Industrie-Nahwärme-Projekt

STADWERK AM SEE und MTU starten Modellprojekt

Albin Berg, Paul Stampfer, Alexander-Florian Bürkle und Dr. Stefan Köhler an der neuen Wärme-Übergabestation. Foto: STADTWERK AM
Im Norden von Friedrichshafen entsteht ein Modellprojekt für ökologische Wärmeversorgung. Das STADTWERK AM SEE hat am gestrigen Mittwoch, 15. Februar, zusammen mit MTU Friedrichshafen die Energiezentrale für das Quartier Heinrich-Heine-Straße in Betrieb genommen.

Am Projekt nehmen auch weitere regionale Unternehmen teil. Neben ZF, MWS, dem Sauerstoffwerk und Zeppelin Systems unterstützt auch die Stadt Friedrichshafen das Modellprojekt am Bodensee. Gefördert wird es vom Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE).

Gemeinsames „Vorzeigeprojekt von europäischer Dimension“

Das Modellprojekt nutzt dabei einen innovativen und ökologischen Ansatz. So wird Abwärme, die bei der Industrieproduktion entsteht, nutzbar gemacht wird. Für das Projekt kooperiert das Stadtwerk am See mit Industriebetrieben, der Städtischen Wohnungsgesellschaft (SWG) und der Stadt Friedrichshafen. Von Seiten der Stadt Friedrichshafen bekommt das Projekt bereits positive Rückmeldungen. Erster Bürgermeister Stefan Köhler lobte das „tatkräftige Netzwerk für Energieeffizienz“: „Industrie, Wohnungsbau, Stadtwerk und Stadt gemeinsam haben hier ein Vorzeigeprojekt von europäischer Dimension geschaffen.“ Friedrichshafen habe somit beim Thema Klimaschutz bereits starke, innovative Partner.

MTU unterstützt Projekt über Wärmenetz

Baubeginn für den ersten Abschnitt des Nahwärmenetzes war vor einem Jahr. Aktuell werden 258 Wohnungen im Wohnquartier Heinrich-Heine-Straße der SWG mit Wärme versorgt. Diese stammt aus dem Wärmenetz des benachbarten MTU-Werks von Rolls-Royce Power Systems. „MTU startet dieses Projekt der Nahwärmeversorgung über ihr bereits bestehendes Wärmenetz, zu dem auch ein Blockheizkraftwerk von MTU Onsite Energy gehört. In einem zweiten Schritt werden wir auch Industrieabwärme, beispielsweise von Motorenprüfständen, einspeisen“, erklärt Albin Berg, Infrastrukturverantwortlicher bei MTU.

Wohnquartier als Vorzeigeprojekt 

SWG-Geschäftsführer Paul Stampfer sieht das nun ökologisch versorgte Wohnquartier als Vorzeigeprojekt: „Unsere Mieter bekommen ökologische Wärme zum günstigen Komplettpreis. Und wir als SWG ersparen uns die Kosten für neue Heizungen – und die fälligen Wartungen und Reparaturen gleich mit dazu.“

„Ausblick für die Energiezukunft"

Das Stadtwerk am See ist dabei zentraler Dienstleister für beide Seiten. Es kauft die Wärme von der Industrie und liefert sie an die SWG-Wohnungen und das benachbarte Obdachlosenheim weiter. „Das Projekt ist ein Ausblick in die Energiezukunft“, betont Stadtwerk-Geschäftsführer Bürkle. „Wir verbinden in diesem städtischen Quartier die ansässige Industrie mit Wärmeverbrauchern in der Nachbarschaft. Damit sparen wir rund 500 Tonnen CO2 pro Jahr ein.“

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