Strenge Dokumentations-Pflichten und schlechte Infrastruktur

HWK Ulm: Das fordert das Handwerk von der Politik

Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm. Foto: HWK Ulm
Die Handwerkskammer Ulm und ihre Betriebe sind gut ins Jahr gestartet. Auch hinsichtlich der kommenden Wochen zeigen sich die Betriebe im Ulmer HWK-Bezirk optimistisch. Dennoch gibt es Forderungen an die Politik.

Die Handwerkskammer macht deutlich, wie wichtig politisches Wirken für seine Betriebe sei – gerade im Hinblick auf die kommende Bundestagswahl. „Wenn wir von einer hohen Betriebsauslastung sprechen, klammern wir den ebenso hohen Zeitaufwand für Dokumentations-Pflichten oder schlechte Infrastruktur aus“, so HWK Hauptgeschäftsführer Dr. Tobias Mehlich. Wer hier eine Verbesserung für die Unternehmen erreiche, steigere die Leistungsfähigkeit der Handwerksbetriebe und die Wirtschaftskraft seiner Region. „Kluge Handwerkspolitik ist deshalb auch kluge Strukturpolitik“, fasst Mehlich zusammen.

„Das Handwerk profitiert von niedrigen Zinsen“

Doch schon jetzt bewerten die Betriebe ihre aktuelle Geschäftssituation und ihre weiteren Erwartungen im Allgemeinen positiv. „Das Handwerk profitiert von niedrigen Zinsen und hohen Vertrauenswerten in der Bevölkerung. Diese Entwicklung hält seit vier Jahren an. Sie ist robust und zeigt die Leistungsfähigkeit des regionalen Handwerks“, erklärt Joachim Krimmer, Präsident der Handwerkskammer Ulm, den kontinuierlichen Auftrieb der Handwerks-Konjunktur.

67 Prozent bewerten ihre Lage als gut

Besonders zufrieden zeigen sich das Kfz-Gewerbe sowie die Handwerksbetriebe für den gewerblichen Bedarf. Als beispielhaft werden vor allem Betriebe aus dem Bereich Feinwerkmechanik, Elektro oder Metall aufgeführt. Auch das Bauhandwerk bewertet seine Situation nach wie vor günstig und blickt positiv in die kommenden Monate. Über alle Gewerke hinweg bewerten 67 Prozent aller Betriebe ihre Lage als gut, ein Plus von acht Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Für die kommenden Wochen rechnen 75 Prozent aller Betriebe mit einem positiven Jahresverlauf.

Unternehmen, Beschäftigte und Kommunen profitieren von Planungs-Sicherheit

Insbesondere der wachsende Auftragsbestand stärkt die Zuversicht der Unternehmen. So verweisen 29 Prozent der befragten Handwerker auf steigende Auftragseingänge. Eine sinkende Nachfrage hat im ersten Quartal nur etwa jeder fünfte Handwerker verzeichnet. Bei 56 Prozent aller befragten Handwerker reicht der Auftragsbestand für die kommenden sechs bis zwölf Wochen. Insgesamt 61 Prozent arbeiten aktuell mit einer Auslastung von mindestens 80 Prozent.

„Die Nachfrage nach Handwerksleistungen ist ungebrochen. Für die Planungs-Sicherheit unserer Betriebe, der Kommunen und der beschäftigten Menschen ist das von zentraler Bedeutung“, betont Mehlich. Den Unternehmen sichere das die Auslastung, den Kommunen die Gewerbesteuer und den Beschäftigten die berufliche Perspektive.

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