IHK Schwaben

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Regionalversammlung Ostallgäu-Kaufbeuren: (v.l.) Gerhard Schlichtherle, Manuel Feldmann, Dr. Joachim Klasen und Stefan Sprinkart

Im Juli kamen erneut Unternehmer in der IHK-Regionalversammlung zusammen. Dieses Mal stand eines besonders im Fokus: die Situation der Krankenhäuser und mögliche Lösungen.

Die IHK-Regionalversammlung Kaufbeuren und Ostallgäu verfolgt als Vertretung der Wirtschaft in der Region die Entwicklung der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren bereits seit längerem.

 Die Forderung lautet: Lösungen erarbeiten!

„Angesichts der hohen jährlichen Defizite des Klinikverbundes fordern wir immer wieder eine nachhaltige Lösung, die die notwendige hohe Qualität der medizinischen Versorgung sichert, aber auch ein ausgeglichenes Betriebsergebnis ermöglicht“, betont Gerhard Schlichtherle, der Vorsitzende der Regionalversammlung.

 Defizite im siebenstelligen Bereich

Kienbaum Management Consultants haben die aktuelle Lage genau analysiert – und auf dessen Basis Sanierungs- und Restrukturierungskonzepte für den Klinikverbund erarbeitet. Dr. Joachim Klasen, Vorstand der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren, und Manuel Feldmann (von Kienbaum) haben die Ergebnisse auf der Regionalversammlung präsentiert.

Neben kritischen Fragen der Wirtschaftsvertreter wurde intensiv diskutiert. Vor allem die Frage nach dem Für und Wider der Alternativen stand im Raum. Eines wurde besonders deutlich: Eine Beibehaltung aller fünf Häuser wäre nach den Berechnungen von Kienbaum mit einem siebenstelligen Defizit pro Jahr verbunden. Und das auch bei einer starken Spezialisierung der einzelnen Standorte.

 IHK-Regionalversammlung fordert Mut zu einer zukunftsweisenden Entscheidung

„Das belastet ungeachtet der letztlichen Verteilung dieses Defizits die Haushalte von Stadt und Landkreis, reduziert die für notwendige Investitionen zur Verfügung stehenden Mittel und muss letztlich von allen Steuerzahlern in der Region – Unternehmen und Bevölkerung – bezahlt werden. Das ist mittel- und langfristig nicht zu verantworten“ so Schlichtherle.

Die IHK-Regionalversammlung Kaufbeuren und Ostallgäu hat deshalb eine klare Forderung an die politischen Entscheidungsträger gestellt. Sie sollen im Verwaltungsrat der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren, am 27.07.2011 eine zukunftsweisende Entscheidung über die künftige Struktur des Krankenhausverbundes treffen.

 Klare Ziele festsetzen

Die Unsicherheit in der Bevölkerung und bei den Mitarbeitern soll nicht noch größer werden – darüber war sich die Regionalversammlung einig. Eine Sanierung ist angesichts der hohen Defizite dringend notwendig. Nun muss ein wirtschaftlich sinnvolles – und vor allem nachhaltig tragfähiges – Konzept her.

„Ziel muss eine „schwarze Null“ sein. Dies wird im Hinblick auf die vorliegenden Zahlen aller Voraussicht nach nur durch Schließung eines Standortes und einer gleichzeitigen Spezialisierung der verbleibenden Häuser gelingen“, unterstreicht Schlichtherle die Forderung der Wirtschaftsvertreter.

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