Jahresfehlbetrag gesenkt

Stadtwerke Ulm nähern sich der schwarzen Null

Die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm. Foto: Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm
Die letzten Jahre waren bei den Stadtwerken Ulm/Neu-Ulm (SWU) von einem hohen Jahresfehlbetrag geprägt. Doch bereits im letzten Jahr konnte der Wert halbiert werden. Auch 2016 ging es weiter bergauf.

Zwar blieb das Konzernergebnis 2016 negativ, doch die Verluste konnten weiter abgebaut werden. Insgesamt wurde der Jahresfehlbetrag von 16,1 Millionen Euro in 2015 auf 9,6 Millionen Euro gesenkt. Dabei haben sich die gute Stromerzeugung aus den regionalen Quellen, ein lebhafter Wärmeabsatz sowie Kosten-Einsparungen und einige Sondereffekte positiv ausgewirkt. Aus dem Tagesgeschäft konnte außerdem ein Plus von zehn Millionen Euro erwirtschaftet werden. Damit überstieg der operative Gewinn den Vorjahreswert von 7,2 Millionen Euro um über ein Drittel.

Daher kommen die roten Zahlen

Grund für das nach wie vor negative Konzernergebnis sind Belastungen, die auf Abschreibungen und Wertberichtigungen zurückgehen. Als Beispiel hierfür nennen die SWU das Pumpspeicher-Kraftwerk Blautal. Die Belastungen aus der Vermarktung des Kohlestroms werden sich angesichts der anhaltend niedrigen Marktpreise fortsetzen, so die SWU. „Doch ein Ausstieg aus der Betreiber-Gesellschaft zöge für die SWU Kosten nach sich, die die Verluste aus der Stromvermarktung weit übersteigen“, begründet Geschäftsführer Klaus Eder.

„Das Unternehmen ist auf einem guten Weg“

„Bis zur schwarzen Null haben die Stadtwerke noch eine Strecke vor sich. Doch die Richtung im Gesundungs-Prozess stimmt“, blickt Geschäftsführer Klaus Eder nach vorn. Auch OB und Aufsichtsratsvorsitzender Gunter Czisch ermutigt: „Das Unternehmen ist auf einem guten Weg, wieder aus eigener Kraft eine zentrale Rolle zu spielen für die sich verändernden Mobilitätsbedürfnisse der Menschen und den Ausbau dezentraler Energiesysteme. Es gilt, sich weiter anzustrengen und die Herausforderungen anzugehen. Wer zukunftsweisende Energiepolitik und einen verbesserten Nahverkehr will, braucht eine starke SWU“.

Weniger Mitarbeiter als bislang

Als kostensenkende Maßnahme wurden unter anderem die Personalkosten im Rahmen des Projekts „SWU 2025“ reduziert. Möglich war dies du die konsequente Nicht-Wiederbesetzung von Stellen, die die durch Ruhestand oder vergleichbares frei geworden sind. Ende 2016 zählten die Stadtwerke 949 Beschäftigte, 27 weniger als im Jahr zuvor. Durchweg gut entwickelt haben sich außerdem die einzelnen Geschäftsbereiche. Die Netztochter erwirtschaftete einen Überschuss von rund 19 Millionen Euro. Die Tochter-Gesellschaft SWU Energie lag mit 6,2 Millionen Euro deutlicher im Plus als 2015.

170 Millionen Euro Wertschöpfung für die Region

2016 investierte die SWU insgesamt 36,9 Millionen Euro. Ein großer Anteil davon entfällt auf den Straßenbahnbau. Für 33,2 Millionen Euro wurden im Rahmen von Investitionen und Unterhalts-Maßnahmen Aufträge an Unternehmen in der Region vergeben. Die Stadtwerke zahlten sechs Millionen Euro Konzessions-Abgaben an Städte und Gemeinden. Betreibern von Anlagen, die Strom aus erneuerbaren Quellen gewinnen, bezahlte die SWU Energie 46,9 Millionen Euro an Einspeise-Vergütungen. Alles in allem erzeugte die SWU damit rund 170 Millionen Euro an regionaler Wertschöpfung.

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