Erste Projekterfolge

So bringen HWK Ulm und Industrie Flüchtlinge in Arbeit

Die Absolventen der Qualifizierungsmaßnahme. Foto: Handwerkskammer Ulm
In Ulm ziehen Handwerk und Industrie an einem Strang. Die Freude ist daher groß, dass junge Flüchtlinge einen weiteren Schritt zur Integration auf dem Arbeitsmarkt erreicht haben.

Das Projekt „Integrations-Qualifizierung Sprache und Beruf (TQ Plus)“ ist seit über einem Jahr erfolgreich in der Region etabliert. Die Teilnehmer dieser Teilqualifizierung werden an Metallberufe herangeführt. 15 junge Flüchtlinge erhielten nun ihr Zertifikat. Sie absolvierten den Abschluss des Modul 1 im Berufsbild Fachkraft Metalltechnik. Sie erhielten theoretische und praktische Kenntnisse. Diese orientieren sich grundsätzlich am Ausbildungsrahmenplan des jeweiligen Berufsbildes. Die Besonderheit dieses Projektes besteht darin, dass die jungen Menschen neben fachlichen Inhalten auch intensiv an die Fachsprache herangeführt werden. Dies gelang ihnen unter anderem durch Praktika in den jeweiligen Betrieben.

Hauptgeschäftsführer ist großer Befürworter des Projekts

Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm, Dr. Tobias Mehlich, sieht großes Potential im TQ-Plus-Projekt. Besonders weil die Initiatoren Südwestmetall, Wieland Werke AG und das Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft e.V. mit der Handwerkskammer Ulm zusammenarbeiten: „Die Partner haben erkannt, dass Sprache der Schlüssel zur Integration und Arbeit ist, damit sie in unserem Land Fuß fassen können. Diese Teilqualifizierung verhilft Flüchtlingen zu einer echten beruflichen und persönlichen Perspektive. Wir brauchen qualifizierte Fachkräfte in unserem Land und im Handwerk“, so Mehlich. Viele Unternehmen seien bereit, wiederholt Flüchtlinge im Praktikum aufzunehmen. „Das Engagement dieser Unternehmen ist klar zukunftsorientiert“, betont Mehlich. Der Erfolg des Projektes zeige, was bewirkt werden kann, wenn die Ressourcen verschiedener Einrichtungen und Unternehmen gebündelt werden. So erhielten Flüchtlinge eine nachhaltige Chance zur Integration.

So geht es weiter

Die Teilqualifizierung Fachkraft Metalltechnik ist in fünf Module unterteilt. Am Ende kann durch eine externe Prüfung vor der zuständigen Kammer ein Ausbildungsabschluss erworben werden. In Ulm gab es bereits einen Durchlauf von Modul 1 und 2. Aufgrund des großen Projekterfolgs folgt im Frühjahr 2017 eine Neuauflage des Moduls 1 in Ulm und Biberach. Ein Modul 2-Kurs soll erneut folgen.

Über die Qualifizierungsinitative TQ Plus

Auf Initiative der Wieland-Werke AG hatten die Ulmer Bezirksgruppe von Südwestmetall und die Handwerkskammer Ulm im Frühjahr 2016 die gemeinsame Qualifizierungsinitiative TQ Plus ins Leben gerufen. Damit  konnten junge Flüchtlinge an Metallberufe herangeführt werden. Die Agentur für Arbeit finanziert dieses Projekt. Das Prinzip der modularen Teilqualifizierung wird durch die Arbeitgeberinitiative „Eine TQ besser!“ bundesweit durch die Arbeitgeberverbände und deren Bildungswerke der Wirtschaft regulär durchgeführt. Das heißt, die erworbenen Zertifikate sind in jedem Bundesland gültig. Ein Anschluss mit dem Folgemodul ist möglich. Dadurch wären die Flüchtlinge flexibler und es würden sich ihnen neue Chancen und Möglichkeiten ergeben.

Beteiligte Partner des Projektes „Teilqualifizierung von Flüchtlingen“

  • Wieland-Werke AG
  • Heidelberg Manufacturing Deutschland GmbH
  • Schwäbische Härtetechnik Ulm SHU
  • Werkzeugbau Laichingen GmbH
  • Burgmaier Technologies GmbH + Co KG
  • Dalheimer GmbH
  • Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft e.V. (Projektorganisation und Durchführung)
  • Agentur für Arbeit (Teilnehmerakquise und Finanzierung)
  • Handwerkskammer Ulm (Praxisphase Bildungsakademie)
  • Südwestmetall Ulm
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