Infrastruktur

Besserer ÖPNV: Ins Unterallgäu soll ein Flexibus kommen

Symbolbild. Foto: iStock / Milos-Muller
Grundsätzlich hat sich der Kreistag für den sogenannten Flexibus im Unterallgäu entschieden. Dieser soll das ÖPNV-Angebot vor Ort erheblich verbessern – ein zentrales Thema für die Allgäuer Infrastruktur. Bevor es soweit ist, muss allerdings noch Verschiedenes geklärt werden.

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Im Unterallgäu soll der sogenannte Flexibus fahren. Dafür hat sich der Unterallgäuer Kreistag ausgesprochen. Auf Antrag der SPD-Fraktion soll vor einem endgültigen Beschluss jedoch geklärt werden, wer die Verkehrsleistungen im Einzelnen erbringen soll. Zudem muss das Callcenter organisiert werden. Hierzu sollen sich die Landkreisverwaltung, die Verkehrsunternehmen im Kreis und der Unterallgäuer ÖPNV-Beirat abstimmen.

Flexibler Flächenbetrieb

Mit dem Flexibus soll der Öffentliche Personennahverkehr im Landkreis verbessert werden. Der Bus fährt laut Josef Brandner, der das Konzept entwickelt hat, nicht nach einem festen Fahrplan. Er kann unabhängig davon bis zu 30 Minuten vor einer Fahrt angefordert werden und bedient ein engmaschiges Netz aus Haltepunkten, das weit über die Bushaltestellen hinausgeht. Damit können zum Beispiel Senioren nahezu von Tür zu Tür fahren. „Eine Ergänzung des Grundnetzes durch ein bedarfsorientiertes System im flexiblen Flächenbetrieb wird den ÖPNV im Landkreis Unterallgäu entscheidend verbessern“, sagte Alfred Böhm, Sachgebietsleiter am Landratsamt.

Schrittweise Einführung

Geplant ist, dass der Flexibus nach und nach eingeführt wird. Als erstes soll das neue System in Mindelheim, Kammlach und der Verwaltungsgemeinschaft Dirlewang kommen. Danach sollen die Flexibus-Knoten Babenhausen-Boos und Kirchheim-Pfaffenhausen folgen. Angeboten werden soll der Flexibus von denjenigen Verkehrsunternehmen, die im jeweiligen Bereich über eine Liniengenehmigung verfügen. Dass auch andere Busunternehmer zum Zug kommen, ist laut Dr. Maria Bachmaier, Abteilungsleiterin am Landratsamt, rechtlich nicht möglich.

Erste Pläne gibt es bereits seit 2011

Die Bemühungen, im Unterallgäu ein nachfrageorientiertes ÖPNV-Angebot einzuführen, reichen Böhm zufolge bis ins Jahr 2011 zurück. Damals hatte sich der Flexibus im Landkreis Günzburg etabliert und der ÖPNV-Beirat befürwortete es, auch im Unterallgäu ein Flexibus-System anzubieten. Die Einführung scheiterte jedoch an fehlenden Fördermitteln. Wieder aktuell wurde das Thema schließlich im Frühjahr dieses Jahres. Der Freistaat Bayern legte ein Förderprogramm auf und die Unterallgäuer Bürgermeister sowie der Kreisausschuss des Kreistags sprachen sich mehrheitlich dafür aus, die Gelegenheit zu nutzen und den Flexibus nun einzuführen.

Bis zu fünf Jahre Förderung in Aussicht

Die Regierung von Schwaben hat eine Förderung des Unterallgäus bereits in Aussicht gestellt, informierte Böhm. Der Freistaat gewähre bis zu fünf Jahre Unterstützung. Vorgesehen ist, dass sich der Landkreis und die Gemeinden das nicht durch die staatliche Förderung abgedeckte jeweilige Betriebskostendefizit teilen.

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