Fehlende Fachkräfte

Klinikum Kaufbeuren bemüht sich um Ärztenachwuchs

Priv.-Doz. Dr. med. Marcus Koller (rechts) mit PJ-Studenten beim theoretischen Unterricht. Foto: Klinikum Kaufbeuren
Seit 2012 ist das Klinikum Kaufbeuren Lehrkrankenhaus der Ludwig-Maximilian-Universität in München. Pro Tertial absolvieren bis zu sieben Studenten ihr Praktisches Jahr hier. Der ärztliche Nachwuchs ist stark gefragt.

Nachwuchs-Ärzte sind sehr gefragt, aber nur schwer zu bekommen, weiß das Klinikum Kaufbeuren. Das liegt zum einen am demografischen Wandel, durch den der Bedarf an Ärzten gestiegen ist, sowie an den limitierten Medizin-Studienplätzen. Dadurch werden zu wenige Ärzte ausgebildet. Um deren Lehrzeit bestmöglich zu gestalten, gibt es am Klinikum Kaufbeuren spezielle Programme.

Klinikum will so Ärztenachwuchs gewinnen

Zwei Plätze gibt es in der Klinik in der Inneren Medizin, zwei in der Chirurgie, zwei in der Anästhesie und ein Platz in der Neurologie. Seit 2016 kommt noch die Kinderklinik Kaufbeuren als Lehrabteilung der Universität Innsbruck hinzu und bietet ebenfalls Studenten die Möglichkeit der praktischen Ausbildung. „Mal abgesehen davon, dass meine Chefarztkollegen und ich viel Spaß und Freude an der Ausbildung junger angehender Ärzte haben, ist es natürlich ein großer Vorteil für uns, auf diese Weise für unseren Klinikverbund Ärztenachwuchs zu gewinnen“, erläutert PD Dr. Marcus Koller, Chefarzt der Kardiologie und PJ-Verantwortlicher im Klinikum Kaufbeuren.

Spezieller Unterricht für Studenten im Praxis-Jahr

PJler Benjamin Ehle jedenfalls ist begeistert. Auch seinen vier PJ-Kollegen gefalle es ausnehmend gut im Klinikum Kaufbeuren. Ehle verbringt insgesamt vier Monate seines Praktischen Jahres in Kaufbeuren. „Seit diesem Jahr bieten wir unseren Studenten einmal in der Woche zusätzlichen, speziellen Unterricht an, meist durch die Chefärzte persönlich, an dem sich alle Fachabteilungen des Klinikums beteiligen“, ergänzt Koller. Noch kein einziges Mal habe dieser Unterricht ausfallen müssen, ist Koller stolz. Daran erkenne man, dass alle Ärzte hinter der Ausbildung ihrer jungen angehenden Kollegen stünden: „Ich bin total begeistert, wie engagiert auch unsere Oberärzte und Assistenzärzte ihr Wissen weitervermitteln“, so der Chefarzt.

Größter Vorteil für die Ausbildung junger Ärzte sei darüber hinaus natürlich das extrem breite Spektrum an Erkrankungen, das man bei einem Schwerpunktversorger wie Kaufbeuren zu Gesicht bekomme: „In den meisten Uni-Kliniken findet man sehr spezialisierte Abteilungen“, erläutert Koller. „Da sieht man seltene Sachen häufig und häufige Sachen selten“, bringt es Ehle auf den Punkt.

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