Fendt holt Konzernaufgabe Digitalisierung ins Allgäu

Fendt: „Die Landtechnik steht vor der größten Revolution ihrer Geschichte“

Auf der internationalen Pressekonferenz von Fendt. Foto: Ulrich Pfaffenberger/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Kraftvoll aus der Rezession, gute Ernte in Aussicht: So lässt sich zusammenfassen, was der Allgäuer Landtechnik-Konzern AGCO-Fendt anlässlich der jährlichen Pressekonferenz mit auf den Weg gab. Nach einigen kritischen Jahren sieht das Marktoberdorfer Unternehmen die Felder nun wieder gut bestellt.

Peter-Josef Paffen, Vorsitzender der AGCO-Fendt Geschäftsführung, gab sich in seiner Bilanz des abgelaufenen Geschäftsjahrs zuversichtlich: „Wir sind jetzt in einem Zustand angekommen, da sich der Markt stabil darstellt und wir nicht mit großen Überraschungen rechnen müssen.“

Fendt wieder auf Wachstumskurs

Nach drei Jahren der Rezession sei dies erfreulich, gerade im Hinblick auf die große Branchenmesse Agritechnica im November. „Wir wachsen schneller als der Markt“, sagte Paffen. „Im Profibereich, über 200 PS, haben wir aktuell ein Wachstum von 30 Prozent.“ Auch auf internationaler Ebene mache sich der Erfolg bemerkbar. Mit zum Beispiel einem Marktanteil von fast 13 Prozent sei Fendt inzwischen die Nummer drei in Frankreich. Insgesamt beträgt der Marktanteil von Fendt am Traktorenmarkt in West- und Zentraleuropa derzeit 8,8 Prozent.

„Wir haben die Dinge sofort in die Hand genommen und konnten ein stabiles Niveau halten“, kommentierte Paffen das Verhalten in der Krise. Mit 15.001 abgesetzten Traktoren werde der Produktionswert des vergangenen Jahres (13.667) deutlich übertroffen. Der Exportanteil wuchs dabei von 64 auf nunmehr 68 Prozent. Als Erfolgsträger erweist sich der Fendt Vario 1000. „Wir werden noch vor Weihnachten das tausendste Exemplar bauen“, betonte Pfaffen.

Wachstum auch auf Mitarbeiterseite

„Mit Augenmaß haben wir alle Standorte gestärkt und sehen da eine gute Entwicklung“, so Pfaffen weiter. Zur Jahresmitte zählte Fendt in Deutschland 5.375 Beschäftigte, die meisten davon in Marktoberdorf, gefolgt von Asbach-Bäumenheim. Von Jahr zu Jahr stabil zugenommen hat auch der Aufwand für Forschung und Entwicklung auf nunmehr 65,4 Millionen Euro pro Jahr. Dieses Engagement werde weiter zunehmen. „Die Landtechnik steht vor der größten Revolution ihrer Geschichte. Wir werden in den nächsten Jahren eine größere Umwälzung erleben als in den 2.000 Jahren zuvor“, sagte Paffen und stellte dies in den Zusammenhang mit den Herausforderungen für die Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung.

Konzernaufgabe Digitalisierung wird im Allgäu in Angriff genommen

„Wir werden den ganzen Prozess bis hin zum einzelnen Landwirt in die Hand nehmen.“ Ab Januar 2018 werden 100 Mitarbeiter in Marktoberdorf sich ausschließlich mit der Digitalisierung und der Entwicklung von Zukunftstechnik befassen. „Wir sind sehr glücklich, dass es uns gelungen ist, diese Konzernaufgabe hierher ins Allgäu zu holen. Das ist wichtig für unseren Standort, aber auch für den ganzen Wirtschaftsraum.“ Als Beispiel für digitale Revolution stellte Paffen einen Mähdrescher mit über 50 Sensoren vor. Bei diesem lassen sich im laufenden Betrieb Parameter so einstellen, das zwischen Häcksler und Auswerfer noch Optimierungen machbar sind – „vom iPad am Feldrand aus“.

„Die größte Produktinitiative in der Geschichte von Fendt“, kündigte Paffen mit Blick auf die Agritechnica an. Steuer- und Spurführungssysteme sowohl mit GPS als auch mit Ultraschall gehören zu den Innovationen im großen Stil, mit denen die Effizienz auf Acker und Feld weiter gesteigert werden sollen. Aber auch kleine Details wie eine Fußheizung in der Fahrerkabine, gehören aus Sicht von Fendt zum Konzept der Qualitätssteigerung am landtechnischen Arbeitsplatz.

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