Zukunftsweisende Projekte

Neue Chancen: So will das Allgäu wichtige Wirtschaftszweige stärken

Bernhard Joachim, Stefan Rinke, Klaus Holetschek, Maria R. Zinnecker, Johannes Hintersberger. Foto:B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
„Wir brauchen Mut“, erklärte der alte und neue Vorsitzende des Tourismusverbands Allgäu/Bayerisch-Schwaben, Klaus Holetschek. Viel sei im vergangenen Jahr erreicht worden, doch die Konkurrenz schlafe nicht. Infrastruktur, Digitalisierung, weniger Bürokratie – der Verband stünde vor großen Herausforderungen.

„Der Tourismus ist nicht nur wirtschaftlicher Träger, sondern ein Image-Träger, der sich auch auf die Industrie auswirkt“, machte Staatssekretär Johannes Hintersberger in seiner Funktion als stellvertretender Vorsitzender klar. Er ziehe eben jene Fachkräfte an, die dringend von den Unternehmen vor Ort benötig werden. Genauso dringend seien weitere Investitionen in die Digitalisierung.  „Hier gibt es noch Luft nach oben“, so Hintersberger.

Neue Projekte sollen autonomes Fahren ins Allgäu holen

Dies ist nicht der einzige Bereich, in dem die Verantwortlichen noch Nachholbedarf sehen. „Wir brauchen einen weiteren Ausbau der touristischen Infrastruktur für den Winter wie Sommer“, forderte der Oberallgäuer Landrat Anton Klotz. Steigende Gäste-Zahlen würden die Nachfrage bestätigen. „Ich bin der Auffassung, wir müssen noch besser werden – touristisch, aber auch wirtschaftlich“, so Klotz weiter. „Das Allgäu wird durch nationale und internationale Veranstaltungen weiter in den Blickpunkt rücken.“ Der Landrat brachte dabei auch neue Projekte ins Gespräch, beispielsweise zum Zukunftssektor autonomes Fahren. So stünde der Vorschlag im Raum, für den Verkehr gesperrte Strecken bis nach Oberstdorf für Testfahrten zur Verfügung zu stellen. Aber auch die E-Mobilität sei ein Zukunfts-Thema für das Allgäu und Bayerisch-Schwaben.

Auf der 67. Jahreshauptversammlung des Tourismusverband Allgäu/Bayerisch-Schwaben

Umstrittene Entscheidung um das Riedberger Horn

Um die tägliche Arbeit des Verbandes zu erleichter, sprach sich Holetschek auf der Versammlung für ein „breites Bündnis für Bürokratieabbau“ aus. Dies traf auf Zustimmung unter den Mitgliedern. Umstritten ist derweil weiterhin die Zukunfts-Entscheidung um das Riedberger Horn. Klaus Holetschek sieht die Pläne als „vertretbar.“ Sicher sei dies keine leichte Entscheidung, doch unter Abwägung aller Aspekte die richtige. Die Diskussionen seien zudem beispielgebend dafür, dass „Projekte für den Tourismus nicht immer ganz schmerzfrei sind.“ Er sprach weiter davon, dass so neue Leuchttürme im Allgäu geschaffen werden, die einem hohen Konkurrenzkampf ausgesetzt seien. „Wir sind auf einem guten Weg“, so der Vorstand.

Holetschek einstimmig wiedergewählt

Bei der anschließenden Wahl des Vorsitzenden bestätigten die Mitglieder des Verbands einstimmig seinen Kurs. Es gab keine Gegenkandidatur. Als Stellvertreter wurden Johannes Hintersberger und Maria Rita Zinnecker, Landrätin Ostallgäu, gewählt. Das Amt des Schatzmeisters übernimmt ab sofort Stefan Rinke, Bürgermeister Schwangau. Sein Vorgänger, Augustin Kröll (Bergbahnen Oberstdorf und Kleinwalsertal), verabschiedete sich in den Ruhestand. Weiter wurden Dirk Schoppmann, bisheriger Geschäftsführer pro Allgäu, Franz Kukla, Bürgermeister a.D. Gundelfingen, und der Füssener Bürgermeister Paul Iacob aus dem Verband verabschiedet.

Satzung bleibt erhalten

In den Hintergrund rückte derweil die angekündigte Satzungsänderung. Diese wurde verschoben. Man warte auf Entscheidungen bezüglich des europäischen Vergabe- und Beihilferechts, hieß es. Holetscheck erklärte weiter, keine voreilige oder überhastete Entscheidung treffen zu wollen. Der Punkt wurde durch stille Zustimmung von der Tagesordnung gestrichen. 

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