Keine neuen Auszubildenden im „Dürrlauinger Modell“

Erfolgreichem Integrations-Projekt fehlen die Mittel

Michael Breitsameter (rechts) im Gespräch mit drei jungen Flüchtlingen. Foto: KJF/Andreas Fritsch
Mit dem „Dürrlauinger Modell“ begleitet der Landkreis Günzburg junge Flüchtlinge in der Berufsausbildung. Das Modell-Projekt ist ein voller Erfolg, doch die finanziellen Mittel sind knapp.

Das Projekt im Berufsbildungswerk Dürrlauingen wurde in Kooperation mit der örtlichen Jugendhilfe entwickelt. Im Rahmen einer Fachveranstaltung wurde das Projekt nun im KJF Berufsbildungs- und Jugendhilfezentrum Sankt Nikolaus in Dürrlauingen vorgestellt.

„Dürrlauinger Modell“ integriert junge Flüchtlinge in die Arbeitswelt

Gemeinsam mit drei Flüchtlingen wurden dort die Prinzipien des pädagogischen Vorgehens verdeutlicht. Die drei jungen Männer stehen im Rahmen des Projekts kurz vor dem Ende ihrer Ausbildung. Das „Dürrlauinger Modell“ arbeitet mit den Stärken und Schwächen des Einzelnen. Dabei werden Bereiche wie das Erlernen der Sprache oder die Berufsausbildung im Betrieb und in der Berufsschule entsprechend aufeinander abgestimmt. In den Wohngruppen wird außerdem nur Deutsch gesprochen. Im Rahmen der Veranstaltung fand unter der Moderation von Michael Breitsameter, Abteilungsleiter für Berufliche Bildung und Integration bei der KJF Augsburg, eine Podiums-Diskussion mit den drei Flüchtlingen statt.

„Unsere Ausbilder sind sehr zufrieden mit dem Lernwillen und Engagement der jungen Flüchtlinge“

„Unsere Erfahrung ist, dass Integration dann am besten gelingt, wenn die berufliche und sprachliche Bildung im Zusammenhang mit dem Alltagsleben steht und alles ineinandergreift“, berichtete Konrad Fath, Leiter des Förderungswerkes St. Nikolaus in Dürrlauingen bereits im letzten Jahr. „Unsere Ausbilder sind sehr zufrieden mit dem Lernwillen und Engagement der jungen Flüchtlinge. Die meisten legen sich ins Zeug und wollen sich auch hier integrieren“, ergänzte Georg Weizmann, Ausbildungsleiter des Förderungswerkes.

„Dürrlauinger Modell“ kann derzeit nicht mit neuen Auszubildenden weitergeführt werden

Derzeit befinden sich 29 junge Flüchtlinge in Ausbildung. Einige von ihnen werden voraussichtlich in diesem Sommer ihre Lehre erfolgreich abschließen. Antonia Wieland, Leiterin des Amtes für Kinder, Jugend und Familie des Landkreises Günzburg, verdeutlichte in ihrem Einführungs-Statement, wie erfolgreich dieser Ansatz ist. Leider, so musste sie einräumen, stünden derzeit die Mittel nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung, um das „Dürrlauinger Modell“ mit neuen Auszubildenden weiterzuführen.

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