101 Köpfe, Folge 99: Georg Schnelle

Der Notenschlüssel zum Erfolg

Georg Schnelle, Sprecher der Geschäftsführung der IHK Akademie Schwaben. Foto: IHK Akademie Schwaben
Seit Juli vergangenen Jahres ist Georg Schnelle Geschäftsführer der IHK Akademie Schwaben. Im 101 Köpfe-Interview verrät er, wie der digitale Wandel die berufliche Weiterbildung verändert, was er sich für den Bildungsstandort Augsburg wünscht und mit welchem Vorurteil über die IHK er schon immer einmal aufräumen wollte.

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Name: Georg Schnelle

Alter: 59

Position: Sprecher der Geschäftsführung

Unternehmen: IHK Akademie Schwaben

Hobbies: Musik, Posaune, mitteleuropäische Geschichte, BVB Dortmund

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B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Herr Schnelle, welcher Teil Ihrer Arbeit macht Ihnen am meisten Spaß?

Georg Schnelle: Ich bin gerne im Gespräch mit Kunden und diskutiere über mögliche Wege in der beruflichen Weiterbildung. Das Entwickeln von neuen Angeboten zu aktuellen und zukünftigen Themen ist immer eine schöne Herausforderung.

Wie verändert der digitale Wandel die berufliche Weiterbildung?

Wir werden eine Veränderung der Techniken und Methoden in der Weiterbildung erleben und auch deren Inhalte. Ausbildungsberufe werden sich wandeln, manche vielleicht auch verschwinden und durch andere ersetzt werden.

Welche Position beziehen Sie in der Diskussion „akademische versus berufliche Bildung“?

Für viele Aufgaben, die heute mit Akademikern besetzt sind, könnten die Unternehmen auch Fachleute mit einer beruflichen Weiterbildung einsetzen. Nach dem europäischen Qualifizierungs-Rahmen sind zum Beispiel von der IHK geprüfte Betriebswirte und Master-Abschlüsse gleichwertig. Ich bin sicher, dass die Praxiserfahrung unserer Betriebswirte vergleichsweise hoch ist und diese schnell produktiv in neuen Aufgaben sind.

Augsburg ist ein wichtiger Bildungsstandort. Welche Verbesserungen würden Sie sich noch wünschen?

Wir sind mit unseren Augsburger Standorten insgesamt sehr zufrieden. Wenn ich einen Wunsch äußern dürfte: Wie am Theodor-Heuss-Platz sollte unsere Straßenbahnhaltestelle in der Haunstetter Straße auch einen Hinweis auf die IHK, in diesem Fall die IHK Akademie Schwaben tragen. Dann würden uns unsere Teilnehmer besser finden.

Allgemein wäre eine noch stärkere Zusammenarbeit aller Bildungsanbieter wünschenswert, um die Wichtigkeit und Relevanz beruflicher Bildung in der Öffentlichkeit noch stärker positionieren zu können.

Zunehmend bekommen die Unternehmen in Schwaben den Fachkräftemangel zu spüren. Was ist der wichtigste Tipp, den Sie betroffenen Firmen mitgeben können?

Ich werde nicht müde bei den Unternehmen zu werben, sich frühzeitig mit dem Thema auseinandersetzen, nicht erst, wenn sich seit drei Jahren kein Azubi mehr beworben hat. Wichtig ist, auch mal die eigenen Auswahlkriterien in Frage stellen. Viele Bewerber sind erst auf den zweiten Blick attraktiv, aber im Betrieb sehr loyal, zuverlässig und leistungsfähig.

Welche Weiterbildung der IHK Akademie würden Sie gerne einmal selber besuchen?

Unser Angebot zum Gesundheitsmanagement. Eine Achtsamkeit auf seine eigene mentale, emotionale und körperliche Gesundheit sollten bereits jüngere Menschen als ich entwickeln.

Ich würde mir wünschen, dass unser Angebot zur Personalentwicklung noch stärker nachgefragt werden würde, ein absolutes Muss eigentlich für alle, die sich mit Fachkräftesicherung zielgerichtet und strukturiert auseinandersetzen müssen.

Gibt es ein Vorurteil über die IHK Schwaben, das Sie schon immer einmal aus der Welt schaffen wollten?

Über viele Industrie- und Handelskammern wird behauptet, sie seien behäbig und unflexibel. Das stimmt in vielen Fällen sicher nicht und für die IHK Akademie Schwaben noch weniger. Wir richten uns sehr flexibel auf die Bildungs-Anforderungen unserer Unternehmen ein und versuchen, auch schwierige Themen möglich zu machen.

Was war Ihr Traumberuf als Kind?

Früher wollte ich gerne Musiker werden.

Haben Sie ein absolutes Lieblingslied, an dem Sie sich einfach nicht satthören können?

Da gibt es gleich mehrere, zum Beispiel „My way“ von Sinatra, „Sometimes“ in der Version der Beatles und „Music“ von John Miles.

Welche Info über Sie würde die meisten Menschen überraschen?

Vielleicht, dass ich als Hobbymusiker aktiv bin und ganz passabel Posaune spiele.

Wenn Sie sich ein geschichtliches Ereignis vor Ihrer Zeit aussuchen dürften, dass Sie live miterleben, welches würden Sie wählen?

Da gibt es einige, aber wirklich leben möchte ich in der sogenannten „guten alten Zeit“ eher nicht. Heute leben wir eindeutig komfortabler als unsere Vorfahren vor 100 Jahren.

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