101 Köpfe, Folge 103

Tim Füldner: Der Mann im Tor

Tim Füldner, Geschäftsführer Butzbach Industrietore. Foto: Butzbach GmbH Industrietore
Tim Füldner im Interview: Der Geschäftsführer erzählt, was ihn zu Butzbach Industrietore geführt hat, wo auf der Welt er gerne einmal ein Tor bauen würde und warum er es wichtig findet, sich sowohl beruflich als auch privat Ziele zu stecken.

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Name: Tim Füldner

Alter: 48

Position: Sprecher der Geschäftsführung / CEO

Unternehmen: Butzbach GmbH Industrietore, Kellmünz

Hobbies: Oldtimer, Natur erleben in extremen Regionen

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B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Herr Füldner, was ist für Sie das Besondere daran, Geschäftsführer eines Familien-Unternehmens zu sein?

Tim Füldner: Im Gegensatz zu den Konzernen, in denen ich vorher gearbeitet habe, kann ich in meiner jetzigen Position langfristiger planen. Mir macht es Spaß, Strategien zu entwickeln und sie mit meinem Team über einen längeren Zeitraum umzusetzen. So lässt sich das Unternehmen als Ganzes langfristig und dauerhaft voranbringen.

Wann und wie haben Sie herausgefunden, was Sie später beruflich machen möchten?

Schon als Jugendlicher, genau genommen mit 13 Jahren, fand ich es spannend zu handeln. Ich habe mir vorgestellt, dass es reizvoll sein könnte, über Ländergrenzen hinweg Geschäfte zu machen. Dieses Ziel habe ich dann immer verfolgt und auch erreicht.

Wie wichtig ist es für Sie, sowohl privat als auch beruflich Ziele zu haben?

Für beide Bereiche sind Ziele wichtig, beruflich sind sie sogar unabdingbar. Ohne habe ich keine Richtung und keine Orientierung. Privat kann man mehr Freiräume nutzen. Trotzdem ist es sinnvoll, sich auch hier Ziele für die Zukunft zu setzen.

Was macht für Sie eine gute Strategie aus?

Die Menschen, die es betrifft, müssen die Strategie kennen, verstehen und sie mittragen – wenn nicht sogar darin aufleben. Eine Strategie ist dann erfolgreich, wenn die Menschen motiviert sind, sie umzusetzen, weil sie wissen, dass und wozu sie gebraucht werden. Allerdings müssen sie auch das Handwerkszeug für die Umsetzung kennen und beherrschen.

Wie verbringen Sie Ihre Mittagspause und Ihren Feierabend am liebsten?

Diese Zeit ist kostbar, daher verbringe ich sie am liebsten mit Menschen, die mir wichtig sind.

Sind Sie in einem Verein tätig?

Ich bin im Lions Club Günzburg aktiv.

Gibt es ein Industrietor von Butzbach, auf dass Sie besonders stolz sind?

Es gibt da ein Tor vom Typ Novosprint, dass vor rund 10 Jahren in einem Industrie-Unternehmen in der Türkei eingebaut wurde. Es hat seitdem ungefähr 13 Millionen Öffnungen absolviert – ohne Probleme oder Störungen. Das sind etwa 3.500 Öffnungen am Tag, also praktisch ununterbrochen. Das ist rekordverdächtig, nicht nur für unser Unternehmen.

Was ist die größte Herausforderung, vor der Butzbach beim Bau eines Industrietors bisher stand?

Das war die schiere Größe eines Tores in den Niederlanden. Mit 38 Metern Breite und vier Metern Höhe handelte es sich um eine außergewöhnliche Sonderkonstruktion, die dann auch noch nach oben öffnen musste. 38 Meter Breite – das entspricht etwa vier Einfamilien-Häusern nebeneinander. Das war auch für uns außergewöhnlich, obwohl wir schon Tore für den Airbus A380, für zwei Flieger nebeneinander oder die Zeppelin-Hallen in Friedrichshafen gebaut haben. Eigentlich gibt es unzählige fantastische Projekte, die in den vergangenen 60 Jahren gebaut wurden.

Wofür würden Sie gerne einmal ein Tor bauen?

Zwischen Nord- und Südkorea: Als ersten, symbolischen Schritt für eine Öffnung dieser Grenze und zur Überwindung der Teilung.

Welche Frage zu Industrietoren wird Ihnen am häufigsten gestellt?

Es fragen mich schon mal Leute, ob wir nicht auch Tore für die Garage zuhause haben – in dem Bereich sind wir aber nicht tätig.

Den Schlüssel zu welchem Tor hätten Sie gerne?

Zur Halle des VW-Museums.

Mit wem würden Sie gerne einmal zu Abend essen und warum?

Elon Musk wäre ein interessanter Gesprächspartner, er ist für mich ein Visionär. Ich würde mit ihm über neue Märkte und Entwicklungs-Trends sprechen und ihn nach seinen Ideen für die Zukunft fragen.

Ganz spontan in 30 Sekunden: Drei tolle Persönlichkeiten aus Bayerisch-Schwaben?

Prof. Klaus Kellner von der Hochschule Augsburg – ein kluger Mann, der auch außerhalb der Hochschule etwas bewegt.

Ferdinand Munk von der Günzburger Steigtechnik – ein Unternehmer im sprichwörtlichen Sinne und mit beeindruckendem gesellschaftspolitischen Engagement.

Hans Wipfler von Wipfler Fenster + Fassaden in Wörleschwang – ein Spezialist für Sanierung und Restaurierung historischer Bausubstanz, der dafür sorgt, dass echte Werte erhalten bleiben.

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