Atomkraftwerk Gundremmingen

Atomkraftwerk Gundremmingen

Kernkraftwerk Gundremmingen Luftaufnahme

In letzter Zeit wurde von offiziellen Stellen immer wieder versichert: Gundremmingen und die deutschen Atom-Kraftwerke sind gegen Erdbeben ausreichend gesichert. Nun kommen erste Zweifel auf.

Das Atom-Kraftwerk Gundremmingen im Landkreis Günzburg wurde in den 60er Jahren erbaut. Die Auswahl des Standorts Gundremmingen hing auch auch mit der Erdbeben-Sicherheit zusammen. Laut Augsburger Allgemeine sind die Betreiber des Atom-Kraftwerks Gundremmingen davon überzeugt, alles berücksichtigt zu haben. Das Atom-Kraftwerk ist darauf ausgelegt, einem Erdbeben Stand halten zu können.

Katastrophe wie in Japan in Deutschland nicht vorstellbar

Wie die AZ berichtet, ist auch der Sprecher von RWE Power, Manfred Lang, von der Sicherheit deutscher Atom-Kraftwerke überzeugt: „Die deutschen Kernkraftwerke sind auf solche Naturkatastrophen ausgelegt. Die Systeme sind vierfach unabhängig voneinander abgesichert. So besteht keine Gefahr, dass wegen eines Stromausfalls wie in Fukushima eine Kernschmelze droht.“ Auch wäre eine Natur-Katastrophe wie in Japan in Deutschland gar nicht denkbar. In die Anlage in Gundremmingen werde außerdem permanent investiert, so Manfred Lang weiter.

Keine Gefahr durch veraltete Anlage

Das Atom-Kraftwerk Gundremmingen ist etwas jünger als das japanische Kraftwerk Fukushima I. Dennoch ist es mittlerweile über 40 Jahre alt. Und das Kraftwerk Gundremmingen arbeitet mit dem gleiche Prinzip des Siedewasser-Reaktors wie das japanische Atom-Kraftwerk. Die Gefahr eines Sicherheits-Verlusts durch das hohe Alter der Gundremminger Anlage sieht der Geschäftsführer des Atom-Kraftwerks Gundremmingen jedoch nicht: „Einer Laufzeit von 60 Jahren steht aus sicherheitstechnischer Sicht nichts entgegen.“

Umweltminister Söder will Maximum an Sicherheit

Dem bayerischen Umweltminister Markus Söder (CSU) reicht das nicht. Er will die Atom-Kraftwerke noch sicherer machen, berichtet die Augsburger Allgemeine weiter. Söder will die Sicherheit nicht nur „optimieren, sondern maximieren“. „Die Vorgänge in Japan sind ein so fundamentales Ereignis, dass wir wirklich alles hinterfragen müssen“, sagte Söder. Ein sofortiges Abschalten der Atom-Kraftwerke hält Söder aber für unmöglich. Deutschland seidafür noch zu sehr von der Atom-Energie abhängig.

Was passiert in Gundremmingen im Katastrophen-Fall?

Doch wie sähe das Katastrophen-Szenario in Gundremmingen aus? Der Bürgermeister von Gundremmingen berichtet über einen exakten Evakuierungs-Plan. Je nach Windrichtung und Art des Unfalls würde die Bevölkerung im maximalen Umkreis von 20km evakuiert werden. Dabei wären dann auch Städte wie Dillingen oder Günzburg betroffen. Auch gebe es in Gundremmingen einen Vorrat von Jod-Tabletten. Diese können an die Bevölkerung ausgegeben werden, um eine Anreicherung von radioaktivem Jod in der Schilddrüse zu verhindern.

Exklusiver Blick ins Innere des Kernkraftwerks Gundremmingen
Führung AKW
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