Inter Airport Europe

Airport-Zulieferer: Innovationen für die Luftfahrt aus Westschwaben

Viele schwäbische Unternehmen waren auf der Inter Airport Europe 2017. Foto: Ulrich Pfaffenberger
Viele schwäbische Unternehmen waren auf der Inter Airport Europe 2017. Foto: Ulrich Pfaffenberger
Viele schwäbische Unternehmen waren auf der Inter Airport Europe 2017. Foto: Ulrich Pfaffenberger
Viele schwäbische Unternehmen waren auf der Inter Airport Europe 2017. Foto: Ulrich Pfaffenberger
Viele schwäbische Unternehmen waren auf der Inter Airport Europe 2017. Foto: Ulrich Pfaffenberger
Viele schwäbische Unternehmen waren auf der Inter Airport Europe 2017. Foto: Ulrich Pfaffenberger
Nischenanbieter waren gestern, Systempartner sind heute: Das Beispiel von vier Unternehmen aus Westschwaben und aus dem Allgäu zeigt, wie die globale Branche Luftfahrt bestehende Geschäftsmodelle umwälzt.

Die Fachmesse „Inter Airport Europe“, unlängst in München Magnet für Fachbesucher aus aller Welt, bietet Einblicke hinter die Kulissen der globalen Luftfahrtbranche. Mittelständler wie Goldhofer und Butzbach aus dem Allgäu sowie Wanzl und Günzburger Steigtechnik aus Westschwaben sind dabei angesehene Adressen ihrer Fachbereiche: Mit Flugzeugschleppern und Hallentoren, Gepäckwagen oder Leitern und Gerüsten statten sie Airports rund um die Welt aus.

Weiterentwicklung zu Systemlösungen steht im Fokus

Doch mit singulären Nischenangeboten lässt sich heute kein Markt mehr gewinnen. Integrierte Digitaltechnik und die Weiterentwicklung zu Systemlösungen fordern alle vier Unternehmen. Wenn beispielsweise am Stand des Geschäftsbereichs „Hangar Doors“ von Butzbach Vertriebsspezialist Thomas Merk vom „intelligenten Tor“ spricht, dann bedeutet das nicht nur, dass er mit einigen Wooshs auf dem Tablet das tonnenschwere Gebilde mühelos öffnet und schließt. Sondern dass er – oder ein Kunden-Mitarbeiter – diese Aufgabe auch in beträchtlicher Entfernung erledigen kann, bei Bedarf sogar vom Allgäu aus. „Wenn ein Airport einmal 300 oder mehr Tore von uns installiert hat, ist diese Form der Steuerung aus wirtschaftlichen Gründen die einzige Lösung“, erklärte er. „Also müssen wir technisch den Vorreiter machen, damit wir auch 300 Tore an einen Kunden verkaufen.“

Gute Einstiegschancen in nachfragestarke Märkte

Er macht auf einen zweiten wichtigen Aspekt aufmerksam: die „predictive maintenance“, die „vorausschauende Wartung“ von Einrichtungen und Anlagen. Ebenso wie bei der Fernwartung entstehen damit Einstiegschancen in nachfragestarke Märkte des Nahen Ostens und Asiens, die Effizienz, Qualität und Service „made in Germany“ schätzen. Darauf zielt auch die Goldhofer-Unternehmensgruppe ab, zum Beispiel beim Thema Elektromobilität. „Als Teil der e-fleet am Stuttgarter Flughafen hat sich der komplett elektrische Flugzeugschlepper F110e bewährt und weist damit die Richtung, in welche sich die Airports der Welt entwickeln werden“, hieß es beim Allgäuer Spezialfahrzeug-Hersteller.

Integrierte Digitaltechnik spielt zunehmende Rolle

Zudem lockte ein Premieren-Fahrzeug das internationale Publikum: Mit dem „Sherpa“ stellte Goldhofer seinen ersten Gepäck- und Cargoschlepper vor. Das modular aufgebaute Fahrzeug kann nach Kundenwunsch und Einsatzzweck konfiguriert werden: mit verschiedenen Motoren, Kabinen und Gewichtsklassen entsteht eine Reihe möglicher Kombinationen für diverse Airport-Größen. Wenn der große Tank dann auch noch Treibstoff für zwei Schichten fasst und eine einfache, robuste Konstruktion den Wartungsaufwand auf ein Minimum reduziert, können die Memminger „unterm Strich höchste Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit“ zusagen.

In die gleiche Richtung zielen die Gepäckwagen-Experten von Wanzl, die sich nicht nur um Transporthilfen fürs Passagiergepäck kümmern, sondern auch um deren Weg. Unter dem Stichwort „Access Solutions“ haben die Leipheimer ein intelligentes Zugangssystem mit Gesichtserkennung entwickelt, das sich flexibel auf die Gegebenheiten in Flughäfen anpassen lässt. „Wir sehen das als Option für alle Orte, an denen ein kontrollierter Zugang für viele Nutzer erfolgen soll“, deutet Wanzl weitere Einsatzmöglichkeiten an. Auch wenn die traditionellen Drehkreuze noch immer im Katalog stehen, gehört aus Sicht des Unternehmens die Zukunft den Nachfolgeanlagen, die mit Glas und Licht arbeiten – und mit integrierter Digitaltechnik: „Daran führt, wörtlich genommen, kein Weg mehr vorbei.“

Das nimmt für sich auch die Günzburger Steigtechnik in Anspruch, die ihr Angebot für die Welt der Airports zusehends erweitert. Sie bietet zum einen Universal-Lösungen an, mit der unterschiedliche Maschinen gewartet werden können, zum anderen aber auch Steigtechnik für den typgerechten Einsatz an einem ganz bestimmten Flugzeugtyp oder Helikopter. Dabei spiele es keine Rolle, ob es sich um ein Standardprodukt handelt oder um maßgeschneiderte Steigtechnik, die individuell angefertigt wird. „Egal, ob Wartung im Tragflächen- oder Triebwerksbereich, an Heck, Rumpf oder Fahrwerken: Wir haben funktionale Lösungen parat“, sagt Geschäftsführer Ferdinand Munk mit Blick auf die wachsenden Flugzeugflotten weltweit.

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