Personalie

ZF Friedrichshafen meldet zwei wichtige Wechsel an der Spitze

Luftaufnahme vom Hauptsitz von ZF Friedrichshafen. Foto: ZF Friedrichshafen
Dr.-Ing. Franz-Josef Paefgen wurde zum neuen Vorsitzenden des Aufsichtsrats von ZF Friedrichshafen gewählt. Er folgt auf Prof. Dr. Giorgio Behr. ZF-Vorstandsvorsitzender Dr. Stefan Sommer verlässt derweil das Unternehmen.

Der Aufsichtsrat der ZF Friedrichshafen AG hat auf einer außerordentlichen Sitzung am 4. Dezember 2017 Dr.-Ing. Franz-Josef Paefgen zum neuen Vorsitzenden des ZF-Aufsichtsrats gewählt. Er folgt auf Prof. Dr. Giorgio Behr. Der ausgewiesene Automobilexperte Paefgen gehört dem Gremium seit 2008 an.

Fokus auf der Transformation der Automobilindustrie

„ZF hat die Herausforderungen der Automobilindustrie mit einer Langfrist-Strategie erfolgreich angenommen und in den vergangenen Jahren eine hervorragende Entwicklung genommen. Diesen Kurs wollen wir fortsetzen“, sagt Paefgen. „Die Gesellschafter begrüßen die Berufung von Dr. Paefgen mit seiner ausgewiesenen Expertise an die Spitze des Kontrollgremiums“, erklären der Oberbürgermeister der Stadt Friedrichshafen, Andreas Brand, als Vertreter der Zeppelin-Stiftung und Joachim Meinecke als Vertreter der Ulderup-Stiftung.

Über den neuen Aufsichtsratsvorsitzenden

Der Branchenexperte Paefgen war seit 1976 in verschiedenen Führungspositionen in der Automobilindustrie tätig. So gehörte er von 1995 bis 2002 dem Vorstand der Audi AG an, seit 1997 als Vorstandsvorsitzender. Von März 2002 an war er verantwortlich für die Marke Bentley und als Generalbevollmächtigter der Volkswagen AG zudem für die Konzern-Forschung und die Motorsportaktivitäten des Volkswagen-Konzerns. Von 2003 bis 2005 leitete Paefgen die Bugatti Engineering GmbH. Ab 2007 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 2011 war er Präsident der Bugatti Automobiles S.A.S. sowie der Bugatti International S.A.

ZF erweitert Entwicklungskapazitäten für autonomes Fahren

„Es ist wichtig, dass jetzt wieder Ruhe einkehrt und wir uns auf das Geschäft und den anstehenden Transformationsprozess in der Automobilindustrie konzentrieren“, sagt Paefgen. „Dazu möchte ich als Aufsichtsratsvorsitzender meinen Beitrag leisten.“ Dazu erweitert die ZF Friedrichshafen AG auch ihre Entwicklungskapazitäten im Bereich autonomes Fahren: Zum 1. Dezember 2017 werden die 20 Entwickler der IEE Sensing Germany GmbH mit Sitz im oberbayerischen Kösching Teil des ZF-Konzerns. Sie werden unter dem Namen „Zukunft Mobility“ der ZF-Tochtergesellschaft „Zukunft Ventures“ zugeordnet.

Künstliche Intelligenz spielt immer größere Rolle

Die IEE Sensing Germany GmbH ist auf die Entwicklung von Funktionen in den Bereichen Fahrerassistenz, integrale Fahrzeugsicherheit und autonomes Fahren spezialisiert. Die 20 Beschäftigten sind überwiegend Informatiker, Physiker und Softwareentwickler mit langjähriger Erfahrung in der Automobilbranche. „Der Ausbau unserer Kapazitäten und Kompetenzen in der Software- und Algorithmenentwicklung ist für ZF sehr wichtig, um unseren Kunden intelligente mechanische Systeme anbieten zu können“, sagt der ZF-Vorstandsvorsitzende Dr. Stefan Sommer. Begleiten wird er diesen Schritt jedoch nicht mehr: Er entschied sich kurz nach dem Amtsantritt von Paefgen, das Unternehmen zu verlassen. 

Neuer Standort liegt logistisch günstig

Für ZF wird die Entwicklung von Funktionen, Systemen und Algorithmen für das automatisierte und autonome Fahren im Vordergrund stehen, etwa für die Umfelderkennung von Fahrzeugen oder Funktionen für automatisierte Parkvorgänge. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Datenfusion. Mit dem neuen, unmittelbar an der Autobahn A9 gelegenen Standort Kösching erhält ZF auch direkten Zugang zum Testfeld A9 und kann dort das autonome Fahren im realen Verkehr erproben.

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