Gastronomie

So begegnet der Hotel-Landgasthof „Hirsch“ dem Fachkräftemangel

Auszubildender im Hotel Landgasthof „Hirsch“ in Finningen. Foto: Ulmer Pressedienst
Der Hotel-Landgasthof „Hirsch“ in Neu-Ulm/Finningen und die Betreiberfamilie Britsch bemühen sich mit einem großangelegten Programm verstärkt um junge Mitarbeiter. Die Angebote für die künftigen Auszubildenden reichen von höheren Gehältern über weitergehende Aus- und Fortbildungen bis hin zu neuen Mitarbeiterwohnungen am Ort.

Der Mangel an Fachkräften in der Gastronomie trifft nicht nur die kleinen Betriebe. Auch große Häuser wie den Hotel-Landgasthof „Hirsch“ mit seinen derzeit 120 Mitarbeitern sind betroffen.

Landgasthof „Hirsch“ bekommt den Fachkräftemangel zu spüren

Jahrelang waren die Ausbildungsstellen im „„Hirsch““ im Service und in der Küche heißbegehrt. „Auch wir spüren es, dass eine Ausbildung in der Gastronomie bei den jungen Leuten momentan nicht so angesagt ist“, erläutert Geschäftsführer Christian Epple die schwierige Situation. Dabei sei die Arbeit in der Gastronomie durchaus attraktiv und böte viel Abwechslung und Zukunftsperspektiven, beispielsweise bekomme man überall auf der Welt jederzeit einen Job. Frühere Auszubildende des Landgasthofs arbeiten heute beispielsweise in namhaften Hotels in Österreich und der Schweiz, auf Kreuzfahrtschiffen und im Burj al Arab, dem höchsten und exklusivsten Hotel der Welt. Einige sind inzwischen nach Finnigen zurückgekehrt und haben im „„Hirsch““ Bereiche mit viel Verantwortung übertragen bekommen.  

Höhere Ausbildungsgehälter als üblich in der Gastronomie

Die Großfamilie Britsch hat jetzt ein besonderes Programm für die künftigen Azubis zusammengestellt. Im Mittelpunkt stehen unter anderem höhere als die sonst üblichen Ausbildungsgehälter. So bekommen junge Köche und Hotelfachleute im „„Hirsch““ ebenso viel Geld in der Ausbildung wie Auszubildende in der Industrie. „Mit unserem Bonusprogramm verdient man dann genau so viel wie beispielsweise ein Industriekaufmann oder eine Industriekauffrau“, so Personalchefin Sonja Epple.

Landgasthof „Hirsch“ investiert in Aus- und Weiterbildung

Zudem können sich die Lehrlinge in der „Hirsch Akademie“ fort-und weiterbilden. Hierzu wurde die Zusammenarbeit mit Zulieferern verstärkt. Beispielsweise dürfen die Köche das Filetieren direkt beim Fischlieferanten üben, wo sie „mehr Ruhe als im Tagesbetrieb haben“. Sechs  Meister und zusätzlich elf Ausbilder mit IHK-Diplom kümmern sich um den Nachwuchs. Mit der „Hirsch Akademie“ wird die Qualität der Ausbildung aber noch weiter verbessert.

Eigene Wohnungen für die Mitarbeiter geplant

Noch eine Zukunftsvision ist ein Neubau in Finningen. Ursprünglich wurde das Areal für eine Erweiterung des Hotels gekauft. Nun wird überlegt, in dem geplanten Neubau unter anderem Wohnungen für die Mitarbeiter einzurichten. „Neue Mitarbeiter, die zu uns nach Finningen wechseln, tun sich manchmal schwer, schnell eine Wohnung zu finden“, weiß Epple.

Über den Hotel-Landgasthof „Hirsch“

Der Hotel-Landgasthof „Hirsch“ in Finningen mit rund 120 Mitarbeitern ist ein Hotel mit 69 Zimmern, Wellnessbereich, neun Tagungsräumen und einem zusätzlichen Cateringbetrieb für bis zu 1.000 Personen. Dem Hotel mit jährlich 20.000 Gästen sind ein Restaurant, ein großer Eventstadel für Familien- und Betriebsfeiern sowie ein Biergarten angeschlossen. Das Restaurant mit „Hirsch“‘s Bar bietet rund 200 Sitzplätze. Ein weiteres Standbein ist die Genuss-Werkstatt in der Oldtimerfabrik Classic in Neu-Ulm.

In der neuen Familiengesellschaft ist Johann Britsch mit Schwiegersohn Christian Epple Geschäftsführer. Auch die drei Töchter Bettina, Sonja und Sylvia arbeiten als Teilhaber mit verschiedenen Aufgabenbereichen voll im Betrieb mit. Zur Seite steht der Großfamilie Britsch, Epple, Seidl und Durst die Prokuristin Gabi Geiger als Hoteldirektorin und Eventmanagerin.

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