project in Palästina die jahrtausendealte Olivenöl-Tradition dort am Leben erhält, sowie Martha-Jean Shamiso Mungwashu, Gründerin des Fair Trade Support Network Zimbabwe.

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