Abwärme des Müllkraftwerks sinnvoll nutzen

Spatenstich für das Fernwärmenetz in Weißenhorn

Spatenstich zum Fernwärmenetz Weißenhorn. Foto: Jürgen Bigelmayr/Landratsamt Neu-Ulm
Als größtes klimaschutzpolitischen Projekt in der Geschichte des Landkreises Neu-Ulm begründete der Spatenstich am 5. Mai einen neuen Meilenstein für die Region. Der erste Bauabschnitt zum neuen Fernwärmenetz wird zwischen 8,2 und 9,8 Millionen Euro kosten.

Das Fernwärmenetz in Weißenhorn wird von der Abwärme des Müllkraftwerks gespeist. Zu den Großabnehmern zählt auch die Stiftungsklinik, bei der am vergangenen Freitag der Spatenstich stattfand. Feststehende Vertragspartner sind weiter PERI, das Claretiner-Kolleg, die Wilhelm-Busch-Förderschule und die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft. Weiter gingen nach Angaben von Landrat Thorsten Freudenberger bislang rund 50 Anfragen von privaten Haus- oder Wohnungsbesitzern ein.

Fertigstellung des ersten Bauabschnitts noch 2017

Bereits im Herbst dieses Jahres soll laut Zeitplan der Bauabschnitt I fertiggestellt sein und in Betrieb gehen. Stefan Sendl, Inhaber des Ingenieurbüro Sendl, zeigte sich zuversichtlich, den Termin einhalten zu können. „Das ist ein sportliches Ziel, aber wir werden alles tun, um es zu erreichen“, versprach auch Alois Alt, der Geschäftsführer der Fernwärme-Projektentwicklungsgesellschaft (FWP) Weißenhorn. Gesellschafter der FWP sind zu je 50 Prozent der Landkreis Neu-Ulm und die Stadt Weißenhorn.

Bauarbeiten laufen bereits

An der Südseite des Klinikgeländes arbeiten die bauausführenden Firmen Max Wild und Alois Müller bereits tatkräftig. Die ersten Leitungsrohre des werdenden Fernwärmenetzes sind inzwischen verlegt, nun geht es – je nach Ausbaustufe – fünf bis sieben Kilometer weiter in Richtung Müllkraftwerk im Industriegebiet Eschach. Dabei wird an der Realschule auch eine Verbindung zum bestehenden Biogas-Fernwärmenetz hergestellt. So wird die Spitzenlast des Energiebedarfs von Realschule und Fuggerhalle abgedeckt.

Landkreis Neu-Ulm will „Umweltgeschichte“ in der Region schreiben

Landrat Freudenberger freute sich bei Spatenstich derweil, dass es drei Jahre nach seinem Amtsantritt am 1. Mai 2014 gelungen ist, das Projekt an den Start zu bringen. Dies sei bereits seit den Anfängen der Müllverbrennungs-Anlage vor mehr als 25 Jahren angestrebt worden. „Zusammen sind wir auf dem besten Weg, Umweltgeschichte in unserem Landkreis zu schreiben“, so der Landrat gegenüber Weißenhorns Bürgermeister Dr. Wolfgang Fendt. Für den Klimaschutz im Landkreis Neu-Ulm sei das Fernwärmenetz in Weißenhorn ein „Großer Wurf“. Sowohl ökologisch als auch ökonomisch ist es Freudenberger zufolge „vorteilhaft, die überschüssige Wärme des Müllkraftwerks zu nutzen, die bislang ungenutzt in die Atmosphäre entweicht“.

Bürgermeister: Klimaschutz muss konstant auf der Agenda stehen

Dass Landkreis und Stadt Weißenhorn gut zusammenarbeiten, hat sich auch bei der Reaktivierung des Personenverkehrs auf der Bahnstrecke Senden – Weißenhorn gezeigt, wie Dr. Fendt erklärte. Klimaschutz dürfe nicht nur dann Konjunktur haben, wenn gerade einmal wieder ein Hochwasser übers Land geflutet sei, sondern müsse andauernd auf der Agenda stehen, mahnt der Bürgermeister.

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