Sanierungs-Arbeiten

Schmidbauer hebt König-Ludwig-Brücke in Kempten aus

Die Baumaßnahmen an der König-Ludwig-Brücke. Foto: Schmidbauer GmbH & Co. KG
Die König-Ludwig-Brücke in Kempten gilt als Denkmal der Stadt. Die Firma Schmidbauer bekam nun den Auftrag, die Brücke abzubauen, da sie saniert wird.

Die Standsicherheit der Brücke konnte nicht mehr gewährleistet werden, weshalb die Stadt Kempten die Sanierung des Bauwerks in Angriff nimmt. Den Auftrag bekam das Kran- und Schwertransport Unternehmen Schmidbauer. Das ganze Projekt ist kein leichtes Unterfangen.

Vorsichtige Herangehensweise war gefragt

Um dieses Bauwerk sicher zu bewegen, wurde die Brücke zunächst in drei Teile geschnitten. Stefan Schmidbauer, Leiter der Abteilung Großkran, hatte die leitende Aufgabe, diese Teilstücke von ihrem Standort über dem Fluss einzeln herauszuheben. Seine Aufgabe war es auch, die Teile sicher auf die Transportfahrzeuge zu bringen und von diesen auch wieder herab zu heben.

Das Brückenprojekt war eine Herausforderung

Schmidbauer hat seit vielen Jahren Erfahrung mit solchen Projekten und kennt die Herausforderungen eines solchen Einsatzes: „Im Vorfeld ist nicht einzuschätzen, wie sich das Tragwerk der Brücke bei dem Hub genau verhalten wird. Bei solchen Projekten besteht stets die Gefahr, dass sich das Material verzieht oder biegt und im schlimmsten Fall zerbricht. Das Holz des Tragwerks ist ja sanierungsbedürftig und man muss da sehr umfangreiche Berechnungen anstellen und gut vorbereitet sein.“

Kurze Verzögerung am Anfang

Gleich zu Beginn der Arbeiten kam es schon zu Verzögerungen. Schmidbauer erklärt: „Das Mittelteil ließ sich leider nicht problemlos aus der Verankerung heben, weil alle Teilstücke mehr wogen als geplant. Statt 111 Tonnen brachte allein das Mittelstück 120 Tonnen auf die Waage, und auch die Ost- und Westseite wogen jeweils 40 Prozent mehr als ursprünglich geschätzt.“ Dies führte zwar zu einer leichten zeitlichen Verzögerung, aber dann wurde das Mittelstück sicher per Tandemhub zur Zwischenlagerung auf vorher eingemessene Laststützen zwischen zwei Großkräne platziert.

Wiedereinbau für 2018 geplant

Sowohl die Brücken-Ostseite als auch die -Westseite wurden jeweils an den darauf folgenden Tagen ausgehoben. Mit Nachläufern wurden die Einzelteile einzeln auf einen 400 Meter entfernten großen Parkplatz transportiert, wo die maroden Holzteile der Brücke ausgetauscht werden sollen. Auch auf dem Platz standen die Teleskopkrane bereit, um die Brückenteile vom Transportfahrzeug auf die Lagerfläche zu verheben. Der Wiedereinbau der Brücke ist für Ostern 2018 angesetzt. Der Einhub der restaurierten Teile ist bei Schmidbauer bereits in Planung. Ende des nächsten Jahres soll die König-Ludwig-Brücke dann den Kemptenern wieder freigegeben werden.

Die Geschichte der Brücke

Die 1847 bis 1851 errichtete Eisenbahnbrücke aus Holzgitterträgern gilt als einzigartiges Denkmal des frühen Eisenbahnzeitalters und als Zeugnis der Eisenbahn-Erschließung Bayerns. Die Fachwerkbauweise wurde von dem amerikanischen Ingenieur William Howe entwickelt. Damit ist die Brücke die einzig verbliebene in Deutschland nach diesem Muster. Das historische Holz- und Stahlbautragwerk misst 120 Meter Länge, fünf Meter Höhe und vier Meter Breite und ermöglichte dem Schienenverkehr bis vor wenigen Jahrzehnten in 35 Meter Höhe die Überfahrt über die Iller.

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