Kreiskliniken Dillingen-Wertingen gGmbH

Innovation für die medizinische Versorgung von morgen

Kreisklinik St. Elisabeth Dillingen

Ein innovatives Projekt sichert die medizinische Versorgung der Region Dillingen. Nicht nur Landrat Leo Schrell, auch die bayerische Staatsministerin für Gesundheit und Pflege, Melanie Huml, drückten beim Empfang der neuen PJ-StudentInnen ihre Freude aus.

Anlässlich der Begrüßung neuer PJ-Studenten am akademischen Lehrkrankenhaus St. Elisabeth in Dillingen betonte der Aufsichtsratsvorsitzende der Kreisklini-ken Dillingen-Wertingen gGmbH, Landrat Leo Schrell, „dass sich die medizinische Versorgung in der Region nur dann dauerhaft sichern lässt, wenn ausreichend ärztlicher Nachwuchs in den beiden Kreiskliniken ausgebildet wird“. In Anwesenheit der bayerischen Staatsministerin für Gesundheit und Pflege wies Schrell zudem darauf hin, dass der Landkreis mit der kommunalen Trägerschaft und dem Betrieb der beiden Kreiskliniken in hohem Maße Verantwortung für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung übernehme und erhob zugleich die Forderung nach grundlegenden Reformen, die eine angemessene und solide Finanzierung der Krankenhäuser im Sinne einer nachhaltigen wohnortnahen Patientenversor-gung gewährleisten.

Kooperation ist bayerische Besonderheit

„Die Kooperation zwischen der TU München und einem Haus der Grundversorgung mit der Anerkennung als akademisches Lehrkrankenhaus ist eine bayerische Besonderheit.“ Gemeinsam mit seinem früheren Kollegen Prof. Dr. Georg Barfuss freute sich Georg Winter darüber, dass die von ihnen betriebene Anerkennung samt finanzieller Unterstützung auf eine so große positive Resonanz stieß. Die Erfahrung der letzten Jahre habe gezeigt, so Winter, dass der Titel „Lehrkrankenhaus“ eine positive Anziehung auslöst und von der Mitarbeit der jungen Ärzte profitiert. Wichtig war auch, so Georg Winter, „dass wir uns, Kreistag, Abgeordnete, Geschäftsführung und Beschäftigte der Kliniken, seit Jahrzehnten erfolgreich für ein sehr gutes Niveau in unseren beiden Krankenhäusern eingesetzt und dafür außergewöhnlich hohe Staatsförderungen erreicht haben.“

Praxisnetzwerk aus Haus- und Fachärzten

Die niedergelassenen Haus- und Fachärzte haben sich in einem Praxisnetzwerk zusammengeschlossen (PRADIX) und gemeinsam mit der Kreisklinik St. Elisabeth in Dillingen als erster Bayerischer Weiterbildungsverbund die Kooperation mit dem ersten bayerischen Lehrstuhl für Allgemeinmedizin gesucht, der Technischen Uni-versität München. Unter Federführung der Chefärztin Dr. med. Ulrike Bechtel entstand ein innovatives Ausbildungscurriculum, das bisher in der Bundesrepublik einmalig ist, weil es vom Studium bis zur Facharztprüfung gezielt auf die Besonderheiten der hausärztlichen Praxis vorbereitet.

Kreisklinik Dillingen als akademisches Lehrkrankenhaus

Mit diesem Pilotprojekt wurde die Kreisklinik Dillingen im März 2013 als akademisches Lehrkrankenhaus der Technischen Universität München akkreditiert. Prof. Schneider, Ärztlicher Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin, der das Projekt persönlich betreut, meint hierzu: „Die Ausbildungsplätze waren sofort ausgebucht. Dies zeigt, dass ein attraktives Konzept ,aus einem Guss‘, das auch eine finanzielle Honorierung der Arbeit im Praktischen Jahr beinhaltet, die Studierenden für die Hausarztmedizin auch im ländlichen Raum begeistert.“ Der durchschlagende Erfolg des Ausbildungskonzepts Allgemeinmedizin Dillingen (AKADemie) genießt sowohl in Medizin und Medien als auch in der Politik hohe Aufmerksamkeit.

Staatsministerin begrüßt PJ-StudentInnen

Am 3. Juni 2014 begrüßte die bayerische Staatsministerin für Gesundheit und Pflege, Melanie Huml, die neuen Studentinnen und Studenten. Die Plätze für das Praktische Jahr (PJ) an der Kreisklinik Dillingen und in den Lehrpraxen des Landkreises sind hoch begehrt, Bewerbungen bestehen bereits bis 2015. Drei Ärzte beenden in diesem Jahr ihre Ausbildung an der Kreisklinik und verstärken die Hausarztpraxen der Region. Der Präsident der Bayerischen Landesärztekammer, Dr. Kaplan und der Dekan der Technischen Universität München, Prof. Henningsen, hoben ebenfalls den Stellenwert dieses Leuchtturmprojekts hervor. Privatdozent Dr. Steinhäuser, Experte für medizinische Versorgungsforschung der Universität Heidelberg, bescheinigt in seinem Gutachten dem Dillinger Konzept „eine bahnbrechende Vorreiterrolle in der Sicherung der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum“.

Kommunikation im Fokus

„Wir möchten eine neue Begeisterung für den ärztlichen Beruf wecken, nah am Menschen“, so die Chefärztin Dr. Bechtel. „Die jungen Mediziner werden fachlich durch strukturierte Rotationen in allen stationären und ambulanten Fachbereichen intensiv ausgebildet, erlernen moderne apparative Diagnostik ebenso wie verantwortlichen Umgang mit den wirtschaftlichen Ressourcen. Besonderen Wert legen wir aber auch auf das spezielle Kommunikationstraining. Zuhören können, nachfragen, Empathie vermitteln, motivieren und Mut machen ist heute in der Medizin vielleicht wichtiger denn je.“

Hausärztemangel ist bittere Realität

In den ländlichen Regionen Bayerns ist der Hausärztemangel längst bittere Realität. Jede Woche schließt eine Praxis mangels Nachfolger. Das ist aber nur die Spitze des Eisbergs. Wenn die wohnortnahen Landkrankenhäuser keinen ärztlichen Nachwuchs mehr rekrutieren können oder gar wirtschaftlich unter dem Druck der knapp bemessenen Kassenzahlungen zerbrechen, dann werden keine Allgemeinmediziner mehr in dieser Region ausgebildet. Hausärzte kommen nämlich selten aus den universitären Maximalversorgerkliniken der Großstädte, sondern setzen auf eine patientennahe Weiterbildung in den Krankenhäusern der Grund- und Regelversorgung.

Innovatives Konzept in Dillingen

Zukunftsorientiert haben die Mediziner des Landkreises Dillingen daher zusammen mit Landrat Leo Schrell bereits 2010 ein innovatives Konzept entworfen, um junge Ärztinnen und Ärzte für die Region zu begeistern. „Das innovative Ausbildungskonzept bildet in der Kombination mit der kommunalen Trägerschaft unserer beiden Kreiskliniken eine hervorragende Basis für die Ausbildung qualifizierter Nachwuchskräfte und die nachhaltige Sicherung der wohnortnahen ärztlichen Versorgung“, freute sich Landrat Leo Schrell über das große Interesse der Medizinstudenten am Ausbildungskonzept und damit der Klinik St. Elisabeth.

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