Neue Herausforderungen

Hymer-Leichtmetallbau trotzt Druck durch digitalen Wandel

Das Werk in Wangen. Foto: Hymer-Leichtmetallbau
Gleich mehrere strategische Entscheidungen der vergangenen Jahre waren für den Steigtechnik- und Automotive-Hersteller richtungsweisend. Das Unternehmen mit Sitz in Wangen im Allgäu konnte so seine geplante Umsatz-Steigerung deutlich übertreffen.

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Mit einem Gesamtumsatz von 67,3 Millionen Euro verbuchte das Hymer-Leichtmetallbau zuletzt ein Plus von rund 25 Prozent. Dafür waren gleich mehrere Faktoren entscheidend.

Historische Höchstwerte

Sowohl im Geschäftsbereich Fahrzeugtechnik als auch im Bereich HYMER Project, also den Steigtechnik-Sonderkonstruktionen, konnte Hymer-Leichtmetallbau historisch hohe Auftragsbestände vorweisen. In der Sparte Automotive war das Unternehmen vor allem mit seinen Bettsystemen für Reisemobile und Kreuzfahrtschiffe erfolgreich.

„Klassische Vertriebsstufen verlieren Marktanteile“

Dabei bekommt auch Hymer den digitalen Wandel zu spüren. Die Digitalisierung eröffnet neue Möglichkeiten – beispielsweise im Bereich der Kommunikation. Andererseits beinhaltet sie auch Herausforderungen. Gerade in der Sparte Steigtechnik spürt Hymer die wachsende Bedeutung des Online-Handels. „Sowohl reine Online-Händler als auch stationäre Fachhändler mit angeschlossenen Webshops nehmen immer stärker am Wettbewerb teil. Die klassischen Vertriebsstufen verlieren Marktanteile. Um beiden Handelsansätzen gleichermaßen gerecht zu werden, sind noch passgenauere Vertriebskonzepte notwendig, die sowohl unseren traditionellen Fachhandel nachhaltig stärken, aber auch eine erfolgversprechende Zusammenarbeit mit teils neuen Partnern im Onlinebereich ermöglichen“, erklärt Marketing-Leitung Michaela Weber.

Dazu gehört beispielsweise die 2015 gestartete Partnerschaft mit OBI: Mit rund 500 Märkten in Deutschland, Österreich und Osteuropa ist die Baumarktkette ein wichtiger Kunde von Hymer-Leichtmetallbau.

So stellt sich Hymer für die Zukunft auf

Gerade die Investitionen der Vorjahre tragen laut Gerald Schock, Geschäftsführer der Hymer-Leichtmetallbau GmbH, Früchte: 2014 wurde der über 1.000 Quadratmeter Produktions- und Lagerfläche umfassenden Standort in Neustadt eröffnet. Seitdem konnte an der Niederlassung in Sachsen ein überdurchschnittliches Wachstum verzeichnet werden.

Erfolgreiche Übernahme

Maßgeblich zum Umsatzplus der vergangenen Jahre beigetragen hat außerdem die Komplettübernahme des bisher als Joint Venture geführten Tochterunternehmens FarHym. Die Firma ging zu Beginn 2016 zu 100 Prozent an Hymer-Leichtmetallbau über. Das in Ankara in der Türkei ansässige Unternehmen produziert seit 2003 Deckensysteme für Reise-, Mini- und Midibusse.

Wichtiger Arbeitgeber im Allgäu

Auch im Bereich Personal verzeichnete Hymer-Leichtmetallbau im vergangenen Jahr einen historischen Höchststand: Der Aluminiumexperte stellte rund 40 neue Mitarbeiter ein. An den Standorten in Wangen, Neustadt und Michalovce in der Slowakei sind somit aktuell 345 Mitarbeiter beschäftigt und damit mehr als je zuvor. Weitere 115 Mitarbeiter sind im Tochterunternehmen FarHym in der Türkei beschäftigt. Das Wachstum des Allgäuer Unternehmens sorgt auch 2017 für neue Arbeitsplätze: Bisher wurden heuer zehn neue Stellen bei Hymer geschaffen.

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