Lünendonk-Studie 2017

Studie: 86 Prozent der Beratungs-Unternehmen fehlen die Fachkräfte

Thomas Lünendonk, Inhaber der Lünendonk & Hossenfelder GmbH. Foto: Lünendonk & Hossenfelder GmbH
Die in oder von Deutschland aus aktiven Managementberatungs-Unternehmen setzen ihren Wachstumskurs fort, das zeigt die aktuelle Lünendonk-Studie. Dies und weitere Ergebnisse stellt das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Lünendonk & Hossenfelder, Mindelheim, in der Studie „Managementberatung in Deutschland“ vor.

2016 waren die 70 von Lünendonk untersuchten Beratungen in der Lage, ihre Umsätze um durchschnittlich über elf Prozent zu steigern. Auch für 2017 und 2018 rechnen sie mit einer ähnlichen Dynamik. Die mittelgroßen Unternehmen waren –  wie bereits im Vorjahr – besonders erfolgreich und konnten ihre Umsatz-Erwartungen mit einem Wachstum von durchschnittlich über 16 Prozent erneut deutlich übertreffen.

86 Prozent der Beratungen beklagen einen Fachkräftemangel

Die ab sofort erhältliche Publikation basiert auf Daten von mehr als 70 analysierten Unternehmen. Darunter sind fast alle 30 führenden Managementberatungs-Unternehmen in Deutschland. Damit die Beratungsunternehmen weiterhin wachsen können, benötigen sie erfahrene Mitarbeiter. Derzeit beklagen allerdings 86 Prozent aller Beratungen einen Fachkräftemangel, der ihr Wachstum bremst. Dies hängt damit zusammen, dass die Unternehmen 2017 planen, bezogen auf die aktuelle Mitarbeiterzahl rund 22 Prozent neue Consultants einstellen zu wollen. Das ist auch nötig, um die durchschnittliche Fluktuation von 12,9 Prozent auszugleichen und gleichzeitig um über elf Prozent wachsen zu können.

Digitalisierung rückt in den Fokus

Als weiterer Faktor soll 2017 und 2018 besonders in die Digitalisierung des Geschäfts investiert werden. Es wird sehr deutlich, dass nicht mehr das Thema Effizienzsteigerung allein im Vordergrund steht. Vielmehr haben die Kundenunternehmen erkannt, dass die zur Verfügung stehenden Technologien völlig neue Produkt- und Service-Innovationen ermöglichen, aber auch fordern. Um dieses Potenzial zu heben, benötigen sie Unterstützung durch Beratungen. Auch die Analyse großer Datenmengen sowie die Einführung von Industrie-4.0-Konzepten spielen eine zentrale Rolle bei den Investitions-Planungen der Beratungskunden.

Gebündelte Kompetenzen bringen Wettbewerbsvorteile

Um Digitalisierungs-Projekte erfolgreich umzusetzen, müssen einerseits Konzepte mit einem starken Bezug zum Endkunden entwickelt werden. Andererseits gilt es, die zahlreichen Daten aus Kundeninteraktionen und anderen Geschäftsprozessen sinnvoll und schnell auszuwerten. Über 90 Prozent der Beratungsunternehmen sehen deshalb einen Wettbewerbsvorteil darin, wenn sie Strategie-, Kreativ- und Analytic-Know-how aus einer Hand anbieten können. Einige Anbieter haben hier bereits reagiert und in den letzten zwölf Monaten Firmen mit diesem Wissensspektrum gekauft. Andere Beratungen setzten auf die Entwicklung eines Partner-Ökosystems, um flexibel auf Kundenwünsche reagieren zu können.

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