Landratsamt Lindau (Bodensee)

Vogelgrippe am Bodensee: Für 64 Geflügel-Betriebe gilt Stallpflicht

Symbolbild. Foto: Jerzy / pixelio.de

In den vergangenen Tagen wurde bei mehreren Wildvögeln in der Bodenseeregion das Vogelgrippe-Virus H5N8 festgestellt. Nun leitet der Landkreis Lindau erste Maßnahmen ein, um die Verbreitung des Virus einzudämmen.

von Isabell Walter, Online-Redaktion

Der erste Schritt ist eine eigene Beobachtungs-Zone. Dies betrifft Teile von Lindau, Wasserburg und Sigmarszell sowie Bodolz und Nonnenhorn. In diesen Bereichen gilt für jegliches Geflügel Stallpflicht. Davon sind insgesamt 64 Betriebe mit etwa 520 Tieren betroffen. Dennoch sind alle Betriebe im Landkreis dazu angehalten, ihre Tiere aus Vorsorgegründen im Stall zu halten.

423 Geflügelhalter im Landkreis Lindau

„Wir müssen die Entwicklung der Tierseuche auch in unseren Nachbarländern genau beobachten“, so Landrat Elmar Stegmann. „Je nachdem, wie sich die Geflügelpest räumlich ausbreitet, müssen wir auch unsere Maßnahmen situationsbedingt anpassen.“ Dr. Harald Wirsching, Leiter des Fachbereichs Veterinärwesen und Lebensmittel-Überwachung erklärt: „Die Stallpflicht soll sicherstellen, dass Wildvögel keinen Zugang zu Futter- und Tränkeeinrichtungen von Hausgeflügel bekommen, da hierüber eine Übertragung der Krankheit stattfinden könnte.“ Im Landkreis Lindau gibt es derzeit 423 Geflügelhalter mit insgesamt 14.420 Tieren.

Sieben tote Vögel durch Vogelgrippe

Bislang gilt das Virus für Menschen als ungefährlich. Dennoch rät das Landratsamt, keine toten Tiere zu berühren, um das Virus nicht weiterzuverbreiten. In diesem Zuge sind Hunde- und Katzenbesitzer dazu angehalten, ihre Tiere im Uferbereich und in der Nähe des Bodensees nicht frei laufen zu lassen. Sollten Bürger einen toten Vogel finden, werden sie gebeten den Fundort direkt beim Veterinäramt  zu melden. Insgesamt wurde das Virus bisher bei vier Reiherenten, einer Möwe, einem Schwan und einem Graureiher bestätigt. Am Wochenende wurden nochmals sechs Wasservögel am Bodenseeufer tot aufgefunden.

Virus wird bei 70 Grad Celsius abgetötet

„Wir sind sehr erleichtert, dass sich ein Verdachtsfall in einem Vorarlberger Geflügelbetrieb nahe der Grenze zu Bayern nicht bestätigt hat“, so Landrat Elmar Stegmann. Hier waren alle Proben negativ. Weiter wird bekanntgegeben, dass der Verzehr von Geflügelfleisch, Eiern und sonstigen Geflügelprodukten unbedenklich ist. Das Virus wird bereits bei 70 Grad Celsius, also der bei üblichen Zubereitungs-Temperatur, sicher abgetötet.

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