Strenge Alpen-Schutzzone gelockert

Kabinett ebnet Weg für Skischaukel am Riedberger Horn

Im Aufstieg zum Riedberger Horn. Foto: Erich Keppler / pixelio.de
Die bayeriche Staatsregierung hat die Rahmen-Bedingungen für den Bau der umstrittenen Skischaukel am Riedberger Horn geschaffen. Wenn das zuständige Landratsamt den Beschlüssen zustimmt, steht dem Projekt nichts mehr im Wege.

Das Projekt „Skischaukel am Riedberger Horn“ ist seit vergangen Sommer bayernweit im Gespräch. Während sich die betroffenen Gemeinden Obermaiselstein und Balderschwang in einem Bürgerentscheid klar für die neue Skischaukel aussprachen, meldeten sich Naturschützer besorgt zu Wort. Denn die geplante Verbindung zwischen den Skigebieten verläuft durch ein durch den Alpenplan geschütztes Gebiet. Die Bayerische Staatsregierung, allen voran Bayerns Heimatminister Markus Söder, zeigten sich jedoch von Anfang an bestrebt, den Plan verlegen zu lassen.

Streng geschütztes Gebiet soll Bauland werden

Dieses Ziel ist nun zum Greifen nah: Um die Entwicklungs-Möglichkeiten der Gemeinden Obermaiselstein und Balderschwang zu verbessern, soll der Alpenplan im Rahmen des Landesentwicklungs-Programm (LEP) verändert werden. Denn laut Heimatminister Söder sind von den Plänen für die Skischaukel lediglich 0,04 Prozent der Gesamtfläche der Zone C des Alpenplans betroffen. Die Zone C ist streng geschützt. Ziel ist nun eine „punktuelle Änderung, um die geplante Skiverbindung am Riedberger Horn landesplanerisch zu ermöglichen“, wie es heißt. Das bedeutet: Die relevanten Flächen – rund 80 Hektar – sollen von der Zone C am Riedberger Horn der Zone B zugeordnet werden. Damit entsteht die Möglichkeit, zu bauen. „Lediglich rund 0,04 Prozent der Gesamtfläche der Zone C des Alpenplans sind betroffen“, so Söder.

Zusätzliche 224 Hektar in den Alpenplan aufgenommen

Gleichzeitig sollen im Gebiet der  Gemeinde Balderschwang zwei naturschutzfachlich wertvolle Gebiete am Bleicherhorn sowie am Hochschelpen in die Zone C aufgenommen werden. Diese umfassen eine Fläche von rund 304 Hektar. „Im Ergebnis erweitern wir die Zone C sogar um rund 224 Hektar hochwertigster Flächen – das ist eine deutliche Verbesserung für den Naturschutz“, erklärte der Heimatminister. Was nach dem Beschluss des Ministerrats zur LEP-Teilfortschreibung jetzt noch fehlt, ist die Zustimmung des Landtags. Dann ist der Weg für die Skischaukel am Riedberger Horn frei.

Wintertourismus ist „der wichtigste Wirtschaftsfaktor“ für einige Gemeinden

Der Tourismusverband Allgäu/Bayerisch-Schwaben zeigte sich begeistert von der Entscheidung. „Wir danken Staatsminister Söder, der mit dem Kabinettsbeschluss für die Belange des Allgäus eingetreten ist“, kommentierte Klaus Holetschek, MdL und Vorsitzender des Tourismusverbands Allgäu/Bayerisch-Schwaben, den Beschluss. Nach Holetschek leben ganze Talschaften vom Wintertourismus. Skigebiete und Bergbahnen stellten damit eine wesentliche Lebensgrundlage dar, was insbesondere für die Gemeinden Balderschwang und Obermaiselstein mit ihren Bergbahnen gelte. „Für einige ist es der wichtigste Wirtschaftsfaktor“, so der Verbandsvorsitzende.

„Der ländliche Raum gehört nicht unter eine Käseglocke“

„Wir wollen kein Bayern der zwei Geschwindigkeiten. Dem steuert die Bayerische Staatsregierung mit der Heimatstrategie entgegen. Wir schaffen Freiräume, um dem ländlichen Raum mehr Entwicklungschancen zu geben. Gerade die Ansiedlung von Arbeitsplätzen auf dem Land ist der Schlüssel zur Gleichwertigkeit der Lebensbedingungen in ganz Bayern. Daher gilt es, Entscheidungsträger vor Ort zu unterstützen, denn sie wissen am besten, was für ihre Heimat gut ist. Entscheidungen über Planungen fallen künftig stärker vor Ort. Der ländliche Raum gehört nicht unter eine Käseglocke, sondern ist Lebens- und Zukunftsraum“, betonte Söder die Strategie hinter den Beschlüssen.

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