Folge 93: Kathrin Lampe

101 Köpfe: Jaguar statt Mäuschen

Kathrin Lampe. Foto: creationell
Kathrin Lampe leitet seit zehn Jahren die Augsburger Agentur creationell. Im 101 Köpfe-Interview mit B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN erzählt sie, was die Branche in dieser Zeit am meisten geprägt hat und welches Marketing-Klischee sie heute noch zum Lachen bringt.

 

 


NameKathrin Lampe

Alter: 46 

Position: Geschäftsführerin

Unternehmen: creationell GmbH & Co. KG

Hobbies: Sport, gutes Essen, nette Abende mit Freunden und mein Hund Elise


B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Frau Lampe, Ihre Agentur creationell gibt es seit zehn Jahren. Was ist die größte Veränderung, die Sie in dieser Zeit bemerkt haben?

Die digitale Welt ist in diesem Zeitraum das Kernstück unserer Arbeit geworden. Natürlich machen wir auch noch viel Print – und ich denke, Print wird immer seinen Platz haben – aber zwischenzeitlich verknüpfen wir dies am liebsten mit messbaren digitalen Kanälen. Heute ist es so, dass sich je ein ausgewogener Anteil aus den Bereichen Print, Webprogrammierung, Bewegtbild und Onlinemarketing ergibt. Vor zehn Jahren hatten Printprojekte noch den deutlichen Löwenanteil ausgemacht.

Sie sind auch Dozentin an der Hochschule Augsburg. Was macht Ihnen hier am meisten Spaß?

Auch das ist eine bunte Mischung. Einerseits hält es mich fit, was die theoretischen Ansätze und die Entwicklungen meines Fachbereichs angeht. Andererseits liebe ich es, mit den jungen, oft sehr ambitionierten Menschen über ihre Kommunikationswelt zu diskutieren und ihnen im Gegenzug mein Wissen und meine Erfahrungen weiterzugeben. Und als Sprössling eines großen Lehrerclans kommen da bestimmt auch ein paar Gene durch…

Welches Marketing-Klischee bringt Sie zum Lachen?

Es gibt immer noch Kunden, die von „Marketingmäusen“ in ihren Abteilungen sprechen. Dabei ist Marketing und Kommunikation heute ein sehr technischer Bereich mit sich schnell ändernden Prämissen. Von Mäuschen kann man da lange nicht mehr sprechen. Wer den Job gut macht, muss eher eine Biene, ein Fuchs oder gar ein Jaguar sein.

Was bedeutet für Sie persönlich Kreativität?

Kreativität heißt für mich, für jeden Kunden das individuell passende Material zu erstellen. Die Symbiose aus hochwertigem Design, Technik und der Zielerreichung der Kunden-Anforderungen: Das ist es, was unseren Job ausmacht.

Sie waren früher Marketing-Managerin der Augsburger Panther. Sind Sie dem Sport treu geblieben?

Leider fehlt mir oft die Zeit, vor Ort bei Spielen dabei zu sein. Aber mein Herz brennt immer noch für diesen schnellen, harten und leidenschaftlichen Sport – Attribute, die auch in meinem heutigen Job ausschlaggebend sind.

Welche Werbeidee der vergangenen Jahre hat Sie am meisten beeindruckt?

Die „Geiz ist geil“-Kampagne. Ich finde es interessant, wie man ganze Verhaltensweisen beeinflussen kann und sich langfristig in Erinnerung bringt, wenn man exakt den Nerv der Zeit trifft. Ich bin aber sehr froh darüber, dass sich das Geiz-Thema in der Zwischenzeit deutlich relativiert hat und Dinge wie Lifecycle-Kosten und Nachhaltigkeit wieder mehr in den Mittelpunkt gerückt sind.

Als jemand, der tagtäglich kreativ sein muss: Wo nehmen Sie Ihre Inspiration her?

Ich gehe jeden Morgen und bei jedem Wetter mit meinem Hund mindestens eine dreiviertel Stunde durch die Natur. In dieser ruhigen geerdeten Umgebung fallen mir viele Dinge ein, die nicht nur Umsetzungsideen sind, sondern oft auch meinen Tag vorstrukturieren.

Gibt es ein Projekt, das Sie schon immer einmal machen wollten?

Ich habe viele tolle Kunden. Früher hätte ich mir nie träumen lassen, dass ich einmal für Unternehmen wie BASF, Bosch, manroland, Segafredo und Schöffel arbeiten darf. Trotzdem ist es bestimmt der Traum aller Werber, für ganz große B2C-Marken arbeiten zu dürfen. So ein Job für L’Oreal, Nivea, Daimler oder Coca-Cola – das wäre schon was…

Was war Ihr Berufswunsch als Kind?

Früher wollte ich immer Tierärztin  werden.

Wenn Sie verreisen, wohin am liebsten?

Ich mag die Abwechslung. Ich liebe die verschiedenen Mentalitäten, das Eintauchen in neue Welten. Derzeit ist es allerdings nicht so abenteuerlich: Seit ein paar Jahren bin ich mit meiner Tochter ja immer als Duo unterwegs. Da lieben wir die Ferienclubs, in denen wir viele gemeinsame Aktivitäten erleben können, aber auch jeder von uns zu seinen individuellen Highlights kommt.

Ganz spontan in 30 Sekunden: Drei tolle Persönlichkeiten aus Bayerisch-Schwaben?

Der Boarische Hiasl als Reminiszenz an meine Heimat- und Wohngemeinde Kissing, Jim Knopf als Symbol für die Bekanntheit Augsburgs in der ganzen Welt und meine unglaublich tolle Tochter Luzie als Zeichen gelebter Zukunft.

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