Sanierung der Fußgängerzone

Kaufbeuren: Baustopp durch Archäologischen Fund

Archäologe Dr. Marcus Simm präsentiert die Silbermünze. Foto: Stadt Kaufbeuren
Mauerreste eines Bürgerhauses aus dem 13. Jahrhundert am Obstmarkt. Foto: Stadt Kaufbeuren
Im Zuge der Sanierungs-Arbeiten zur neuen Fußgängerzone wurden Überreste eines Bürgerhauses aus dem 13. Jahrhundert entdeckt. Die Mauerreste kamen unter dem Obstmarkt zum Vorschein. Nun müssen Leitungen verschoben werden.

Die Mitarbeiter des Bau-Unternehmens Hubert Schmid stießen am Dienstag auf den Fund: Am Obstmarkt wurden Fundamente eines Bürgerhauses aus dem 13. Jahrhundert entdeckt. Ein Stück weiter westlich wurden Reste eines Gewölbekellers freigelegt. Vermutlich handelt es sich hierbei um einen Anbau an das Bürgerhaus.

Verzögerung hält sich in Grenzen

Für den Fortschritt der Bauarbeiten bedeute dies „keinen großen Aufschub“, berichtet Raimund Reichle, Bauleiter bei Hubert Schmid. „Momentan rechnen wir mit einer Verzögerung von ein bis zwei Tagen.“ Die Verantwortlichen haben sich bereits darauf verständigt, die für diese Stelle geplanten Gas- und Wasserleitungen ein Stück zu verlegen. So kann die südliche Mauer des Bürgerhauses unterirdisch erhalten bleiben.

Archäologe stößt auf verbrannte Mauerreste

Der Archäologe Dr. Marcus Simm legt derzeit die verbliebenen Mauer- und Gewölbereste frei und dokumentiert diese. Er stellte unter anderem fest, dass die Mauern des Bürgerhauses mit Wertachsteinen hergestellt wurden. In den Ecken konnte er Tuffquader ausmachen, die zur Zierde eingesetzt waren. Auffällig ist auch, dass die Mauerreste an vielen Stellen schwarz sind. Dabei handelt es sich laut Simm um Brandasche. Es ist bereits dokumentiert, dass dieses Bürgerhaus im Jahr 1621 abgebrannt ist. Danach wurde es ausgeräumt und abgebrochen. Dies sei auch der Grund, warum nur wenige Fundstücke geborgen werden konnten.

Ein paar Gegenstände kamen dennoch zum Vorschein: ein Silberpfennig aus dem 15. oder 16. Jahrhundert, das Fragment einer Schüssel sowie einen Gegenstand, der einer Tonperle ähnelt. Dabei handelt es sich laut dem Archäologen um eine Spinnwirtel, die fürs Spinnen von Wolle oder anderen Fasern verwendet wurde.

Spatenstich Anfang März

Der Spatenstich zur neuen Fußgängerzone erfolgte erst vor Kurzem. Am 2. März wurde der Startschuss für die Sanierung gegeben. Oberbürgermeister Stefan Bosse hob in seiner Ansprache die Bedeutung der Arbeiten für die ganze Stadt hervor. Die Neugestaltung der Kaufbeurer Fußgängerzone wird voraussichtlich vier Millionen Euro kosten.

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