Allgäuer Überlandwerk GmbH

Innovation im Allgäu: Weltweit einmaliges Wasserkraftwerk eingeweiht

Das neue VLH-Wasserkraftwerk in Sulzberg/Au wurde feierlich eingeweiht. Foto: Illerkraftwerk Au GmbH
Das neue VLH-Wasserkraftwerk in Sulzberg/Au wurde feierlich eingeweiht. Foto: Illerkraftwerk Au GmbH
Das neue VLH-Wasserkraftwerk in Sulzberg/Au wurde feierlich eingeweiht. Foto: Illerkraftwerk Au GmbH

In Sulzberg/Au steht Deutschlands erstes „Very Low Head“-Wasserkraftwerk (VLH). Das Kraftwerk der Illerkraftwerk Au GmbH wurde bereits Ende 2015 an das Netz angeschlossen. Jetzt wurde das 8,7 Millionen-Euro-Projekt feierlich eingeweiht.

von Isabell Walter, Online-Redaktion

Die Gesellschaft Illerkraftwerk Au GmbH ist ein Zusammenschluss der Allgäuer Überlandwerk GmbH (AÜW) und der Bayerischen Landeskraftwerke GmbH (LaKW). Sie verfolgten gemeinsam das Ziel, eine bestehende Staustufe mit niedriger Fallhöhe wirtschaftlich für die Erzeugung von Strom aus Wasserkraft zu nutzen. Gleichzeitig sollte das Wasserkraftwerk fischverträglich sein. Deshalb kam nur ein „Very Low Head“-Wasserkraftwerk (VLH) in Frage.

Freistaat fördert Projekt mit 1,4 Millionen Euro

Das Investitionsvolumen beläuft sich auf insgesamt 8,7 Millionen Euro. Das Projekt wurde mit 1,4 Millionen aus Mitteln des Förderprogramms „BayINVENT“ vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie unterstützt. Das erste VLH Wasserkraftwerk Deutschlands entstand nach nur gut einem Jahr Bauzeit in Sulzberg/Au im Allgäu. Die „Very Low Head“-Turbine (VLH) stellt in Kombination mit der variablen Stauzielregelung durch ein wassergefülltes Schlauchwehr eine Weltneuheit dar.

„Dieser Standort galt lange Zeit als unwirtschaftlich“

„Das spannende an dem Standort ist der geschichtliche Hintergrund – bereits 1907 wurde von unserem Firmengründer Karl Böhm und seinem Vater an dieser Stelle ein Wasserkraftwerk betrieben. Aufgrund der niedrigen Fallhöhe galt dieser Standort lange Zeit als unwirtschaftlich. Der Einsatz der VLH-Technologie ermöglicht an dieser Wehranlage nun wieder eine effiziente Erzeugung Erneuerbarer Energie aus Wasserkraft“, erläutert Michael Lucke, Geschäftsführer AÜW.

TU München testet ökologische Verträglichkeit der VLH-Turbine

Um die ökologischen Auswirkungen der Neuerung zu untersuchen, wurde im Frühjahr 2015 ein Monitoring-Programm des Lehrstuhls für Aquatische Systembiologie der TU München begonnen. Die Auswertung der Forschungsarbeit wird nach einer weiteren Versuchsreihe im Herbst 2017 erwartet. „Mit dem Forschungsprojekt ‚Wasserkraftnutzung und Gewässerökologie‘ der TU München wird die ökologische Verträglichkeit der neuen Wasserkrafttechnik untersucht. Für Erkenntnisse und Verbesserungen im Fischschutz sowie für die innovativen Wasserkrafttechniken investiert der Freistaat mehrere Millionen Euro“, betont Umweltministerin Scharf in ihrer Rede.

VLH-Turbine bringt ökologische Verträglichkeit der Wasserkrafttechnik voran

Besonders die Fischverträglichkeit hat bei dem Allgäuer Projekt große Bedeutung. Tests in Frankreich mit der VLH-Turbine haben bei Forellen, Karpfen und Schleien eine Überlebensrate von fast 100 Prozent ergeben. Bestätigen sich diese Tests auch in Sulzberg/Au bedeutet das einen großen Schritt für die ökologische Verträglichkeit der innovativen Wasserkrafttechnik und für deren Marktreife.

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