101 Köpfe, Folge 101: Prof. Dr. Gordon Thomas Rohrmair

Von Dasing nach Oxford – und zurück nach Schwaben

Prof. Dr. Gordon Thomas Rohrmair, Präsident der Hochschule Augsburg. Foto: Simeon Johnke / Regio Augsburg Wirtschaft GmbH
Prof. Dr. Gordon Thomas Rohrmair im 101 Köpfe-Interview: Der Präsident der Hochschule Augsburg verrät, was Fachkräfte wirklich in Schwaben hält und wie sich der Konkurrenzkampf der Hochschulen und Universitäten um Studierende auswirkt.

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Name: Prof. Dr. Gordon Thomas Rohrmair

Alter: 40

Position: Präsident 

Unternehmen: Hochschule Augsburg

Hobbies: Familie, Fitness

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Herr Rohrmair, Sie kommen ursprünglich aus Dasing und haben unter anderem in Edinburgh und Oxford studiert. Was hat Sie schlussendlich zurück nach Schwaben gezogen?

Wie heißt es doch im Englischen so schön: You can take the boy out of the ghetto, but you can’t take the ghetto out of the man. Ähnlich verhält es sich bei mir: Man bekommt zwar den Jungen aus Schwaben heraus, Schwaben aber nie aus dem Jungen. Dies ist meine Heimat.

Wie hilft Ihnen das Studium der Wirtschaftsinformatik heute in Ihrem Alltagsgeschäft als Präsident der Hochschule Augsburg weiter?

Ich weiß aus erster Hand, wie es sich anfühlt, an der Hochschule Augsburg zu studieren. Hier habe ich gelernt, analytisch zu denken. Man hat uns beigebracht, komplexe Prozesse zu strukturieren und lösungsorientiert zu handeln. Das sind Grundvoraussetzungen für das Amt eines Präsidenten.

Was hat sich am meisten verändert, seit Sie selbst an der Hochschule Augsburg Student waren?

Die Ausstattung ist heute besser, die Studieninhalte wurden dem Wissensstand entsprechend erweitert und aktualisiert. Aber an der DNA unserer Hochschule, dem Grundsatz, die Studierenden bestmöglich für die Anforderungen des Berufslebens vorzubereiten, daran hat sich kein Deut geändert.

Neben der Forschung legt die Hochschule Augsburg vor allem auf die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft viel Wert. Warum?

Bayerisch-Schwaben ist ein Juwel mit äußerst innovativen und kreativen Unternehmen. Gleich mehrere Weltmarktführer sind hier zuhause. Heute sind die Digitalisierung und die Industrie 4.0 die Themen der Stunde. Als Hochschule können wir in solchen Feldern Impulse für die Region setzen. Wir tun alles, damit die aktuellen Entwicklungen von Wissenschaft und Forschung auf direktem Wege in die Unternehmen unserer Region gelangen. Wir bilden die Fach- und Führungskräfte für die Region aus, die an die Wirtschaft das weitergeben, was sie im Studium gelernt haben.

Im Kampf um Fachkräfte: Was ist es wirklich, dass junge Menschen an einem Ort hält?

Schwaben besticht durch exzellente Arbeitgeber sowie eine hohe Lebensqualität. Es wird jedoch auch immer wichtiger, dass die Work-Life-Balance stimmt. Aktuelle Studien besagen, dass vor allem die sozialen Kontakte die Arbeitnehmer in der Region halten. Das sind Familie und Freunde, dazu gehört aber auch die Beziehung zum Arbeitgeber. Wichtig ist es deshalb auch für die Firmen, ihre Arbeitnehmer zugleich zu fördern und zu fordern. Weiterbildung lautet das Gebot der Stunde. Und genau hier kommt die Hochschule wieder ins Spiel. Wir haben den Weiterbildungsbereich in den vergangenen Jahren aus gutem Grund massiv ausgebaut.

Inwieweit steht die Hochschule Augsburg in Konkurrenz zu anderen Hochschulen und der Universität Augsburg?

Es gibt diesen Wettbewerb und das ist auch gut so. Die Konkurrenz fordert uns heraus: Wie können wir weiter innovativ sein? Wie können wir für unsere Studierenden ein optimales Studienangebot und -bedingungen schaffen? Wie können wir uns als Hochschule weiterentwickeln, damit wir in Forschung und Lehre am Puls der Zeit bleiben und die Region davon profitieren kann? Es sind Fragen wie diese, die uns antreiben.

Eine Fremdsprache, ein Handwerk, eine Studienrichtung: Was würden Sie selbst gerne noch lernen oder ausprobieren?

Wenn ich die Zeit hätte, dann würde ich Psychologie studieren. Der Mensch ist immer noch das Interessanteste auf unserem Planeten.

Ganz spontan in 30 Sekunden: Drei tolle Persönlichkeiten aus Bayerisch-Schwaben?

Bertolt Brecht – der muss einfach sein in Augsburg. Und dann natürlich Augsburgs Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl und Sabine Nölke-Schaufler, Leiterin des Amts für Kinder, Jugend und Familie der Stadt Augsburg.

Mit der 101. Folge feiert das beliebte Interview-Format Jubiläum. Doch das soll nicht das Ende sein: Auch künftig stellt  „101 Köpfe“ Ihnen prägende Persönlichkeiten aus unserer Region vor!

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