STADTWERK AM SEE GmbH & Co. KG

Stadtwerk am See zieht gegen eprimo vor Gericht

Die Hauptverwaltung des Stadtwerks am See. Foto: Stadtwerk am See

Ende August hat das Stadtwerk am See eine Unterlassungs-Verfügung gegen die Telefongeschäfte des Energiediscounters eprimo erwirkt. Diese hat der Wettbewerber laut Stadtwerk am See jedoch nicht abschließend anerkannt. Jetzt reichte das Stadtwerk Klage vor dem Landgericht Ravensburg ein. Der Gerichtstermin ist für den 5. Dezember festgesetzt.

von Isabell Walter, Online-Redaktion

„Wir haben es mit besonders dreisten Fällen von Telefonbetrug zu tun“, sagt Ulrich Längle, Vertriebsleiter des Stadtwerks am See. Laut deutschem Recht hätte das Konkurrenz-Unternehmen die Stromkunden überhaupt nicht ohne deren Einwilligung anrufen dürfen. „Geschweige denn sie mit falschen Angaben täuschen und gegen den Willen der Angerufenen bestehende Verträge kündigen“, so Längle. Der bundesweit agierende Discounter eprimo ist ein Tochterbetrieb des Energiekonzerns RWE. Die Anrufer hatten am Telefon behauptet, sie seien Mitarbeiter des Stadtwerks am See oder arbeiteten mit diesem Stadtwerk zusammen. Laut Stadtwerk am See erschlichen sie sich so persönliche Daten, mit denen sie dann eigenmächtig Verträge kündigten.

Stadtwerk am See reicht Klage ein

„Wir ziehen das jetzt durch“, so Längle: „Im Interesse der Kunden, die von eprimo arglos getäuscht wurden. Aber natürlich auch für alle anderen, die solche Anrufe dann hoffentlich gar nicht erst bekommen.“ Grundsätzlich seien Telefongeschäfte rechtens, erklärt der Vertriebschef. „Allerdings macht das deutsche Recht hier genaue Vorgaben – und diese hat eprimo nicht im Mindesten eingehalten.“ Die Klage vor Gericht sei ein Schutz für die Stadtwerk-Kunden, aber auch eine Warnung an andere Telefonwerber.

Stadtwerk am See hofft auf baldiges Ende

Interessant in diesem Zusammenhang, so Längle, seien auch Aussagen von eprimo selbst. Laut Stadtwerk am See erklärte eprimo-Unternehmenssprecher Jürgen Rauschkolb im Regionalsender „Regio TV“ in Bezug auf die unrechtmäßig abgeschlossenen Verträge: „Wenn es da Zweifel gibt, dann werden die Verträge rückabgewickelt.“ „Wir gehen davon aus, dass das dann auch geschieht“, sagt Längle. Bisher hatte eprimo die einstweilige Verfügung nicht anerkannt. Vor Gericht werden sich die Telefonwerber nun erklären müssen, meint Längle. „Wir hoffen für das Stadtwerk am See und insbesondere für die Kunden, dass dieser Spuk dann ein Ende hat.“

So verhalten sich die betroffenen Kunden richtig

Stadtwerk-Kunden, die selbst Opfer einer Telefonmasche geworden sind, können sich auf der Website des Stadtwerks am See über das weitere Vorgehen informieren. Grundsätzlich gilt: Ist die Rufnummer des Anrufers unterdrückt, so kann dies ein Hinweis auf ein unseriöses Telefongeschäft sein. Zusätzlich rät das Stadtwerk nachzufragen, ob der Anrufer eine schriftliche Einwilligung für das Telefongespräch hat. Außerdem sind die Kunden dazu angehalten, den Anrufer darauf hinzuweisen, dass Anrufe ohne die ausdrücke Erlaubnis des Kunden verboten sind. Daneben sollte der Namen des Anrufers und das Unternehmen, in dessen Namen er anruft, notiert werden. Am wichtigsten ist es jedoch, keine persönlichen Daten preiszugeben. Dazu gehören neben Kontodaten und Adresse auch Kunden- oder Zählernummern. Abschließend warnt das Stadtwerk, dass auch eine Zusage zur unverbindlichen Zusendung von Infomaterial als Zusage zum Vertragswechsel interpretiert werden kann.

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
nach oben