Energiezukunft „Made im Allgäu“

EFG: neues Energiekonzept für Kaufbeurer „Märzenpark“

Bauherr Josef Scheibel und EFG-Geschäftsführer Martin Sandler. Foto: EFG
Wo liegt die Energiezukunft? Das ist die Frage, um die sich im Spannungsfeld zwischen fossiler und erneuerbarer Energie alles dreht. Das Allgäuer Unternehmen EFG hat eine mögliche Antwort gefunden.

Alle Artikel zum Thema „Allgäu – Stärken, Strategien, Standorte“ finden Sie hier.

Das Allgäu und gerade Kaufbeuren waren schon immer ein spannender Ort, wenn es um Innovationen in der Heizungstechnik ging. So stammt der Erfinder der Warmwasserzentralheizung, Johannes Haag, aus Kaufbeuren. Heutzutage ist die Heizung laut Bundeswirtschaftsministerium für 32,6 Prozent des Energieverbrauchs in ganz Deutschland verantwortlich. Das ist mehr, als der des Autoverkehrs und damit deutlich zu viel – doch wie lässt sich der Energieverbrauch eindämmen?

Allgäuer Mittelständler mit Bundespreis für Innovation ausgezeichnet

Abhilfe schaffen will die Firma EFG (Energie für Gebäude). Dafür hat das Unternehmen mit SpeedPower3 eine besondere Heizanlage entwickelt. Bis zu 80 Prozent der durch die Heizung verursachten Kosten können so eingespart werden. Der Allgäuer Mittelständler ist bereits mehrfach für seine innovativen Heizsysteme ausgezeichnet worden – zuletzt 2016 und 2017, jeweils mit dem Bundespreis für Innovation. Das Ziel von EFG: Künftig sollen Heizungen in Gewerbe- und Privatgebäuden möglichst wenige, am besten gar keine fossilen Energieträger mehr für Raumheizung und Warmwasser benötigen.

EFG am Umbau des Fachmarktzentrums „Märzenparks“ maßgeblich beteiligt

Derzeit werden die Innovationen von EFG bei einem wichtigen Kaufbeurer Projekt genutzt: der Entwicklung des Märzenparks. Dieser teilt sich in zwei Bereiche auf: Im südlichen Teil werden künftig ein Fachmarktzentrum mit Geschäften wie der Lebensmittelkette Feneberg, der Drogerie dm, dem Einzelhändler Depot, das Zoofachhandelsunternehmen Futterhaus sowie Büro- und Praxisflächen zu finden sein. Im nördlichen Teil des Märzenparks baut die Firma EFG ihr Technologiezentrum weiter aus. Dazu wird der bestehende Gebäudekomplex stark umgebaut und erweitert. Bereits seit 2007 befindet sich EFG in den Räumlichkeiten. Im Zuge des Umbaus weitet der Allgäuer Mittelständler seinen Firmensitz auf 1.500 Quadratmeter aus.

Neues Heizsystem für Kaufbeurer Fachmarktzentrum

Doch der Märzenpark ist nicht nur das Zuhause von EFG: In das komplette Fachmarktzentrum wird auch die Heizungstechnik des Unternehmens eingebaut. Sie versorgt künftig einen Teil des Gebäudes mit kostenloser und umweltfreundlicher Wärme. Für die Raumheizung- und Warmwasserbereitung wird im Märzenpark künftig auf Solarthermik, Photovoltaik, Wärmepumpen, Erdspeicher und das SpeedPower3-Heizsystem gesetzt.

EFG will Firmensitz komplett klimaneutral heizen

Von Frühjahr bis Herbst werden die Räumlichkeiten mit Solarenergie geheizt. Die anfallende Überschussenergie – die Energie, welche die Sonne zu viel liefert – leitet das SpeedPower3 Heizsystem in die Erdspeicher. Die gesamte Bodenplatte und das darunterliegende Erdreich werden so von Frühjahr bis Herbst kontinuierlich mit Wärme aufgeladen. In Winter kann diese Wärme direkt zur Beheizung der Räume und Versorgung der Wärmepumpen genutzt werden.

Große Herausforderungen

Das Projekt im Märzenpark umzusetzen, ist für EFG besonders spannend. Denn die Technik wird dieses Mal nicht in einen Neubau, sondern in einen bestehenden Altbau integriert. Eine Herausforderung war hierbei, die Bedenken Dritter aus dem Weg zu räumen. So wurden große Bauverzögerungen befürchtet. Doch gemeinsam mit dem Ingenieursteam von EFG, Bauherr Josef Scheibel und der Baufirma Ernst Höbel wurden entsprechende Lösungen gefunden. „Wir können mit diesem Projekt zeigen, dass umweltfreundliche Wärme günstiger ist, als wenn sie mit fossilen Brennstoffen erzeugt werden muss und sogar einen Komfortgewinn bedeutet – wenn man es richtig macht”, sagt Martin Dipl. Ing. Martin Sandler, Geschäftsführer EFG.

Alle Artikel zum Thema „Allgäu – Stärken, Strategien, Standorte“ finden Sie hier.

EFG-Geschäftsführer Martin Sandler. Foto: EFG EFG-Geschäftsführer Martin Sandler. Foto: EFG

 

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
nach oben