Joint Venture für intelligenten Netzausbau

AÜW und Siemens realisieren Vorzeige-Projekt im Allgäu

Die Allgäuer Überlandwerk GmbH und die Siemens AG kooperieren im Allgäu. Foto: Siemens AG
Die Allgäuer Überlandwerk GmbH (AÜW) schloss sich bereits 2011 mit der Siemens AG für ein gemeinsames Netz-Projekt zusammen. Nun sollen die Ergebnisse der gemeinsamen Smart-Grid-Forschungsprojekte auch kommerziell umgesetzt werden.

Nach ersten Vereinbarungen soll Siemens 49 Prozent der Anteile des AÜW Tochter-Unternehmens egrid applications & consulting GmbH übernehmen. Bis zur Zustimmung der zuständigen Wettbewerbs-Behörden steht diese Entscheidung allerdings noch unter Vorbehalt.

Die egrid applications & consulting GmbH

Die egrid applications & consulting GmbH ist eine Tochter der Allgäuer Überlandwerk GmbH mit Sitz in Kempten. Das Unternehmen spezialisiert sich dabei auf intelligente Lösungen für die dezentrale Integration erneuerbarer Energien in Verteiler-Netzen. Vor allem der smarte Netzausbau durch „Intelligenz statt Kupfer“-Lösungen steht dabei im Fokus. Entstanden ist egrid ursprünglich aus der Realisierung des Projektes IRENE (Integration regenerativer Energien und Elektromobilität) in Wildpoldsried.

Kooperation fördert zukünftigen Ausbau des Projektes 

„Die egrid entwickelte sich schon im ersten Geschäftsjahr sehr positiv. Zu unseren Kunden gehören Stadtwerke, Kommunen und Industriekunden, die von unseren Erfahrungen aus den Projekten IRENE und IREN2 profitiert haben. Mit Siemens als Partner werden wir in der Lage sein, dies noch weiter auszubauen und neue gemeinsame Lösungen für das Netz der Zukunft anbieten zu können“, so Bernhard Rindt, Geschäftsführer der egrid applications & consulting GmbH.

Forschungsprojekte zum intelligenten Netzausbau

Die beiden Forschungsprojekte IRENE und IREN2 wurden in Wildpoldsried im Oberallgäu als Gemeinschafts-Projekt umgesetzt. Während der Laufzeit des ersten Projektes IRNE von Mitte 2011 bis Ende 2013 errichteten Siemens und AÜW ein Smart Grid. Da die Strom-Menge aus erneuerbaren Energiequellen höher als der Eigenbedarf des Dorfes lag, sicherte das Smart Grid den stabilen Stromausgleich. Seit 2014 läuft nun auch das zweite Projekt IREN2. In diesem Rahmen wird der optimale Betrieb von eigenständigen Inselnetzen und topologischen Kraftwerken untersucht. Im Fokus steht dabei die Frage, wie sich Energiesysteme mit verteilter Stromerzeugung und zusätzlichen Komponenten technisch und wirtschaftlich optimieren lassen.

„Aus der Praxis und für die Praxis“

„Die Ergebnisse der beiden Forschungsprojekte IRENE und IREN2 haben unsere Erwartungen weit übertroffen. Das freut mich sehr und ist ein idealer Startpunkt für das neue Joint Venture. Andere Netzbetreiber werden jetzt von unseren Lösungen zur dezentralen Einspeisung und Speicherung profitieren können. Aus der Praxis und für die Praxis. So fördern wir gemeinsam mit dem Allgäuer Überlandwerk aktiv die Energiewende“, so Michael Schneider, Leiter des Geschäftssegments Power Technology International (PTI) in der Siemens-Division Energy Management.

Erfolgreiches Projekt als Grundlage für Kooperation mit Siemens

Auch Michael Lucke, Geschäftsführer der Allgäuer Überlandwerk GmbH, freut sich über die zukünftige Zusammenarbeit: „Die Ergebnisse aus Wildpoldsried und weiteren Kunden der egrid haben gezeigt, dass das Stromnetz wesentlich größere Reserven hat, als gedacht. Diese Erkenntnis und das Wissen darüber, warum das so ist, bildet die Grundlage für unser Gemeinschaftsunternehmen mit Siemens.“

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