Technologie Centrum Westbayern GmbH

Technikforum IT Security: Enthält unser Frühstücksmüsli noch das was uns die Hersteller versprechen?

Monsoor Bley (SIEMENS AG) beim Fachreferat. Foto: Technologie Centrum Westbayern GmbH

Haben die Hersteller ihre Produktionsanlagen noch im Griff oder sind die Anlagen durch Hackerangriffe fremdgesteuert? Diese Fragen stellen sich sicherlich viele Menschen insbesondere, wenn z. Bsp. Hiobsbotschaften wie „Marsriegel durch  Kunststoffteilchen verschmutzt“ durch die Nachrichten gehen. Auch die vielen Rückrufaktionen deuten auf diese Thematik hin. Anlass genug für das Technologie Centrum Westbayern zu einem Fachforum „Steuerungskonzepte und IT Security für die industrielle Produktion und Industrie 4.0“ einzuladen.

In seinem Impulsreferat erklärte Matthias Niedermaier (HSASEc, Hochschule Augsburg)  wie man sich vor Cyber Angriffen auf Industrieanlagen schützen kann.  Unter anderem stellte er das gemeinsame Forschungsprojekt „RiskViz“ der Hochschule Augsburg, des Technologie Centrum Westbayerns und weiteren Projektpartnern vor. In Laboraufbauten und in einer realen Umgebung werden Schwachstellen von Industriesteuerungen analysiert und Empfehlungen zur Datensicherung erarbeitet Es herrsche eine ständige Bedrohung, die durch die Komplexität moderner Industrieanlagen noch begünstigt werde. „Die Absicherung von Daten sei aufwendig, aber dringend nötig“ fasste Matthias Niedermaier zusammen.

Namenhafte Experten gaben Einblicke rund um die IT-Sicherheit

Im Anschluss gab Udo Schneider von TREND MICRO einen Überblick über Sicherheitslücken, Risikobewertung und mögliche Maßnahmen. Vom Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie aus Darmstadt war Dr. Thorsten Henkel gekommen. Er berichtete über Herausforderungen, aktuelle Problematiken und Möglichkeiten zur Absicherung von Produktionsdaten. „Informationssicherheit in der Automatisierungstechnik heute“ war der Titel des Vortrags von Markus Birkhold (Institut für Steuerungstechnik der Werkzeugmaschinen und Fertigungseinrichtungen der Universität Stuttgart).

Olaf Mischkovsky, ein Vertreter der Symantec Deutschland GmbH, zeigte anhand eines allgemeinen Vorgehensmodells einzelne Schritte auf, wie durch den Einsatz spezieller Software Daten geschützt werden können. Mit einem ganz speziellen Thema befasste sich der Beitrag von Florian Schreiner von der Infineon Technologies AG: Durch die richtige und aktive Nutzung von Chips auf Plant PPM wird die Eindeutigkeit von Daten durch einen speziellen Schlüssel für jeden Rechner erkannt und somit ein Datenmissbräuche verhindert. Zum Abschluss berichtete Monsoor Bley von der Siemens AG über Konzepte zur Datensicherung.

Digitalisierung ist „kein Grund zur Panik“

In einer begleitenden Ausstellung im Foyer stellte die Fa. Kutzschbach ein „Unified Monitoring System“ vor. Durch dieses System wird die Trennung zwischen IT und Produktion aufgehoben. Es wird möglich, IT Infrastruktur und Maschinen zentral zu überwachen und den Zustand von Maschinen über einen längeren Zeitraum vollständig aufzuzeichnen.

Dass durch die zunehmende Digitalisierung in Produktionen die Gefahren von Angriffen und Netzwerken immer größer werde und es deshalb wichtig sei, seine Daten und Produktionsanlagen wirkungsvoll vor dem Zugriff „Dritter“ zu schützen, darüber waren sich die 50 Teilnehmer und Experten des Fachforums einig. Aber es bestehe kein Grund zur Panik. Momentan seien die Anlagen insoweit sicher, dass jeder beruhigt sein morgendliches Müsli genießen kann. Veranstaltungspartner waren die Hochschule Augsburg, das Cluster Mechatronik und Automation und der VDI/VDE Bezirksverein Augsburg.

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