Chemiewirtschaft in Schwaben

Die Chemie stimmt

Foto: iStock / thinkstock

Im Industrierevier Bayerisch-Schwaben mögen andere Branchen den Ton angeben. Aber beim genaueren Hinsehen ist die Chemie fast überall präsent.

von Bert Röge

Die Abteilung „Chemie“ im Deutschen Museum war einst ein verlässlicher Fluchtpunkt für Eltern mit museumsermüdeten Kindern. Wenn es dann galt, Knöpfe zu drücken, auf das sich hinter sicherem Glas buntfarbige Flüssigkeiten zu einem schäumenden Etwas vereinigten – dann kehrte Energie zurück zu den gelangweilten Seelen. Neue Kraft (und Neugier) begannen zu fluten, die nächsten Schritte wurden sichtlich williger und zielstrebiger getan, das Kindergedächtnis war um einen kostbaren Erlebnisschatz reicher.

In gewissem Maße ähnelt die Situation der modernen Chemie diesem Zustand. Verborgen hinter sichernden Trennwänden liefert sie die Substanzen, die Innovation und Fortschritt generieren helfen, ohne dass man dieselben groß wahrnimmt. Wie sonst könnte es sein, dass bei einer Reise durch den scheinbar chemiefernen Produktionsstandort Bayerisch-Schwaben man an so vielen Ecken und hinter so vielen Fabrikmauern auf überraschend chemische Verfahren und Produkte stieße? Produkte, ohne die es in vielen anderen Branchen wesentlich weniger spannend aussähe?

Manche dieser Firmen gehören schon seit mehreren Generationen zum industriellen Inventar des Wirtschaftsraums. Witty in Dinkelscherben zum Beispiel, vor 70 Jahren in Augsburg gegründet. Aus bescheidenen Anfängen hat sich die Firma bis zum Marktführer im Bereich Schwimmbadpflege in öffentlichen Bädern in Deutschland entwickelt. Die Mitarbeiterzahl stieg kontinuierlich auf aktuell über 230 an. 1991 kam zur Großraum- und Schwimmbadpflege die Küchenhygiene als zweites Standbein hinzu, 2013 der Bereich Trinkwasserhygiene. „Wir haben uns in dieser Zeit kontinuierlich weiterentwickelt und sind dabei unseren Prinzipien treu geblieben“, sagte Geschäftsführer Dr. Hubert Witty, der in zweiter Generation an der Spitze des Familienunternehmens steht, beim Firmenjubiläum in diesem Sommer., der die Firma 1945 in Augsburg gegründet hatte.

Einen Blick lohnt auch Gerlinger in Nördlingen. Seit 50 Jahren gehört das Unternehmen in Europa zu den führenden Herstellern technischer Klebebänder, Dichtmassen und Butyldichtstoffe für alle Industriezweige, insbesondere für die Bauindustrie und das Bauhandwerk. Mit Stolz behauptet man von sich, dass „Gerlinger Butyl- und Klebebänder viel mehr sindals bloße Produkte. Es sind auf die jeweilige Anwendung hin entwickelte, optimierte Verfahrenslösungen, die aus der industriellen Produktion und hunderten Spezialanwendungen im Baubereich nicht mehr wegzudenken sind.“ Sprich: Chemie bei der Arbeit.

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